Kultur

Bodilpreise: Der neueste Frelle-Film geht gleich mehrfach ins Rennen

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Die Schauspieleirin Jette Søndergaard stammt aus Lügumkloster. Sie spielte in allen Filmen der nordschleswigschen Trilogie des Regisseurs Frelle Petersen die Hauptrolle (Archivfoto).

Die aus Lügumkloster gebürtige Schauspielerin Jette Søndergaard kann für ihre Hauptrolle im Film „Hjem kære hjem“ zur besten Darstellerin in Dänemark gewählt werden.

Ist der nordschleswigsche Filmregisseur Frelle Petersen mit einer neuen Produktion aktuell, kann man eigentlich immer davon ausgehen, dass er, sein Film und/oder ein Mitglied seiner Filmcrew unter den Nominierten für einen Robert-Preis ist.

Dies gilt auch für seine neueste Produktion „Hjem kære hjem“, die wie die anderen Filme in Nordschleswig, primär in der Kommune Tondern gedreht wurden. Der Film kam im vergangenen Jahr in die Kinos. Die Vorpremiere fand wieder in Tondern statt.

Gleich in fünf Kategorien mischt der Film bei der Verleihung um eine Robert-Statuette mit, die die dänische Filmakademie am 31. Januar im Tivoli verleiht. 

Titel als bester dänischer Spielfilm möglich

Gegen vier weitere Filme muss sich „Hjem kære hjem“ in der Kategorie bester dänischer Spielfilm behaupten. Die vier anderen Nominierten sind „Den sidste Viking“, „Det andet offer“, „Pigen med Nålen“ und „Sauna“.

Obwohl Frelle Petersen in diesem Jahr nicht in der Kategorie erfolgreichster Regisseur ins Rennen geht, tut er dies beim besten Originaldrehbuch.

Wird Jette Søndergaard Bodil-Siegerin?

Die Hauptdarstellerin seines neuesten Films, die aus Lügumkloster (Løgumkloster) gebürtige Jette Søndergaard, mischt in diesem Jahr als beste Hauptdarstellerin des Jahres mit, muss sich aber gegen vier Kolleginnen behaupten. Jette Søndergaard spielt in „Hjem kære Hjem“ eine Heimhelferin, die sich mit großem Engagement um hilfsbedürftige Klientinnen und Klienten kümmert, dabei aber fast zugrunde geht. Eine sonst schon fast vorprogrammierte Preisträgerin ist die Schauspielerin Trine Dyrholm, die in „Pigen med nålen“ die Hauptrolle spielt. In diesem Jahr hat die Dänische Filmakademie von ihrer Nominierung abgesehen, womit Søndergaards Chancen steigen.

Ihre männlichen Kollegen in „Hjem Kære hjem“ haben es nicht unter die Nominierten in der Kategorie bester männlicher Hauptdarsteller geschafft. Die jüngste Frelle-Produktion lebt von den starken Frauencharakteren. Jette Søndergaard ist in diesem Frelle-Film der einzige Profi vor der Kamera.

Jette Søndergaard (r.) spielt die Hauptrolle als Sofie. Karen Tygesen, eine Seniorin, die Besuch von der Heimhilfe bekommt, steht auch vor der Kamera. Sie ist im wirklichen Leben Jette Søndergaards Großmutter.

Frelle Petersen soll es auch beim Schnitt zu einem der besten Resultate im vergangenen Jahr gebracht haben, meint die Filmakademie und hat den Regisseur in dieser Kategorie nominiert. Hans Møller aus dem Frelle-Team ist neben fünf Kollegen als bester Sounddesigner vorgeschlagen.

Frelle Petersen ging trotz fünffacher früherer Nominierungen für „Onkel“, den ersten Film seiner nordschleswigschen Trilogie, und dem Nachfolger „Resten af Livet“ bei der Verleihung der Robert-Preise leer aus. 

Anders sieht es bei den begehrten Bodilpreisen aus. In der Jury sitzen dänische Filmkritikerinnen und -kritiker. Für das Drehbuch für den Onkel-Film sprang 2020 der Sieg heraus, drei Jahre später wurde „Resten af livet“ zur besten dänischen Produktion gewählt. 

„Resten af livet“ war sogar als bester ausländischer Film und Dänemarks Beitrag für den Oscar vorgeschlagen, musste sich aber der Konkurrenz geschlagen geben. 

Eine Fortsetzung der nordschleswigschen Trilogie hat Frelle Petersen im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ im vergangenen Jahr nicht ausgeschlossen. Die Dreharbeiten fanden nicht nur im Landesteil statt. Ein Kennzeichen der Frelle-Petersen-Filme ist, dass die Darstellenden Sønderjysk sprechen. Für diejenigen im Publikum, die diesen Dialekt nicht verstehen, gibt es Untertitel.

Ein Bodilpreis ist die größte und älteste Filmauszeichnung Dänemarks, vergleichbar mit dem Oscar in den USA, während die Golden Globe Awards einen etwas geringeren Status genießen.