Schutzmaßnahmen

Polizei droht mit Corona-Bußgeldern

Polizei droht mit Corona-Bußgeldern

Polizei droht mit Corona-Bußgeldern

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Anne Marie Roum Svendsen, Chefin der Polizei von Nordjütland, bei der Präsentation eines Warnschildes am Sonnabend. 50 davon sollen in Aalborg aufgestellt werden, um die Bürger darauf hinzuweisen, Abstand voneinander zu halten. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Landesweit werden die Maßnahmen intensiviert, um Verstöße gegen die Verhaltensregeln zur Eindämmung des Virus zu ahnden. Kommunale Parkaufsichten, Schilder und Polizeistreifen sind nur einig Wege.

Die Frühjahrsluft lockt sonnenhungrige Menschen auch dieses Jahr in ganz Dänemark nach draußen. Doch im Frühling 2020 ist ansonsten vieles nicht, wie es früher war. Denn mit dem Einzug des Coronavirus ist es hierzulande inzwischen verboten, sich in Gruppen von mehr als zehn Personen in der Öffentlichkeit aufzuhalten. So soll die Ausbreitung des Virus und der mit ihm einhergehenden Erkrankung Covid-19 eingedämmt werden.

Seit Mittwoch gilt das Verbot. Doch noch immer halten sich viele Menschen nicht an die Aufrufe, auf Distanz zu Mitmenschen zu gehen und sich nur, wenn dringend nötig, unter das Volk zu mischen. Das lange vermisste sonnige Wetter hat seinen Teil dazu beigetragen.

Polizei will nicht länger zögern, Bußgelder auszustellen

Am Sonnabend haben nun Polizeikreise in ganz Dänemark gemeinsam mit einigen Bürgermeistern einen Aufruf gestartet – mit der Kernbotschaft: „Halte Abstand oder bleibe zu Hause.“

Nachdem in den ersten Tagen in den meisten Fällen, wo gegen das Versammlungsverbot verstoßen wurde, lediglich ermahnt wurde, soll sich das nun ändern. Die Polizei will nicht länger zögern, Bußgelder auszustellen.

„Meine Botschaft ist, das man sich jetzt zusammenreißen und diese Regeln einhalten muss. Wir haben die vergangenen drei Tage dazu genutzt, zu beraten und den Dialog zu suchen. Das tun wir auch weiterhin“, sagt die Chefin der Polizei von Kopenhagen, Anne Tønnes.

„Aber merken wir, dass Leute den Geboten nicht nachkommen, holen wir die Strafzettel raus“, so die Polizeidirektorin weiter.

Großstädte kündigen an, Parks zu sperren

In Aalborg und Aarhus werden unter anderem sämtliche Freiluft-Trainingsanlagen geschlossen. Dorthin waren viele ausgewichen, nachdem am Mittwoch die Fitnesscenter geschlossen wurden.

„Dies ist auch ein Signal dahingehend, dass es wichtig ist, die Regeln einzuhalten“, sagt der Bürgermeister der zweitgrößten Stadt des Landes, Aarhus, Jacob Bundsgaard (Soz.). Auf einer Pressekonferenz am Sonnabend wurde er deutlich: „Wenn wir merken, dass das nicht reicht, sind wir bereit, weiter einzugreifen und Spielplätze und Parks zu schließen.“

Die Kommune Aalborg stellt in Parks, auf größeren Plätzen und am Hafen Warnschilder auf. Zudem sollen Mitarbeiter der Kommune in Parks und Straßen patrouillieren um zu überprüfen, ob die Regeln eingehalten werden.

Thomas Kastrup-Larsen (Soz.), Bürgermeister in Aalborg, wendet sich in einer Pressemitteilung besonders an die Jugend: „Ich weiß, dass einige die Empfehlungen, zu Hause zu bleiben, nicht befolgen, und sich in der ganzen Stadt in Gruppen treffen und einander und andere einer Ansteckungsgefahr aussetzen. Hört damit auf. Lasst die Party sausen.“

Erste Bußgelder bereits verteilt

Am Dienstag hatte Regierungschefin Mette Frederiksen (Soz.) die neuen Restriktionen der Regierung vorgestellt. Alle Ladengeschäfte, Einkaufszentren, Kneipen und viele andere Orte sind nun geschlossen. Nur Supermärkte und Apotheken bleiben geöffnet.

Doch längst nicht alle haben sich an die Worte der Staatsministerin gehalten. Erste Bußgelder wurden bereits verteilt.

Am Freitag wurde beispielsweise einem Wirtshaus in Odense eine Strafe von 5.000 Kronen auferlegt, weil der Eigentümer Gäste in einem Hinterraum bediente.

„Wir treten jetzt in eine Phase ein, in der die Polizei von Fünen die Verbote, die das Folketing verabschiedet hat, handhaben wird. Leider ist es nötig, zum Strafzettel zu greifen“, so der Polizeichef von Fünen, Arne Gram, laut „Fyens Stiftstidende“.

Am Sonnabend berichtete die Polizei von Kopenhagen von einem Shishacafé. Dort sind am Freitag Anzeigen gegen den Betreiber und 23 Gäste ausgesprochen worden.

Die vorläufigen Maßnahmen gelten bis einschließlich 30. März.

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