Kommunalwahl 2025

Klima und Kloake: Diese Themen können in Sonderburg die Wahl entscheiden

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Wie können Orte und Häfen in der Kommune Sonderburg vor Sturmfluten und Starkregen gesichert werden? Darauf muss die Lokalpolitik 2025 konkrete Antworten und Lösungsansätze finden.

Angst vor weiteren Sturmfluten, massive Überschwemmungen und eine kollektive Verkehrsüberlastung – diese Themen werden 2025 in der Kommune Sonderburg eine tragende Rolle spielen. Lokaljournalistin Sara Eskildsen analysiert und kommentiert die zu erwartenden Themen der bevorstehenden Kommunalwahl.

31 Ratsmitglieder aus sechs Parteien sitzen aktuell im Sonderburger Kommunalparlament. Die Politikerinnen und Politiker von Sozialdemokratie, Venstre, Schleswigsche Partei, Dänische Volkspartei, Einheitsliste und Neue Bürgerliche werden im Wahlkampf über ein Hauptthema reden, das die Bürgerinnen und Bürger beschäftigt: Klimasicherung.

Sturmflutsicherung ein aktuelles Thema

Die Parteien müssen realistische Lösungen anbieten, wie sie Bürgerinnen und Bürger, mit Wohnorten in Wassernähe, in Zukunft vor Sturmfluten und Auswirkungen der Klimaveränderungen schützen wollen. Nach den verheerenden Überschwemmungen im Oktober 2023 sind die Menschen in der Kommune Sonderburg mehr als nur vorgewarnt.

Sie werden jener Partei ihre Stimme geben, die pragmatische und vor allem schnell umsetzbare Lösungen versprechen. Zwar werden schon jetzt Pläne erarbeitet, wie in Gravenstein (Gråsten) Deiche und in Sonderburg am Hafen Mauern gebaut werden. Doch wie genau diese Schritte in die Tat umgesetzt werden – und wer dafür bezahlt – das ist bis jetzt nicht entschieden.

Erik gegen Ellen und eine Frau der Mitte namens Kirsten

Ein Bild aus dem vergangenen Kommunalwahlkampf in Sonderburg: Erik gegen Ellen. Damals gewann Erik Lauritzen die Wahl zum Bürgermeister.

Personell wird der Kampf ums Bürgermeisteramt ein großes Thema. Einmal mehr heißt es: Erik gegen Ellen. Venstre-Politikerin Ellen Trane Nørby fordert den langjährigen Bürgermeister und Sozialdemokraten Erik Lauritzen heraus.

Bei der vergangenen Wahl unterlag Ellen mit 5.824 persönlichen Stimmen gegen den Amtsinhaber, der 8.242 Stimmen holte.

In diesem Jahr gibt es für all jene Wählerinnen und Wähler eine Alternative, die nicht blau, aber am liebsten für eine Bürgermeisterin stimmen wollen: Stadtratspolitikerin Kirsten Bachmann von der Schleswigschen Partei tritt ebenfalls als Bürgermeisterkandidatin an.

Gut möglich also, dass einige Stimmen nicht auf Erik oder Ellen, sondern auf Kirsten, die Frau der Mitte, entfallen.

Je besser die Kläranlage, desto teurer

Ein weiteres Thema im Wahlkampf wird der Bau der neuen Großkläranlage auf der Halbinsel Kjär (Kær). Dass sie kommt, ist beschlossene Sache. Doch die Parteien werden sich mit Details in Sachen Funktionalität, Klimaschutz und vor allem Finanzierung voneinander abgrenzen wollen. Je mehr Filterfunktionen die Anlage hat, desto teurer wird es.

Das Thema Kläranlage ist eng mit dem Thema Klimasicherung verbunden, denn nicht wenige Bürgerinnen und Bürger haben in den vergangenen Jahren miterleben müssen, dass das Abwassersystem bei Starkregen überlastet ist.

Auch hier gilt: Für innovative und langfristig ausgerichtete Lösungen muss die Kommune viel Geld ausgeben. Ist es beispielsweise denkbar, dass moderne Auffangbecken entstehen, Regenwasser großflächig abgefangen und anderweitig genutzt wird? Hier können sich die Parteien positionieren. Je teurer und umfangreicher das Klär-, Abwasser- und Filtersystem wird, desto tiefer müssen sie in die Kommunalkasse greifen.

Überlastete Landstraßen erfordern Lösungen

Die Kommunalpolitik muss Lösungen finden, wie man in Zukunft mit Starkregen umgeht.

Ein Thema dürfte sich erst im zweiten Halbjahr von 2025 einen vorderen Platz in der öffentlichen Debatte sichern: der Verkehr auf der Insel Alsen. Seit Jahren ist die Landstraße zwischen Augustenburg (Augustenborg) und Norburg (Nordborg) bei Früh- und Feierabendverkehr überlastet. Die Blechlawinen rollen von und zu Linak und Danfoss über die Insel.

Es ist nur schwer vorstellbar, wie die kleinen Landstraßen das Verkehrsaufkommen bewältigen sollen, wenn im August 2025 das neue Ferienresort auf Nordalsen eröffnet. 200.000 Feriengäste werden pro Jahr erwartet. Die meisten davon werden im Auto anreisen – aber wie soll die Insel dieses Verkehrsaufkommen bewältigen?

Die Parteien müssen auch hier mit konkreten Lösungen kommen – und die Aussichten auf eine mögliche vierspurige Schnellstraße dürften die Wählerinnen und Wähler auf Nordalsen (Nordals) nicht gerade begeistern.

Klima, Kloake und eine kollektive Verkehrsüberlastung – der Wahlkampf 2025 wird spannend.

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