Kommunalwahl 2025

Die Schleswigsche Partei in Tondern verliert ihren Bündnispartner

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Christian Andresen hat seinen Optimismus bewahrt und glaubt an ein gutes Wahlergebnis für die Schleswigsche Partei (Archivfoto).

Die Konservativen haben einen Rückzieher gemacht. Für die SP gab es keine anderen Optionen, meint Parteichef Christian Andresen. Er glaubt trotz „Alleingangs“ und der Bürgermeisteraffäre immer noch an ein gutes Wahlergebnis. Auch Tønder Listen und die Sozialdemokraten gehen am 18. November ohne Alliierten zur Wahl.

Im Februar dieses Jahres verkündete der Kommunalvorsitzende der Schleswigschen Partei in der Kommune Tondern, Christian Andresen, bei der BDN-Bezirksmitgliederversammlung, dass die SP für die Kommunalwahl am 18. November einen Bündnispartner habe. Der Name der Partei/en war damals noch Verschlusssache.

Es handelte sich wie bei der Kommunalwahl 2021 um die Konservativen. Doch die Partei um ihre Spitzenkandidatin Anette Abildgaard Larsen hat einen Rückzieher gemacht. Dass die Affäre um die von Fødevarestyrelsen angeprangerten Zustände im Schweinebetrieb von Bürgermeister Jørgen Popp Petersen Grund des Rückzugs ist, sei eine Vermutung, erklärte Andresen auf Anfrage.

Mit der Auflösung der Absprache wird die Schleswigsche Partei ohne Bündnispartner in die Wahl ziehen und aus eigenen Kräften versuchen, ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2021 einzufahren, als sich die SP-Fraktion auf vier Sitze vergrößerte.

Wir können auch aus eigener Kraft so gut abschneiden.

Christian Andresen

SP brachte den Konservativen das zweite Mandat

Parteichef Christian Andresen zeigt sich optimistisch. „Wir können auch aus eigener Kraft so gut abschneiden. Mit unseren eigenen Stimmen – also ohne überschüssige Stimmen der Konservativen – holten wir vor vier Jahren unsere vier Mandate und verhalfen den Konservativen mit unseren überschüssigen Stimmen zum zweiten Mandat“, erinnert er. Damals hatten der SP nur 100 Stimmen für ein fünftes Mandat gefehlt.

„Im Gegensatz zu anderen Kommunen kandidieren die kleineren Parteien wie Radikale Venstre und die Christdemokraten nicht in Tondern. Für uns gab es in diesem Jahr daher keine Alternative zu den Konservativen.“

Zwei weitere Parteien ohne Partner

Wie die Schleswigsche Partei haben auch die Sozialdemokraten und die Tønder Listen keinen Bündnispartner.

Die anderen acht Parteien, die in der Kommune Tondern kandidieren, haben sich einen Bündnispartner gesichert. Anstelle der Schleswigschen Partei werden die Konservativen dieses Mal mit der Liberalen Allianz, der Dänischen Volkspartei und den Velfærdsdemokraterne zusammenarbeiten. Die Velfærdsdemokraterne – angeführt von der früheren Sozialdemokratin Barbara Krarup Hansen – kandidieren erstmals.

Das zweite Wahlbündnis setzt sich aus der Sozialistischen Volkspartei und den Alternativen zusammen. 
Venstre und die Dänemarkdemokraten mischen im dritten Bündnis mit.

Wahltechnische Bündnisse

• Ein wahltechnisches Bündnis ist eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Parteien, ihre Stimmenzahlen bei der Mandatsverteilung zusammenzuzählen.
• Zweck eines Wahlbündnisses ist es, Stimmenverluste zu minimieren und die Anzahl der Mandate für das Bündnis zu maximieren. 
• In der Praxis funktioniert es so, dass die Mandate nach der Stimmenauszählung zunächst dem Wahlbündnis zufallen. Anschließend werden die Mandate intern zwischen den Parteien des Bündnisses verteilt.
• Ein Wahlbündnis ist nicht notwendigerweise Ausdruck politischer Übereinstimmung. Es handelt sich um eine technische Zusammenarbeit.
• Der Vorteil eines Wahlbündnisses besteht darin, Stimmenverluste zu vermeiden und die Chancen kleiner Parteien auf eine Wahl zu erhöhen.
• Der Nachteil kann darin liegen, dass Wählerinnen und Wähler indirekt Parteien unterstützen, die sie eigentlich nicht fördern möchten.