Kommunalwahl 2025

Meinungsumfrage: Herausforderung für SP-Wahlbündnis in Hadersleben

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Carsten Leth Schmidt, Spitzenkandidat der SP (rechts), sieht Herausforderungen, ist aber optimistisch. Hier ist er mit seinen Bündnispartnern Kjeld Thrane (Kons.), Paul-Erik Planitzer (Christdemokraten) und Jakob Vindel Duedahl (Rad. Venstre) zu sehen.

In Hadersleben ist vier Wochen vor der Kommunalwahl laut einer Prognose von Epinion noch alles offen. Eindeutige Gewinnerinnen und Gewinner gibt es nicht, und jede zweite Wählerin oder jeder zweite Wähler hat sich noch nicht entschieden.

Die politische Lage in der Kommune Hadersleben ist vier Wochen vor der Kommunalwahl völlig offen. Das zeigen die neuesten Umfragedaten: Sozialdemokratie (A) und Venstre (V) liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen – und fast jede oder jeder zweite Wahlberechtigte ist noch unentschlossen.

Carsten Leth Schmidt, Spitzenkandidat der Schleswigschen Partei, sieht mit Blick auf sein Wahlbündnis eine Herausforderung, bleibt aber gelassen, auch aufgrund der noch vielen unentschlossenen Wählerinnen und Wähler. Er sieht großes Potenzial im Straßenwahlkampf, um Menschen zu überzeugen. Auch seinem Eindruck nach haben sich viele noch nicht festgelegt. 

Er sagt: „Man sieht in der Prognose, dass die großen Parteien in Hadersleben nicht so abstürzen wie überregional, ob es in Hadersleben nun mehr nach links oder mehr nach rechts geht, das ist unklar und damit hochspannend, auch im Hinblick darauf, dass die Dänemarkdemokraten als Konkurrenz erstmals antreten. Jetzt heißt es kämpfen, sichtbar sein und erzählen, was die SP in den vergangenen Jahren bewegt hat.“ 

Für den Lokalpolitiker ist ein zweites Mandat auch nicht unmöglich. Er nimmt aus dem Wahlkampf mit, dass die Bürgerinnen und Bürger markante Politiker in Hadersleben wünschen.

Zur Epinion-Prognose: Konkret liegen die Sozialdemokraten bei 26,7 Prozent, Venstre bei 26,1. Beide Parteien müssen mit einer Unsicherheit von bis zu vier Prozentpunkten rechnen. Das bedeutet: Wer künftig das Bürgermeisteramt stellt – ob die Partei von Mads Skau es verteidigt oder nicht –, bleibt bis zum Wahltag offen. Klar ist nur: Ohne sie läuft nichts.

Dahinter folgen die Danmarksdemokraterne (DD) mit 9,4 Prozent, dicht gefolgt von der Sozialistischen Volkspartei (SF) mit 8,4 Prozent. Auch die Dänische Volkspartei (DF) und die Konservativen (KF) bewegen sich mit jeweils rund 7 Prozent auf Augenhöhe. Die Liberale Allianz kommt auf 5,9 Prozent, Enhedslisten liegt bei 3,7 Prozent.

Unterhalb der Mandatsschwelle wird es eng: Die Alternative liegt bei 1,5 Prozent, Radikale Venstre bei 1,3 Prozent. Und die Schleswigsche Partei (SP) steht bei 2,0 Prozent – ein Wert, der reicht oder nicht reicht, je nachdem, wie sich die Unsicherheit von 1,3 Prozentpunkten verteilt.

Für Carsten Leth Schmidt von der SP wird es damit ernst. Hoffnung macht das Wahlbündnis mit Konservativen, Radikalen und Christdemokraten: Stimmen aus dem Bündnis könnten über das Verteilverfahren der SP helfen. Aber: Trifft die Prognose von Epinion zu, könnte das Wahlbündnis der SP in der Kommune Hadersleben mit den Radikalen, den Konservativen und den Christdemokraten im Vergleich zur Wahl 2021 an Zustimmung verlieren. 

Die Umfrage bildet nur den aktuellen Moment ab. Und der ist geprägt von Unschärfe: 48 Prozent der Befragten haben noch keine Partei genannt. Schon kleine Bewegungen innerhalb der Parteien und ihrer Bündnisse könnten über Mehrheiten entscheiden.

Die politische Landschaft in Hadersleben ist zerklüftet. Zwei große Blöcke liefern sich ein enges Rennen, doch die Entscheidung könnte bei den Kleinen liegen – wie schon oft zuvor.

So soll die Umfrage gedeutet werden

Die Zahlen aus der Umfrage sind mit Vorsicht zu genießen. Dies liegt vor allem daran, dass fast die Hälfte der Wählerinnen und Wähler angibt, dass sie zwar wählen gehen, aber noch nicht entschieden haben, wem sie ihre Stimme geben werden.

Sie zeigt also ausschließlich den aktuellen Stand bei der Hälfte der Wählerschaft, und auch diese Hälfte kann ihre Meinung noch ändern. Die Parteien und Listen können somit im Wahlkampf noch etliche Stimmenanteile gewinnen und verlieren.

Hinzu kommt die statistische Unsicherheit, die in der Grafik abzulesen ist. Sie unterscheidet sich von Partei zu Partei. In Tondern (Tønder) liegt sie für die SP bei 3,9 Prozentpunkten. Der Wert für die Partei liegt somit zwischen 22,7 und 30,5 Prozent.

In Hadersleben (Haderslev) liegt die SP zwischen 0,7 und 3,3 Prozent, in Sonderburg (Sønderborg) zwischen 2,1 und 5,5 Prozent und in Apenrade (Aabenraa) zwischen 4,3 und 9,1 Prozent.

Diese Unsicherheiten bedeuten auch, dass die berechneten Mandatzahlen mit noch größerer Vorsicht zu genießen sind. „Der Nordschleswiger“ hat sie auf Grundlage der Umfrage mithilfe eines Rechners nach der D’Hondt-Methode berechnet. Die Wahlbündnisse sind in dieser Berechnung berücksichtigt.

Selbst kleine Verschiebungen bei den Prozentzahlen können zu einer anderen Mandatsverteilung führen.