EU-Regeln ändern

Umweltminister will Wolfsbestand regulieren

Umweltminister will Wolfsbestand regulieren

Umweltminister will Wolfsbestand regulieren

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
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Foto: dpa

Durch die wachsende Zahl der Tiere in Dänemark sei es notwendig, den Bestand zu regulieren, meint Umweltminister Esben Lunde Larsen. Die EU verbietet allerdings das Töten von Wölfen. Deshalb will Dänemark nun mit anderen EU-Ländern Druck auf die EU-Kommission ausüben.

Im vergangenen Sommer hat sich erstmals seit langer Zeit wieder ein Wolfspaar in Dänemark, genauer gesagt in Westjütland, niedergelassen und Welpen geboren. Bis dahin waren nur immer mal wieder einzelne, herumstreifende Wölfe gesichtet worden.

Doch nun, wo die Tiere sich auch in Dänemark fortpflanzen, ist eine Situation entstanden, die die Regulierung des Bestandes notwendig macht, sagt Umweltminister Esben Lunde Larsen (Venstre).

„Meiner Meinung nach benötigen wir, wenn der Bestand der Wölfe steigt, auch mehr Regulierungsmöglichkeiten“, so der Minister zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Wölfe durch EU-Regeln geschützt

Doch bevor der Minister den Kampf gegen den wachsenden Wolfsbestand in Dänemark aufnehmen kann, muss er diesen erst einmal mit der EU ausfechten – denn Wölfe sind durch EU-Regeln geschützt.

Aus diesem Grund will Lunde Larsen sich mit anderen EU-Ländern, die ebenfalls Probleme mit Wölfen haben, zusammenschließen und gemeinsam Druck auf die EU-Kommission ausüben, damit diese die Regeln ändert.

Derzeit ist es nur erlaubt, einen Wolf abzuschießen, wenn dieser ein bedrohliches Verhalten aufweist oder sich nicht vom Menschen fernhält.

Eine eigenständiges, präventives Töten der Tiere, um den Bestand zu regulieren, so wie es der Umweltminister fordert, ist derzeit verboten.

Bei einem Treffen in Holstebro spricht Esben Lunde Larsen am Montag mit Bürgern über die wieder eingewanderten Wölfe. „Ich habe volles Verständnis dafür, dass viele Dänen, vor allem in Westjütland, wo sie die Wölfe direkt in ihrer Nähe haben, sich Sorgen machen. Es ist wichtig, dass wir darüber diskutieren und zeigen, dass wir das Problem erkennen“, so der Minister.

Entschädigungen für Wolfsangriffe

2014 wurde ein Verwaltungsplan für Wölfe erstellt. Dieser sieht vor, dass Tierhalter Entschädigungen vom Staat bekommen, wenn sie Tiere durch Wolfsangriffe verlieren.

In den ersten zehn Monaten 2017 wurden insgesamt 94.556 Kronen an Entschädigungen ausbezahlt – fünfmal so viel wie noch 2016. Darüber hinaus wurde bestätigt, dass Wölfe im gleichen Zeitraum für 20 Attacken auf Haustiere verantwortlich waren – 2016 waren es sechs Angriffe.

Der Umweltminister hat den Wildverwaltungsrat, der die Regierung berät, darum gebeten, den Verwaltungsplan von 2014 zu evaluieren.

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