Handball

SønderjyskE-Handballerinnen lehnen Europapokal-Teilnahme ab

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Für die Mannschaft was es die beste Saison der Vereinsgeschichte.

SønderjyskE hat einen Startplatz in der EHF European League angeboten bekommen, doch den Hellblauen ist das finanzielle Risiko zu groß.

Peter Nielsen hat vor wenigen Wochen offen von seinem Traum gesprochen, mit SønderjyskE auf der europäischen Bühne zu spielen. Die Möglichkeit ist schneller entstanden, als er erwartet hatte, doch der Cheftrainer und Sportchef muss mindestens noch ein Jahr auf ein europäisches Abenteuer warten.

København Håndbold hatte sich sportlich für die EHF European League qualifiziert, verzichtet aber aus finanziellen Gründen auf die Europapokal-Teilnahme. Der Startplatz in der zweithöchsten europäischen Spielklasse ist daraufhin SønderjyskE angeboten worden, doch auch diese Mannschaft winkt ab.

Das falsche Signal

„Wir haben Nein gesagt. Eine Europapokal-Teilnahme würde uns vermutlich Geld kosten. Das finanzielle Risiko ist uns zu groß, und es wäre das falsche Signal. Wir stehen kurz davor, den Klub zu retten, und es wäre unverantwortlich, wenn wir noch einmal um Hilfe bitten müssten, nur weil wir in Europa alles über Bord geworfen hätten. Das können wir uns nicht erlauben“, sagt Per Staugaard Rasmussen, Direktor von SønderjyskE Kvindehåndbold zum „Nordschleswiger“.

SønderjyskE Kvindehåndbold hatte im Haushaltsjahr 2023/24 ein Minus von 2,16 Millionen Kronen erwirtschaftet – eines der größten Defizite der Vereinsgeschichte, das die Wirtschaftsprüfer an der Fortexistenz des Klubs zweifeln ließ. Ein großes Loch musste gestopft werden, doch mit der Sanierung des Klubs ist man fast am Ziel.

„Es fehlen noch die letzten Meter, aber wir werden ins Ziel kommen. Wir haben in Sachen Finanzverwaltung einen guten Plan für die Zukunft“, so Rasmussen.

Unsicherheit ist zu groß

Hauptsponsor „Meldgaard“ wird die Buchhaltung übernehmen und gehört zum Kreis von Geldgebern, die bei SønderjyskE Kvindehåndbold das Loch gestopft haben. Das wirtschaftliche Fundament ist wieder stabiler geworden, doch für ein europäisches Abenteuer reicht es noch nicht.

„Wir haben Sponsoren, die uns finanziell gerettet und die das Budget für die kommende Saison abgenickt haben. Sportlich ist es verdammt ärgerlich, dass wir diese Chance nicht nutzen können, aber es ist mit großer Unsicherheit verbunden, was es kosten würde. Gegen Gegner aus Rumänien oder Island müssten wir fliegen, und das würde teuer werden. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass mit Ausgaben von 100.000 Kronen pro Runde zu rechnen ist, und bei unserem sportlichen Niveau wäre zu erwarten, dass wir die eine oder andere Runde überstehen würden“, sagt der SønderjyskE-Direktor. Er weist darauf hin, dass Ikast Håndbold in der abgelaufenen Saison den Sprung ins Endspiel der EHF European League schaffte.

Geld gibt es in der zweithöchsten europäischen Spielklasse kaum zu verdienen. Prämien gibt es in den ersten drei Qualifikationsrunden keine. Erst in der Gruppenphase nach Weihnachten winken Prämiengelder, allerdings nur in der Größenordnung 5.000 bis 10.000 Euro.

„Wir wollen sehr gerne auf europäischer Bühne spielen. Das finanzielle Fundament muss aber erst da sein“, so Per Staugaard Rasmussen.