Milliarden-Betrug

Deutschland wusste von den Steuerschwindel-Plänen in Dänemark

Deutschland wusste von den Steuerschwindel-Plänen in Dänemark

Deutschland wusste von den Steuerschwindel-Plänen in Dänemark

Kopenhagen
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Foto: Ólafur Steinar Gestsson/ Ritzau Scanpix

Bereits seit 2012 haben die deutschen Behörden davon gewusst, dass Steuerbetrüger Dänemark im Visier hatten. Trotzdem warnten sie ihren Nachbarn nicht. Der dänische Steuerminister ist entsetzt.

Deutsche Behörden haben seit 2012 von möglichen Plänen für Steuerschwindel in Dänemark gewusst. Eine Reihe von vertraulichen Dokumenten belegt, dass die deutsche Polizei bereits bei Razzien im Jahre 2012 Papiere fand, die darauf hinwiesen, dass Dänemark und andere Länder als Ziele von Steuerbetrügern auserkoren waren. Das berichten Danmarks Radio und die Zeitung Politiken am Montag.

Trotz dieser Hinweise hatte Deutschland die Behörden in Dänemark nie davor gewarnt. Die Folge war, dass in den folgenden drei Jahren mehr als 12,7 Milliarden Kronen aus der dänischen Staatskasse verschwanden. Warum die deutschen Behörden schwiegen, ist nicht bekannt.

Wie jüngste Ermittlungen zeigen, haben die Betrüger durch Dividendensteuerbetrug mittlerweile insgesamt rund 410 Milliarden Kronen in mehreren Ländern Europas erbeutet. Alle diese Länder sollen laut DR und Politiken in den Dokumenten genannt worden sein, die 2012 von der deutschen Polizei beschlagnahmt wurden.

Lauritzen ist entsetzt

Der dänische Steuerminister Karsten Lauritzen (Venstre) ist entsetzt darüber, dass die deutschen Behörden ihren Nachbarn nichts gesagt haben.

„Es ist fürchterlich, dass dies nicht passiert ist. Wenn die dänischen Steuerbehörden 2012, 2013 oder 2014 Bescheid bekommen hätten, wäre das Ganze vielleicht zu stoppen gewesen“, so der Minister zu DR.

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