Natur und Umwelt

„Sløjfen“ verbindet Alt und Neu: Architekturwettbewerb auf Röm entschieden

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Der alte Kapitänshof (r.) Tønnisgård auf Röm bekommt einen modernen Anbau (l.). Dieser Wettbewerbsbeitrag eines Kopenhagener Architekturbüros überzeugte das Auswahlkomitee.

Auf der Wattenmeerinsel wird ein neues Vermittlungszentrum entstehen, das Natur, Geschichte und moderne Pädagogik unter einem Dach vereint. Der Entwurf des Architekturbüros E+N Arkitektur setzt auf organische Formen, Respekt für das Bestehende – und ein markantes Reetdach.

Die Entscheidung ist gefallen: Das neue Vermittlungszentrum auf Röm wird nach dem Entwurf „Sløjfen“ („Die Schleife“) des Kopenhagener Architekturbüros E+N Arkitektur realisiert. Damit nimmt eines der ambitioniertesten Bauprojekte im Nationalpark Wattenmeer konkrete Formen an.

Das neue Informationszentrum inklusive Erlebnisausstellung soll ab 2028 Gäste aus dem In- und Ausland empfangen – mit Ausstellungen, Bildungsangeboten, Wattlabor, Café und Vermittlung im Freien. Zentrales Ziel ist es, das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer erlebbar zu machen und ein nachhaltiges Naturverständnis zu fördern.

Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart

Der Blick vom Innenhof

Herzstück des Projekts ist die behutsame Sanierung des historischen Kapitänshofes Tønnisgård, ergänzt um einen 360 Quadratmeter großen Neubau. Dieser fügt sich mit seinem geschwungenen Reetdach und weichen Linien harmonisch in die Landschaft ein – und stellt gleichzeitig den gestalterischen Brückenschlag zwischen Geschichte und Gegenwart her.

„Wir haben mit diesem Entwurf die richtige Balance zwischen Bewahrung und Entwicklung gefunden“, sagt Allan Skjøth, Vorsitzender der Stiftung „Ejendomsfonden Tønnisgård“, die künftig Trägerin des Zentrums sein wird. Auch Bürgermeister Jørgen Popp Petersen zeigt sich überzeugt: „‚Sløjfen‘ wird ein Tor zum Wattenmeer – für Einheimische, Touristen und Forschende gleichermaßen.“

Kräftige Finanzspritze aus A.P-Møller-Stiftung

Die Gäste sollen im künftigen Wattenmeerlabor selbst aktiv werden.

Die Finanzierung des Vorhabens in Höhe von 59 Millionen Kronen steht: 44 Millionen Kronen kommen von der A.P.-Møller-Stiftung, weitere 15 Millionen steuern die Kommune Tondern (Tønder) und das Naturcenter selbst bei. Bereits im Februar hatte der Finanzausschuss der Kommune Tondern grünes Licht für einen Schuldenerlass für die bestehende Einrichtung gegeben – ein Schritt, um den Weg für einen „Neustart“ freizumachen.

Die nächste Phase des Projekts beginnt nun mit der konkreten Planung, behördlichen Verfahren und dem Bau. Bis zur geplanten Eröffnung im Jahr 2028 soll das neue Vermittlungszentrum zu einemLeuchtturmprojekt für Bildung, Naturvermittlung und regionale Entwicklung an der Westküste werden.

Zu diesem Thema sind bereits mehrere Artikel im „Nordschleswiger“ erschienen:

Vermittlungszentrum Tønnisgård

Ein lichtdurchfluteter Gangbereich verknüpft das historische Haupthaus mit dem neuen Gebäude.

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