Hybrider Angriff

Das wissen wir über die Drohnenvorfälle: „Aktuell keine militärische Bedrohung Dänemarks“

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Der Flugverkehr in Sonderburg wurde nicht behindert, da es nachts keine Linienflüge gibt (Archivfoto).

Am späten Mittwochabend sind zeitgleich Drohnen über den Flughäfen in Sonderburg, Esbjerg und Aalborg sowie dem Fliegerhorst Skrydstrup gesichtet worden. Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen spricht von einem hybriden Angriff. „Der Nordschleswiger“ bringt einen Überblick über den aktuellen Informationsstand.

Über drei Flughäfen in Jütland sowie dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup wurden am Mittwochabend Drohnen gesehen.

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen sagt Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre): „Es besteht weiterhin keine direkte militärische Bedrohung Dänemarks.“

Das wissen wir über die Vorfälle:

Um 21.44 Uhr hat das Personal am Flughafen Aalborg Drohnen entdeckt. Der Flughafen dient zivilen und militärischen Zwecken.

Kurz vor 22 Uhr hat die Polizei für Südjütland und Nordschleswig Anzeigen wegen Drohnenaktivität über den Flughäfen in Sonderburg (Sønderborg), Esbjerg und dem Fliegerhorst Skrydstrup erhalten.

Drohnen sind ebenfalls über das nördliche Esbjerg geflogen.

Die letzte Drohne wurde um 00.54 Uhr in Aalborg gesichtet.

In der Nähe des Flughafens Billund wurden auch Drohnen gesehen. Sie flogenjedoch nicht über dem Flughafengelände.

Die Flughäfen in Aalborg und Billund wurden zeitweise geschlossen.

In Sonderburg und Esbjerg hatten die Drohnen keinen Einfluss auf den Flugverkehr, da die ersten Flüge ohnehin erst für 7 Uhr beziehungsweise 8 Uhr geplant waren.

Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen nennt die Vorfälle einen „hybriden Angriff“. Die fast gleichzeitigen Angriffe würden auf einen „professionellen Akteur“ deuten.

Die Aktionseinheit der Polizei sowie das Militär waren in der Nacht im Einsatz.

Das Militär hat beschlossen, die Drohnen nicht abzuschießen. Das geschah laut Verteidigungschef Michael Hyldegaard auf Grundlage einer „militärfachlichen Einschätzung“. Das Risiko sei zu groß gewesen.

Der nationale Krisenstab (den nationale operative stab) ist am Donnerstag um 9 Uhr einberufen worden. Er wird rund um die Uhr aktiv sein.

Die Regierung hat, den Artikel 4 des Nato-Traktates zu aktivieren. Außenminister Lars Løkke Rasmussen (Moderate) hat am Freitag mitgeteilt, das er dies nicht für notwenig erachtet. Der Artikel besagt, dass die Mitgliedstaaten die Lage erörtern werden, wenn die territoriale Integrität, politische Unabhängigkeit oder Sicherheit eines Landes bedroht ist.

Das wissen wir nicht über die Vorfälle:

Es gibt keine Informationen darüber, wie viele Drohnen über den Flughäfen gesichtet worden sind, lediglich dass es mehrere sind.

Ebenso ist unbekannt, um welchen Typ es sich handelt, was sie beabsichtigten, woher sie kamen und wohin sie verschwunden sind.

Wir wissen auch nicht, wer hinter den Vorfällen steckt. Mit dem Ausdruck „hybrider Angriff“ deutet Lund Poulsen jedoch an, dass es sich um einen fremden Staat handelt. Reichspolizeichef Thorkilg Fogde saget am Donnetstagabend, dass es sich „im Prinzip“ auch um einen privat Akteur handeln könne, der im Auftrag eines fremden Staates agiert.

Der Artikel wurd am 26.9. um 15.22 Uhr aktualisiert.