Umwelt und Natur

Unzureichende Sortierung bremst Plastik-Wiederverwertung

Unzureichende Sortierung bremst Plastik-Wiederverwertung

Unzureichende Sortierung bremst Plastik-Wiederverwertung

Aarhus/Aabenraa
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Foto: dpa (Symbolfoto)

In dänischen Haushalten werden so viele Kunststoffe wie noch nie für Recycling gesammelt – aber nur 15 Prozent werden wiederverwertet.

In jüngster Zeit haben so wie im gesamten Land die Kommunen in Nordschleswig den Wiederverwertungseinsatz bei den Hausabfällen erhöht. In Tondern werden verstärkt neben Glas, Papier und Metall auch Kunststoffe mit den alle vier Wochen geleerten Recyclingsbehältern eingesammelt. „Jyllands-Posten“ berichtet, dass inzwischen Kunststoffabfälle von vier Millionen Einwohnern in Dänemark per Recyclingtonne gesammelt werden. Beim Branchenverband Dansk Affaldsforening rechnet deren Sprecher Mikkel Brandrup mit einem Aufkommen von 30.000 Tonnen Kunststoff, die von den Bürgern sortiert worden sind. Die auf den ersten Blick erfreuliche Steigerung der Kunststoff-Wiederverwertung hat allerdings einen Haken. Denn laut Brandrup werden nur 15 Prozent des aussortierten Plastiks in die Wiederverwertung gebracht. Der Rest wird überwiegend verbrannt.

Die Kunststoffbranche weist Vorwürfe zurück, sie sei zu wenig an Kunststoffwiederverwertung interessiert. Dort weist die umweltpolitische Sprecherin Christina Busk darauf hin, dass man dort nur nach Kunststofftypen rein sortiertes Plastik verwenden könne. Bei Dansk Affald nennt Mikkel Brandrup das Problem, dass oft Mischkunststoffe angeliefert werden. In Dänemark gebe es beispielsweise keine Anlagen, die die Kunststofffolie aus Milchkartons von der wertvollen Pappe lösen können. Ebenso wie durch Fette verschmutztes Papier nicht für die Wiederverwertung genutzt werden könne, seien Kunststoffe in unreiner Form nicht brauchbar.

„Wir müssen Kunststoff so produzieren und anwenden, dass es besser wiederverwertet werden kann“, so Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre). Er kündigte gegenüber Jyllands-Posten einen Plastik-Handlungsplan an, um die Wiederverwertungsquote zu erhöhen. Die Industrie sei gefordert, daran mitzuwirken. Die umweltpolitische Sprecherin der Radikalen Venstre, Ida Auken, fordert Auflagen, dass künftig in Supermärkten nur noch drei verschiedene Sorten Kunststoff als Verpackung erlaubt werden, um die Sortierung zu erleichtern.

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