Wahlkampf

Schlechtmacherei zahlt sich in der Politik aus

Schlechtmacherei zahlt sich in der Politik aus

Schlechtmacherei zahlt sich in der Politik aus

jt
Aarhus
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Schloss Christiansborg: Sitz des Folketings. Foto: dpa (Symbolfoto)

Um das Image von Parteien unter den Wählern zu schädigen, nutzen immer mehr Parteien die Schlechtmacherei. Eine effektive Strategie, wie eine neue Studie zeigt.

Als Zuschauer politischer Wahlkampf-Debatten könnte man sich wünschen, dass die Politiker sich um ihre eigene Politik kümmern würden, statt die der anderen schlecht zu reden. Doch Fakt ist: Diese Strategie funktioniert. Das zeigt eine neue Studie der Uni Aarhus.

„Meine Studie erklärt, warum die politischen Gegner einander im Wahlkampf oft gegenseitig schlechtreden und sich die Schuld für gesellschaftliche Probleme an den Kopf werfen“, so der Politikwissenschaftler, Henrik Bech Seeberg. Ihm zufolge ist es eine unter den Parteien beliebte Strategie, die typischen Themenschwerpunkte der Parteien anzufechten.

Wo Venstre beispielsweise einen ihrer Themenschwerpunkte in der Landwirtschaft hat, wird die Partei auch mit den Problemen dort von den Sozialdemokraten konfrontiert. „Das ist eine effektive Methode, weil die negativen Informationen im menschlichen Gehirn womöglich einen höheren Stellenwert als die Positiven haben“, so der Forscher. Er denkt, dass im derzeitigen Wahlkampf in Dänemark diese Strategie genutzt wird.

„Studien haben aber gezeigt, dass diese Methode das Image der gegnerischen Partei lediglich um sieben Prozent schwächen kann. Ist die Wahl, wie üblich in Dänemark, eng, dann kann die Schlechtmacherei aber eine entscheidende Rolle spielen“, so Seeberg.

Seine Studie wird in Kürze in der anerkannten internationalen Zeitschrift „West European Studies“ erscheinen.

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