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Schüler aus Apenrade forschen zum Thema Nachhaltigkeit

Schüler aus Apenrade forschen zum Thema Nachhaltigkeit

Schüler aus Apenrade forschen zum Thema Nachhaltigkeit

Maylin Adomat
Apenrade/Flensburg
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Die Forschungsgruppe arbeitete mehrere Monate an dem Projekt. Foto: Privat

Drei Schüler des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig haben gemeinsam mit Mitarbeitern der Europa-Universität Flensburg an einem Forschungsprojekt gearbeitet. Ihr Ziel war es, das Nachhaltigkeitsempfinden von Menschen nördlich und südlich der Grenze zu vergleichen und zu analysieren.

Es ist kein gewöhnliches Schülerprojekt, mit dem sich Anne Matzka, Aaron Nebocat und Jan-Henning Friz in den vergangenen Monaten beschäftigt haben. Die drei Jugendlichen des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig forschen seit Anfang des Jahres zusammen mit Andreas Hüttner und Dennis Klotz, beide von der Abteilung für Technik und ihre Didaktik an der Europa-Universität Flensburg, sowie der Studentin Annika Elias an einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt zum Thema Abfalltrennung und Nachhaltigkeitsempfinden.

Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Abfalltrennsysteme in Deutschland und Süddänemark interessierte die Forschungsgruppe insbesondere, wie sich diese unterschiedlichen Trennsysteme auf das Nachhaltigkeitsempfinden der Menschen beiderseits der Grenze auswirken.

Ihre Forschungsfrage lautete daher: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem eigenen Nachhaltigkeitsempfinden und der konsequenten Abfalltrennung unter dem Aspekt einer länderspezifischen Organisation von Abfalltrennung?

Die Jugendlichen, die im vergangenen Jahr ein Angebot der Europa-Universität Flensburg zur Teilnahme an dem Projekt erhielten, trafen sich Anfang des Jahres das erste Mal mit den Mitarbeitern der Universität, um das Projekt zu planen. Doch sowohl die weiteren Treffen der Gruppe als auch ihr erstes Vorhaben, Fragebögen im Flensburger Citti-Park zu verteilen, fielen der Corona-Pandemie zum Opfer.

Die Gruppe musste umdenken, traf sich virtuell und entwickelte schließlich einen Online-Fragebogen, der nördlich und südlich der Grenze, vor allem in Flensburg und in Apenrade (Aabenraa), an Privathaushalte verschickt wurde.

„Wir haben natürlich versucht, einen möglichst ausgeglichenen Probandenkreis aus Deutschen und Dänen zusammenzustellen”, sagt Aaron Nebocat. Am Ende seien über 100 Probanden zusammengekommen, etwa zur Hälfte aus Deutschland und zur Hälfte aus Dänemark.

Zum einen zielte die Forschung darauf ab, herauszufinden, wie nachhaltig die Probanden ihr Mülltrennungssystem im Gegensatz zu dem System auf der jeweils anderen Seite der Grenze einschätzen. Bei der Auswertung der Fragebögen stellte sich heraus, dass die Mehrheit der Teilnehmer, die ihren Abfall nach dem dänischen System trennen, dieses im Gegensatz zum deutschen System als nicht sehr nachhaltig einschätzen. Die Probanden auf deutscher Seite schätzen ihr eigenes System als nachhaltig ein.

Das Projekt lieferte jedoch noch ein weiteres Ergebnis. Neben der Einschätzung der Nachhaltigkeit der verschiedenen Mülltrennsysteme gaben die Teilnehmer auch an, wie nachhaltig sie ihr eigenes Verhalten in Bezug auf Mülltrennung empfinden. Hier zeigte sich, dass das persönliche Nachhaltigkeitsempfinden nicht abhängig ist vom vorgegebenen System. Personen aus Deutschland und aus Dänemark gaben gleichermaßen an, sich nachhaltig handelnd zu fühlen, wenn sie nur immer konsequent ihren Abfall trennen.

„Anhand der Ergebnisse zeigt sich, dass Nachhaltigkeit bereits bei der Mülltrennung in privaten Haushalten beginnt”, so Dennis Klotz von der Europa-Universität Flensburg. „In erster Linie sind nicht das Abfalltrennsystem oder neue technische Errungenschaften für Nachhaltigkeit wichtig, sondern jeder Einzelne ist gefragt und für nachhaltiges Handeln mitverantwortlich. Mit unserem Projekt möchten wir auch die Menschen für ihre eigene Verantwortung sensibilisieren.”

Ein solches Forschungsprojekt auch gemeinsam mit Schülern durchführen zu können, sei eine gute Sache, ergänzt Klotz, denn eine solche Zusammenarbeit gebe es in der Wissenschaft bisher nur selten.

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