Hybrider Angriff

Darum wurden die Drohnen nicht abgeschossen

Veröffentlicht Geändert
Verteidigungschef Michael Hyldegaard erläuterte bei einer Pressekonferenz, wie er zu seinem Beschluss gekommen war.

Der Oberbefehlshaber der dänischen Streitkräfte sagt, das Militär sei bereit gewesen, die Drohnen über den Flughäfen abzuschießen. Man habe jedoch aus Sicherheitsgründen davon abgesehen.

Für einen bisher unbekannten Zeitraum flogen Drohnen am späten Mittwochabend über dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup.

Dort ist die gesamte Flotte der dänischen Kampfjets vom Typ F-35 und F-16 stationiert. Dennoch konnten die Drohnen unbehelligt in die Septembernacht verschwinden. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen konzentrierte sich das Interesse der Journalistinnen und Journalisten auf diese Frage.

„Wir waren bereit, die Drohnen abzuschießen, beschlossen jedoch, es nicht zu tun“, sagte Verteidigungschef Michael Hyldegaard.

Minister unterstützen Einschätzung des Militärs

Nach einer „militärfachlichen Gesamteinschätzung“ sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass das Risiko zu hoch sei.

„Wir können nicht einfach in die Luft schießen, denn die Dinge kommen ja wieder herunter. Es ging um die Sicherheit der Anwohnenden“, so Hyldegaard.

Auch über den Flughäfen in Sonderburg, Esbjerg und Aalborg kreisten Drohnen. Letzterer wird sowohl militärisch als auch zivil genutzt. In keinem der Fälle hat das Militär oder die Polizei versucht, die Drohnen unschädlich zu machen.

Auch Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) und Justizminister Peter Hummelgaard (Soz.) betonten, dass die Sicherheit der Bevölkerung bei der Abwägung eine zentrale Rolle gespielt habe.

„Die Akteure, die hinter diesen Vorfällen stecken, würden nichts lieber sehen, als dass wir eine Drohne auf die falsche Weise abschießen. Sie könnte auf ein Haus stürzen und eine Familie töten“, so Hummelgaard.

Lund Poulsen betonte, dass es keine politische Entscheidung sei, ob man Drohnen abfängt. Dies beruhe auf der Einschätzung des Militärs und der Polizei.

Es nützt nichts, eine einzelne Drohne abzuschießen, wenn es so viele sind, wie es hier der Fall war.

„Nicht der Verteidigungsminister entscheidet, wie man Drohnen neutralisiert. Das ist die Aufgabe des Verteidigungschefs, und ich vertraue darauf, dass er imstande ist, diese Entscheidungen zu fällen“, so der Verteidigungsminister.

Behörden wollen Daten sammeln

Verteidigungschef Hyldegaard nannte einen weiteren Grund, die Drohnen nicht unschädlich zu machen: „Es nützt nichts, eine einzelne Drohne abzuschießen, wenn es so viele sind, wie es hier der Fall war.“

Vielmehr sei wichtig, Daten zu sammeln, damit die Behörden ermitteln können: „Wir werden die Menschen finden, die hinter diesen Vorfällen stecken.“

Das Militär hat auch andere Möglichkeiten, Drohnen unschädlich zu machen, als sie abzuschießen. So kann man sie mithilfe von anderen Drohnen oder Flugzeugen herunterholen. Auch auf elektronischem Weg ist dies möglich.