Eishockey

Verband räumt bei aberkanntem Sønderjyske-Tor Fehler ein

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Matt Kopperud hatte 49 Sekunden vor Schluss den 3:3-Ausgleich gegen Frederikshavn erzielt, doch der Treffer zählte nicht.

Eine „dumme Situation“ nennt Danmarks Ishockey Union die Schiedsrichter-Fehler in der Schlussminute des Spiels zwischen Frederikshavn und Sønderjyske. Ein Protest gegen die Wertung des Spiels ist aber nicht möglich.

Die Eishockeyspieler von Sønderjyske sind durch einen Schiedsrichterfehler um den 3:3-Ausgleich und die Möglichkeit eines Punktgewinnes gebracht worden, als das Tor von Matt Kopperud 49 Sekunden vor Schluss des Auswärtsspiels gegen die Frederikshavn White Hawks als Folge einer „Coach's Challenge“ aberkannt wurde. Es hätte zur „Coach's Challenge“ gar nicht kommen dürfen.

Auf Torwartbehinderung zu entscheiden, sei schlussendlich der richtige Entschluss, meint DIU-Schiedsrichterchef Claus Hansen, der aber zahlreiche Fehler der Schiedsrichter in der Schlussphase einräumt.

Mangelnde Kommunikation

Die Regel 38 des IIHF-Regelbuchs, „Coach's Challenge“, erlaubt Trainern, Tore und andere Spielsituationen zu beanstanden, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Diese Herausforderungen müssen innerhalb von 70 Sekunden erfolgen und können in spezifischen Situationen wie Abseits oder Torwartbehinderung beantragt werden. 

Diese Frist war aber nach mehrmaliger Ansicht der Fernsehbilder und der Stoppuhr in der Hand deutlich überschritten, obwohl sich der DIU-Schiedsrichterchef nicht ganz festlegen will.

„Wie ich auf dem Video sehe, gibt es einen verbalen Kontakt zwischen Frederikshavns Kapitän und einem der Hauptschiedsrichter, während die Uhr auf 00 springt. Gleichzeitig pfeift der andere Hauptschiedsrichter, dass die Zeit abgelaufen ist, und zeigt in Richtung Mitte. Das darf er nicht tun. Natürlich ist das eine dumme Situation und zeugt von mangelnder Kommunikation zwischen den beiden Hauptschiedsrichtern. Das ist etwas, das wir bei unserer regelmäßigen Schiedsrichtertagung ansprechen werden. Es ist nicht gut genug“, so Claus Hansen in einer Pressemitteilung.

Challenge nach Pfiff nicht mehr möglich

Mit der Stoppuhr gemessen fand der verbale Kontakt nach 82 Sekunden statt, das Zeichen für den Videobeweis erfolgte nach 99 Sekunden. Eindeutig zu spät, aber auch mit dem Pfiff des Hauptschiedsrichters und dem Fingerzeig in Richtung Mittelkreis durfte ein „Coach's Challenge“ gar nicht mehr möglich sein.

„Meine Haltung ist die, dass wir uns an die Regeln halten müssen. Die Kriterien für einen Coach's Challenge müssen erfüllt sein, um die Situation noch einmal durchzusehen, und die waren in diesem Fall nicht erfüllt, aber wir können das jetzt nicht mehr ändern“, sagt Sønderjyske-Trainer Casper Stockfisch zum „Nordschleswiger“.

Ein Protest gegen die Wertung des Spiels ist nicht mehr möglich. Dieser hätte unmittelbar nach Spielende eingereicht werden müssen.

Weiterer Fehler der Schiedsrichter

Die überschrittene Zeitfrist war allerdings nicht der einzige Fehler der Schiedsrichter.

„Die Regel besagt, dass der Trainer den Challenge aussprechen sollte, und zwar dem Schiedsrichter, der an der Bande steht. Doch in dieser Situation schickte Frederikshavns Trainer den Kapitän zum Schiedsrichter. Das ist völlig in Ordnung, aber der Schiedsrichter hätte anschließend zur Frederikshavn-Bank laufen müssen, um zu klären, was sie beanstanden wollten. Das hat er nicht getan, und das ist auch ein Fehler“, so Claus Hansen.

DIU-Schiedsrichter-Chef hatte vor dem Tor ein klares Foul von Matt Kopperud gesehen.

„An der Entscheidung selbst ist nichts auszusetzen. Es handelte sich um eine klare Torwartbehinderung des Sønderjyske-Spielers. Daher wurde diese Situation vom Schiedsrichterquartett zumindest korrekt gehandhabt, und rein sportlich war es letztendlich die richtige Entscheidung“, sagt Claus Hansen.