Recht & Justiz

Weniger Häftlinge – aber mehr „schwere Jungs“

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Die Zahl der Isolationshaften ist deutlich angesteigen. Mehr unter „Rekord bei der Isolationshaft” weiter unten. Foto: Kriminalforsorgen

Regierung, Sozialdemokraten und DF einig über Verbesserung des Strafvollzugs. Demnach werden weniger Gefängnisse benötigt.

Die Regierung hat sich mit Sozialdemokraten und Dänischer Volkspartei (DF) auf Reformen im Bereich des Strafvollzugs verständigt. Dabei spielt eine Hauptrolle, dass die Zahl der Häftlinge insgesamt zurückgeht. Allerdings hat sich die Zahl der „schweren Jungs“ in den dänischen Gefängnissen erhöht, was seit Jahren den Mitarbeitern im Strafvollzug zusetzt. Es werden 600 Millionen Kronen zusätzlich zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Strafvollzugsmitarbeiter und zusätzliche Maßnahmen gegen kriminelle Banden während der Inhaftierung des beteiligten Personenkreises bereitgestellt.

Auch Maßnahmen gegen kriminelle Ausländer sind Teil des Konzepts. Es sollen kriminelle Ausländer prinzipiell zur Verbüßung von Haftstrafen in deren Heimatländer überführt werden. Ein gesondertes Gefängnis wird für Straftäter eingerichtet, bei denen eine Ausweisungsanordnung Teil des Urteils ist. Es sollen kleinere, veraltete Haftanstalten geschlossen werden.

Verbesserungen des Strafvollzugs

Die dadurch eingesparten Mittel sollen für die Verbesserungen des Strafvollzugs verwendet werden. Außerdem soll in Jyderup ein gesondertes Gefängnis für Frauen eingerichtet werden, um weibliche Häftlinge vor Schikanen und sexuellen Übergriffen durch männliche Strafgefangene zu schützen.

Beim Direktorat für Kriminalfürsorge war am Mittwoch nicht in Erfahrung zu ziehen, ob der Strafvollzug in Nordschleswig von den politischen Vereinbarungen berührt wird. Neben den Arresthäusern in Sonderburg, Apenrade und Hadersleben gibt es eine Strafanstalt in Reinbek bei Scherrebek.

Insgesamt soll die Personaldecke im Strafvollzug um 250 Vollzeitstellen aufgestockt werden. „Besonders wird das Personal in Abteilungen verstärkt, in dem Mitglieder von kriminellen Banden einsitzen“, so Justizminister Søren Pape Poulsen (Konservative).

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