Kritische Infrastruktur

Deutscher Staatssekretär über Drohnenanschlag in Kopenhagen: Ernster Vorfall

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Staatssekretär Nils Schmid an Bord der Fregatte „Baden-Württemberg“, während sie sich im Kopenhagner Hafen befindet

Staatsministerin Mette Frederiksen bezeichnet es als den schwersten Anschlag auf kritische Infrastruktur in Dänemark, dass zwei oder drei Drohnen vier Stunden lang den Kopenhagener Flughafen lahmlegten. Verteidigungsstaatssekretär Nils Schmid versicherte deutsche Solidarität.

Nils Schmid, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, war nach Kopenhagen gekommen, um mit dänischen Politikerinnen und Politikern über eine engere militärische Zusammenarbeit mit Dänemark zu sprechen. Bei der anschließenden Pressekonferenz am Dienstagnachmittag an Bord der Fregatte „Baden-Württemberg“ war eine Frage unumgänglich: die zu den Drohnen, die nur wenige Stunden zuvor über dem Kopenhagener Flughafen gekreist waren.

„Ich teile die Einschätzung der Staatsministerin, dass es sich um einen ausgesprochen ernsten Vorfall handelt“, sagte Schmid.

Regierungschefin spricht von Anschlag

Zwei oder drei Drohnen waren am Montag um 20.30 Uhr über dem Flughafen Kastrup aufgetaucht. Dieser musste daher den Flugverkehr einstellen. 100 Flüge mussten abgesagt und 31 Flugzeuge zu einem anderen Flughafen umgeleitet werden.

Noch ist unklar, wer hinter dem Drohnenvorfall steckt. Die Polizei sagt jedoch, dass die Vorgehensweise auf einen „fähigen Operateur“ deute. Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) nimmt die Sache ausgesprochen ernst.

„Das war der bislang schwerste Anschlag auf dänische kritische Infrastruktur“, sagte sie am Dienstag zu „Ritzau“.

Deutsche Solidarität

Frederiksen hat am Dienstag den Vorfall mit dem norwegischen Staatsminister Jonas Gahr Støre, dem schwedischen Ulf Kristensson sowie Nato-Generalsekretär Mark Rutte und EU-Präsidentin Ursula von der Leyen erörtert. Der schwedische Regierungschef schreibt auf „X“, dass er Dänemark vorbehaltlos unterstütze.

„Dänemark kann, wie alle Nato-Staaten, mit Deutschlands voller Solidarität rechnen“, betonte auch Staatssekretär Schmid.

Provokationen mit russischem Absender

Der Luftraum über Kopenhagen war aufgrund der Drohnen vier Stunden lang gesperrt. Es ist unklar, woher die Drohnen kamen und wohin sie verschwunden sind. Die Polizei sagte am Dienstag, es sei aus Sicherheitsgründen nicht vertretbar gewesen, die Drohnen abzuschießen.

Der Vorfall reiht sich in etliche ähnliche Luftraumverletzungen ein. So musste auch Oslos Flughafen Gardemoen am Montag wegen Drohnen geschlossen werden. Am vergangenen Freitag drangen drei russische Kampfflugzeuge in den estnischen Luftraum ein. Polen hat am 10. September mehrere russische Drohnen abgeschossen.