Sonderburg

Wohnblocks am Nørager: Jetzt rollen die Abrissbagger

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Nørager
Am Montag begann der lang erwartete Abriss der zehn Wohnblocks am Nørager.

Die Wohnblocks wurden 2020 gemeinsam mit dem Søstjernevej und dem ehemaligen Kærhaven als Ghetto klassifiziert. Die Auflistung als Parallelgesellschaft wird nun zehn Gebäuden zum Verhängnis. Mit Verzögerung starten jetzt die Abbrucharbeiten. Danach wird am selben Standort neu gebaut.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der 236 Wohnungen sind weg. Die Blöcke stehen leer, auf den Stellplätzen parkt kein einziges Auto, und in den Fahrradständern gibt es keine intakten Räder mehr. Nur die Fledermäuse, die auf den Dachböden einiger Häuser leben, sind wahrscheinlich noch da. Aber auch sie werden umgesiedelt.

Am Montag begannen Bauarbeitende des Unternehmens SIB mit dem Abriss der Gebäude am Nørager. Die frühere Einstufung als hartes Ghetto – oder, wie es in modernem Dänisch heißt, als Parallelgesellschaft – war der endgültige Todesstoß für die Wohnblocks.

Das Etikett wurde Nørager im Jahr 2020 zusammen mit Søstjernevej und anderen – dem ehemaligen Kærhaven – auf der anderen Seite des Kærvej verliehen.

Das bedeutete, dass die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner in dem gesamten Gebiet reduziert werden musste. Es wurde beschlossen, dass zehn Wohnblocks in Nørager dem Erdboden gleichgemacht werden sollten.

Abriss im Gange

Die letzten Bewohnerinnen und Bewohner sollten im Oktober vergangenen Jahres ausziehen, mit Ausnahme einiger Studierender, die noch ein wenig länger bleiben durften. Doch nun wurde der Teil des Wohnblocks, der dem Kærvej zugewandt ist, eingezäunt und das Gebiet in eine Baustelle verwandelt. Unbefugte haben nun keinen Zugang mehr.

Am Montag begannen zehn Arbeitende mit dem Abriss von Block 1 und 2. Die Dachplatten werden entfernt, um Fledermäuse aus den Gebäuden zu vertreiben. Die Arbeiten werden vom Dachboden aus verrichtet.

Auf der anderen Seite des Kærvej bringen zwei weitere Männer zwölf neue Fledermauskästen an vier Giebeln der Blöcke an, damit die letzten Bewohnenden von Nørager ein neues Zuhause finden können.

Nørager
Bagger sind am Nørager angerollt.

Ursprünglich sollte der Abriss im Juni vergangenen Jahres beginnen, aber der Plan, Nørager in ein neues Wohngebiet für Studentinnen und Studenten umzuwandeln, machte den ursprünglichen Zeitplan zunichte.

Keine Studierendenwohnungen

Die Vision von Studierendenwohnungen erwies sich jedoch in der Praxis als nicht realisierbar, sodass der ursprüngliche Plan nun wieder auf den Weg gebracht wurde – wenn auch mit einer leichten Verzögerung von einem Jahr.

Auf den Fundamenten der zehn Blöcke werden im Anschluss an den Abriss 48 Reihenhäuser und einige Studierendenwohnungen errichtet. Ursprünglich sollten 60 Prozent der Häuser abgerissen werden, aber die Kommune Sonderburg hat eine Ausnahmegenehmigung für eine Reduzierung um 40 Prozent erhalten.