Deutsche Minderheit

An der Förde-Schule läuft es – Aber jedes BDN‑Mitglied zählt

Veröffentlicht Geändert
Schulleiter Niels Westergaard betont die Gemeinschaft, auf der die Existenz jeder einzelnen Minderheitenschule fußt (Archivfoto).

Steigende Zahlen bei den Schülerinnen und Schülern, trotz Einsparungen die Finanzen im Griff und ein perfektes Zusammenspiel zwischen Schule, SFO, Vorstand und Eltern: Das ist die aktuelle Bilanz der Förde-Schule. Bei der Schule funkt es aber nur, wenn viele den Bund Deutscher Nordschleswiger unterstützen. Eine diesbezügliche Aufforderung richteten mehrere Personen an die Anwesenden.

Schulleiter Niels Westergaard hatte bei der Jahrestagung der Förde-Schule Gravenstein (Gråsten) am Mittwochabend guten Grund zum Lächeln: Bei der Schule läuft es mit vereinten Kräften rund, damit die Institution auch weiterhin gedeihen kann. Ob Veranstaltungen, Kinderzahlen, Finanzen oder eine glänzende Kooperation mit den Eltern und der Schulfreizeitordnung (SFO): „Ein ganz tolles Jahr, in dem vieles passiert ist“, stellte er gleich zu Beginn seines Berichts fest. 

Von der 7. Klasse musste die Institution am Bomhusvej 4 schweren Herzens Abschied nehmen – eine Grundsatzentscheidung. Trotzdem lag die Schule am Stichtag 4. September 2025 bei 200 Schülerinnen und Schülern, was eine Steigerung im Verhältnis zum Vorjahr ist. Die Geburtenzahlen der Sonderburger Kommune schwanken. In diesem Jahr sind aber trotzdem 33 Kinder in zwei Klassen eingeschult worden. Wie es im kommenden Jahr aussehen wird, muss sich noch zeigen, so Westergaard.

Auch die Vorstandsvorsitzende Svenja Hansen sprach die Abgabe der 7. Klasse an. Das war für die Schule und auch die Eltern keine leichte Entscheidung, „aber es war die richtige“, wie sie hervorhob. Die Kinder gewöhnen sich schnell an die größere Schule. Sie sind für den Schulwechsel bereit, so die Vorsitzende. 

Die Kaminhalle war wie üblich der Austragungsort der Generalversammlung.

Alle mussten sparen

Die Finanzlage bei den deutschen Institutionen Nordschleswigs ist angespannt. Steigende Kinderzahlen sorgen deshalb nicht zuletzt bei der Schulleitung für weniger Sorgenfalten, so der Schulleiter.

Der Haushalt des vergangenen Jahres 2024/2025 wurde mit einem Überschuss von 222.000 Kronen abgeschlossen. „Das ist vielleicht ein wenig schwer zu verstehen. Es ist ein Überschuss in Bezug auf unseren Ansatz. Wir haben 1,5 Millionen Kronen Zuschuss vom DSSV (Deutscher Schul- und Sprachverein für Nordschleswig, Anm. der Red.) bekommen, und die haben wir nicht ganz verbraucht. Wir wurden dazu aufgefordert zu sparen, und damit haben wir dort geholfen, wo es nicht mehr ganz so gut gelaufen ist“, so Niels Westergaard.

Alle Schulen der deutschen Minderheit sind vom BDN abhängig. „Ich möchte daher auch hier unbedingt darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass alle Familien bei uns im Fördekreis sind oder mit der Minderheit etwas zu tun haben, auch Mitglied des BDN werden. Die Minderheit wird daran gemessen, wie groß der BDN ist. Je größer der BDN, desto sicherer die Finanzierung der Schulen und Kindergärten und der kulturellen Aktivitäten insgesamt“, sagte Westergaard. 

Die Minderheit wird daran gemessen, wie groß der BDN ist. Je größer der BDN, desto sicherer die Finanzierung der Schulen und Kindergärten und der kulturellen Aktivitäten insgesamt.

