Natur & Freizeit

Neustart für zwei Millionen im Christianstal

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Das Tunneltal, in dem auch die Törninger Mühle liegt, ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region (Archivbild).

Zwei Millionen Kronen für neue Ideen im Christianstal: Rund um die Törninger Mühle, das historische Wasserkraftwerk und den Lebensraum des Eisvogels entsteht ein Vorprojekt, das Natur, Geschichte und Naherholung miteinander verbindet.

Die Törninger Mühle liegt eingebettet im Christianstal, einem der beliebtesten Naherholungsgebiete Nordschleswigs. Zwischen Wald, Wasser und Wanderwegen treffen sich hier Menschen jeden Alters; auch der seltene Eisvogel hat in dem Tal seinen Lebensraum. In den kommenden Jahren wollen die Kommune Hadersleben und die Stiftung „Nordea-fonden“ Natur und Nutzung enger zusammenführen. Dafür planen sie ein gemeinsames Vorprojekt.

Zwei Millionen Kronen für gemeinsame Vision

„Nordea-fonden“ unterstützt das Vorhaben mit 1,5 Millionen Kronen, die Kommune Hadersleben steuert weitere 500.000 Kronen bei. Anfang 2026 startet das Projekt. Ziel ist es, Natur, Geschichte, Kulturerbe und Freizeitangebote stärker miteinander zu verzahnen und so langfristig tragfähige Perspektiven zu schaffen. Mogens B. Sørensen vom Vorstand der Törninger Mühle spricht von einem wichtigen Schritt für die Region. 

Industriegeschichte in fantastischer Natur

Heute kaum zu glauben: Christianstal blickt auf eine traditionsreiche Industriegeschichte zurück. Hier ist das historische Wasserkraftwerk zu sehen, das heute Öko-Strom erzeugt (Archivbild).

Die Geschichte der Törninger Mühle reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Über Jahrhunderte nutzten die Menschen im Christianstal die Kraft des Wassers. Glasbläsereien, Papierfabriken und andere Betriebe prägten einst das Tal. Bis heute steht die Mühle für rund 300 Jahre Industriegeschichte in der Gegend.

Unweit der Törninger Mühle arbeitet noch immer das historische Wasserkraftwerk von Christianstal. Das Industriedenkmal aus dem Jahr 1911 erzeugt auch heute Öko-Strom – getragen vom ehrenamtlichen Engagement vor Ort. 

Der Ochsenweg als historischer Anker

Die Region versorgte einst viele Haushalte mit Strom – dank ihrer Seen und Stauseen.

Ein Baustein der Vision ist die Nähe zum Hærvejen, dem historischen Ochsenweg. Die jahrhundertealte Handels- und Heerstraße führte einst Händler, Viehtreiber und Pilger durch Jütland und spielte auch für den Salzhandel eine wichtige Rolle. In diesem Jahr erhielt das Gebiet bei der Törninger Mühle eine „Hærvejsperle“: die Route „In den Fußspuren des Müllers“. Sie gilt als erster Schritt, die Geschichte des Ochsenweges sichtbar zu machen und mit Natur- und Kulturerlebnissen zu verbinden.

Nach dem Ende des Vorprojekts möchten die Beteiligten ausarbeiten, wie sich ihre Vision unweit des historischen Ochsenweges und im Christianstal Schritt für Schritt umsetzen lässt.