50 Jahre EU: Einer wird gewinnen

Bundeswehr auf dänischem Boden nicht willkommen

Bundeswehr auf dänischem Boden nicht willkommen

Bundeswehr auf dänischem Boden nicht willkommen

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
Nordschleswig
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1965: Demo in Krusau gegen deutsche Soldaten auf dänischem Boden. Foto: Der Nordschleswiger

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In Krusau Demonstrationen gegen deutsche Soldaten. Was dahintersteckt, weiß Seniorkorrespondent Siegfried Matlok in der Serie „50 Jahre EU“ zu berichten.

Im März 1965 kam es an der deutsch-dänischen Grenze in Krusau zu Demonstrationen gegen Bundeswehr-Soldaten, die erstmalig an einem Nato-Manöver in Dänemark teilnehmen sollten.  

Der Apenrader Polizeimeister Schaumburg erlaubte zwar eine friedliche Demonstration, doch ein Plakat mit der Aufschrift „Wehrmacht 1945-Wehrmacht 1965-Raus“ verbot er in Apenrade, da es nach seiner Ansicht eine Gleichstellung der Bundesrepublik mit Nazi-Deutschland bedeutete.

Die Demonstrationen –  auch angekündigt mit 10.000 Flugblättern – hatte ein sogenannter „Landesausschuss gegen die deutsch-dänische Militärzusammenarbeit“ organisiert.

Bundeswehr mit Bajonett geschützt

In Krusau legten sich einige Demonstranten, unter ihnen der bekannte Pastor Søbye, auf die Straße, um Bundeswehr-Fahrzeuge auf dem Wege zum Fernmelde-Manöver in Jütland zu stoppen. Sie wurden von der Polizei gewaltsam entfernt. Bei Protestaktionen in Randers mussten sogar dänische Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett die anrückenden deutschen Nato-Soldaten schützen.

„Der Nordschleswiger“ berichtete „von mehr Polizisten als Demonstranten“. Der nordschleswigsche Anti-Bundeswehr-Sprecher, Flemming Schreiber Petersen, meinte, er habe nichts gegen Deutsche – nur gegen deutsche Soldaten auf dänischem Boden!

Was sonst noch geschah

1965:

  • In Kollund wird das Müttererholungsheim des Sozialdienstes Nordschleswig eingeweiht.
  • Eine halbe Million Dänen empfängt die neue Volkspension.
  • Das Folketing genehmigt die Verlobung von Prinzessin Margrethe mit dem französischen Diplomaten Henri de Monpezat.
  • Danfoss-Gründer Mads Clausen feiert seinen 60. Geburtstag. Unsere Zeitung schreibt: Ein Nordschleswiger baute sich sein eigenes Königshaus.
  • Die sozialdemokratische Folketingsabgeordnete Camma Larsen-Ledet aus Apenrade sorgt landesweit für Aufsehen: Sie fordert einen Lehrstuhl für Sexologie.

1966:

  • Die Schleswigsche Partei behauptet ihre Position bei den Kommunal- und Amtsratswahlen; bis 1970 wird sie mit 45 Mandaten vertreten sein. In mehreren nordschleswigschen Gemeinden bleibt sie die größte Partei.
  • Am 5. November 1966 wird das neue Pressehaus des „Nordschleswigers“ an der Apenrader Schiffbrücke eingeweiht. Das alte Pressehaus musste 1964 der Erweiterung der Europastraße 3 weichen.  

Als Stadtrat ist Stephan Kleinschmidt Teil des Verwaltungsvorstands im Flensburger Rathaus. Dieser ist so etwas wie die Stadtregierung Flensburgs. Ihm gehören neben Kleinschmidt der Oberbürgermeister Fabian Geyer, Bürgermeister Henning Brüggemann als sein Stellvertreter und Dezernentin Karen Welz-Nettlau an.

Während der Oberbürgermeister direkt von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt gewählt wird und Dezernentin Welz-Nettlau eine Laufbahn-Beamte auf Lebenszeit ist, werden der Bürgermeister und der Stadtrat für eine Amtszeit von sechs Jahren von der Ratsversammlung gewählt.

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Leserbeitrag

Hanns Peter Blume/jrp
„Zuzüglertreffen: „Tilflytterhygge – Meet and Greet““