Schleswigsche Partei

Jørgen Popp Petersen hat Schweinebetrieb abgegeben

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Jørgen Popp Petersen stand als Bürgermeister von Tondern (Tønder) zuletzt ungewollt im Rampenlicht.

Tonderns Bürgermeister hat seine Tiere an seinen Betriebsleiter verkauft und die Gebäude an ihn verpachtet. Popp hofft nun, dass Ruhe einkehrt und er sich auf die politische Arbeit konzentrieren kann. Bei einem erneuten Kontrollbesuch wurden drei Dinge beanstandet.

Jetzt ging es schnell: Nur wenige Wochen nach dem Bekanntwerden von Vorwürfen gegen Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei, SP) wegen Tierschutzverstößen in seinem Schweinebetrieb hat der Landwirt seine Tiere verkauft und die Gebäude verpachtet. 

Der Käufer ist der bisherige Betriebsleiter Dirceu Schnorrenberger. Er hat den Betrieb bereits zum 1. Oktober übernommen und ist auch Pächter der Gebäude. Das schreibt die Schleswigsche Partei am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Popp: „Schnelle und gute Lösung“

„Wie bereits früher mitgeteilt, habe ich beschlossen, meinen Hof abzugeben – und das ist nun passiert“, so Popp laut Mitteilung. Er sei froh, dass es geglückt sei, sowohl eine gute als auch eine schnelle Lösung zu finden. 

Mit dem Verkauf der Tiere und der Verpachtung der Gebäude hofft Popp, dass nun Ruhe auf dem Hof einkehrt und er sich auf seine Arbeit als Bürgermeister konzentrieren kann.   

Drei neue Ermahnungen im September 

In Verbindung mit einem weiteren Kontrollbesuch durch die Nahrungsmittelbehörde (Fødevarestyrelsen) am 24. September gab es drei Ermahnungen (indskærpelser). Zwei davon betrafen einen Bereich, in dem kurzfristig Schweine standen, weil die eigentlichen Stallungen renoviert wurden.

Die Behörde bemängelte, dass es in dem übergangsweise eingerichteten Stallabschnitt weder Trockenstreu noch Stroh oder Beschäftigungsmaterial für die Tiere gegeben habe. Beim dritten Verstoß handelte es sich um die Sprinkleranlage in einigen Teilen des Stalls, die zwar bestellt, aber zum Zeitpunkt der Kontrolle noch nicht eingetroffen und somit noch nicht ausgetauscht war. 

„Es ist nie schön, eine Beanstandung zu erhalten, aber ich betrachte dies als Teil der Verantwortung, die mit dem Betrieb einer großen Produktion einhergeht. Wir nehmen alle Beanstandungen ernst und beheben sie so schnell wie möglich“, sagt Jørgen Popp Petersen.

Schwere politische Krise ausgelöst

Die Nahrungsmittelbehörde kontrollierte im Zeitraum von 2019 bis 2024 insgesamt 14-mal die Schweinezucht von Jørgen Popp Petersen. Acht der Besuche haben dazu geführt, dass die Behörde ihn bei der Polizei angezeigt hat. Anzeigen erstatten sie nur in besonders schweren oder wiederholten Fällen. Bei einer früheren Kontrolle in diesem Jahr gab es keine Beanstandungen.

Das Bekanntwerden der Vorfälle sorgte für massive Kritik in sozialen Medien und führte zu Rücktrittsforderungen an Popp. Zu seinem politischen Engagement sagte er in einem „Nordschleswiger“-Interview, er wolle nicht zurücktreten und plane weiterhin, bei der bevorstehenden Kommunalwahl im November als Spitzenkandidat anzutreten. Auch seine Partei wünscht, an ihm festzuhalten.

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