Årsmøde 2018

Grenzkontrollen Thema bei Løkke-Günther-Treffen

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Flensburg
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Foto: Martin Ziemer, Flensborg Avis

Am Rande der Årsmøder der dänischen Minderheit in Südschleswig haben sich in einem Spitzentreffen die beiden Regierungschefs von Dänemark und Schleswig-Holstein ausgetauscht – auch über die Grenzkontrollen wurde gesprochen.

Der dänische Staatsminister und Regierungschef, Lars Løkke Rasmussen kam Sonntag einige Minuten verspätet an der Speicherlinie in Flensburg an, aber es lag nicht an den Grenzkontrollen – die gibt es nämlich nur bei der Einreise nach Dänemark. Dennoch waren die Kontrollen Thema bei dem deutsch-dänischen Gipfeltreffen zwischen Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) und Lars Løkke Rasmussen (Venstre) am Rande der Årsmøder – dem Jahrestreffen der dänischen Minderheit in Südschleswig.

In einem Interview mit der Deutschen Presse Agentur am Wochenende hatte Daniel Günther noch Dänemark dazu aufgefordert, die Grenzkontrollen aufzugeben und im Gespräch mit Løkke hielt er daran fest. Die Grenzkontrollen dürften kein Dauerzustand werden, so Günther. Auch Deutschland nehme sich die gleichen Rechte wie Dänemark und hätten an den südlichen Grenzen Kontrollen. „Aber ich wünsche mir, dass wir zu den Schengen-Regelungen zurückkehren und ich denke, dass Dänemark das auch so sieht“, sagte Günther, der in gleicher Weise auch den dänischen Wildschwein-Zaun an der Grenze respektiert.

Grenzkontrollen so „glimpflich wie möglich"

„Grundsätzlich sind wir uns einig“, sagte der dänische Regierungschef. Ich bin für die freie Beweglichkeit in Europa, aber wir haben derzeit eine Situation mit Terrorgefahr und Migrationskrise. Deshalb haben wir und andere Länder wie Deutschland zwischenzeitlich Kontrollen eingeführt. Wir versuchen diese so glimpflich wie möglich zu gestalten, damit die Leute im Grenzland so leicht wie möglich die Grenze überqueren können, während wir gleichzeitig effizient kontrollieren. Ich denke, das haben wir hinbekommen“, sagt Lars Løkke Rasmussen.

Er und Daniel Günther trafen sich Sonntag bereits zum zweiten Mal innerhalb von neun Monaten. „Ich denke, das zeigt unser ganz besonderes Verhältnis“, sagte der dänische Regierungschef. Løkke lobte die deutsch-dänische Zusammenarbeit und hob die Behandlung der beiden Minderheiten im Grenzland hervor. „Wir zeigen, wie man im Grenzland friedlich zusammenleben kann“, so Løkke.

Daniel Günther blickte in diesem Zusammenhang nach vorn und bestätigte, dass sich auch Schleswig-Holstein an dem „großartigen Fest 2020“ beteiligen werde. „Wir können ein Zeichen an ganz Europa senden, dass Grenzziehungen nicht nur durch Kriege erfolgen können, sondern eben auch durch Volksabstimmungen“, sagte Günther. 2020 ist es hundert Jahre her, dass die jetzige deutsch–dänische Landesgrenze durch eine Volksabstimmung festgelegt wurde.

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