Niels Westergaard

Auf die Wichtigkeit einer BDN-Mitgliedschaft machte anschließend auch Ruth Nielsen, die Vorsitzende des BDN Bezirks Sonderburg (Sønderborg), aufmerksam: „Die Mitgliederzahlen des BDN sind wichtig. Berlin ist auch ein Geldgeber für die Schulen und Kindergärten.“  BDN-Mitgliedern werden nicht zuletzt auch viele Veranstaltungen geboten. 

Lob für die Eltern und die Lehrkräfte

Der Schulleiter lobte die gute Elternschaft, die immer da ist, wenn Hilfe gebraucht wird. Vater und Mutter kommen nicht nur, wenn etwas kritisiert werden muss. „Man sagt auch, wenn man zufrieden ist. Oder wenn wir Man- oder Woman-Power brauchen“, sagte der Schulleiter schmunzelnd. Muss etwas Praktisches erledigt werden, melden sich sofort mehrere.

Die Lehrkräfte sind das größte und wichtigste Kapital, hob Westergaard hervor. Viele sind maximal ausgelastet – einige auch überlastet. „Trotzdem seid ihr voll bei der Sache und gebt alles, um jedem Kind die besten Lernvoraussetzungen zu schaffen. Und auch den Eltern zur Verfügung zu stehen, um sie als Partner bei unserer Arbeit einzubeziehen.“ Manchmal fokussieren Eltern nur auf ihr Kind. Kritik kann die engagierten Lehrkräfte aber dann auch sehr hart treffen, stellte der Schulleiter fest. 

Auf den Tischen lagen diverse Broschüren der Schleswigschen Partei. An der Generalversammlung beteiligten sich auch zwei Stadtratsvertreterinnen der deutschen Minderheit – Kirsten Bachmann und Christel Leiendecker. Für die Schleswigsche Partei gehen vier Personen bei der Kommunalwahl im November in den Ring, die alle die Förde-Schule besucht haben.

SFO eine wichtige Einrichtung

Einen großen Dank richtete Westergaard an die Schulfreizeitordnung SFO, denn sie ist für die Schule wichtig. Sie sorgt dafür, dass die Kinder Spaß haben: „Und das gelingt euch. Wenn man bedenkt, wie viele Kinder wie lange in der SFO sind. Wenn wir sie holen, sagen sie: Kan i ikke komme lidt senere? Das ist das größte Lob, das man bekommen kann.“ 

Mittlerweile sind die Kinder bis zur 6. Klasse in der SFO. An der Entwicklung zum ganzen guten Menschen arbeiten die Schule und die Schulfreizeitordnung. Ein neuer sensomotorischer Spielplatz zwischen SFO und Schule – Kostenpunkt: 1,5 Millionen Kronen – steht im Augenblick auf der Wunschliste. Dafür wird Geld gesammelt. Eine große Hilfe dabei ist die neue Fundraiser-Gruppe. 

Die SFO-Leiterin Eveline Gade Gerber beschrieb den sanften Übergang von der Schulfreizeitordnung zur Schule. Die SFO-Kinder werden ganz gezielt bei verschiedenen Treffen und einem gegenseitigen Kennenlernen auf die Schule vorbereitet. So helfen die SFO-Mitarbeitenden den Kindern auf ihrem Weg. Selbst das gemeinsame Essen dort ist wichtig. „Genau das brauchen Kinder", so Eveline Gade Gerber.

Förderverein nimmt Wünsche entgegen

Unter Punkt Wahlen wurden Olaf Piepenbrock und Simon Andersen von Søren Agerley und Lene Neumann Jepsen abgelöst. Suppleantin wurde Anne Schulz. Am Jahresbeitrag wurde nicht gerüttelt.

Auch bei der anschließenden Generalversammlung des fünfköpfigen Fördervereins wurde die gute, enge Zusammenarbeit hervorgehoben. Der Verein verfügt über ein gut gepolstertes Konto. „Dort ist also Platz für Wünsche“, so die Aufforderung des Kassierers Thomas Kleinschmidt. Volkmar Koch und Thomas Kleinschmidt nahmen eine Wiederwahl an. Die neuen Revisoren sind Lehrer Florian Wittmann und Vizeschulleiter der Förde-Schule, Lars-Peder Thomsen.

Nach der Generalversammlung durften sich alle Teilnehmenden am Büfett etwas Leckeres holen.