Eishockey

Kapitalzufuhr bei Sønderjyske Ishockey notwendig

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Sønderjyske Ishockey schreibt weiter rote Zahlen.

Ein Schuldenerlass in Millionenhöhe lässt das Defizit von Sønderjyske Ishockey kleiner aussehen, als es in Wirklichkeit ist. Im täglichen Betrieb ist ein Minus von knapp drei Millionen Kronen erwirtschaftet worden. Die neuen Eigentümer haben in die Tasche greifen müssen, um die Liquidität zu stärken.

Die wirtschaftliche Lage beim dänischen Eishockeymeister von 2024 sieht weiter nicht gut aus. Nach einem Defizit von 2,5 Millionen Kronen im vergangenen Haushaltsjahr hat Sønderjyske Ishockey A/S auch im Haushaltsjahr 2024/25 im täglichen Betrieb ein Minus von 2,9 Millionen Kronen erwirtschaftet.

Das Ergebnis sieht aber unterm Strich mit einem Defizit von 406.800 Kronen nach Steuern weitaus besser aus, denn es hat von Sønderjysk Elitesport einen Schuldennachlass in Höhe von 2,6 Millionen Kronen gegeben.

Negatives Eigenkapital

„Es hat interne Darlehen zwischen Sønderjyske Ishockey und Sønderjysk Elitesport gegeben, die beglichen worden sind. Das ist Teil der Aufräumarbeiten gewesen“, sagt Mogens Kastbjerg zum „Nordschleswiger“.

Kastbjerg hat am 1. Juli 2025 den Job als Direktor von Sønderjyske Ishockey übernommen, am Tag nach dem Ende des Haushaltsjahres 2024/25.

Nach dem erneuten Defizit ist das negative Eigenkapital auf 5,1 Millionen Kronen gestiegen. Laut Jahresbericht sind nach Ende des Haushaltsjahres 2024/25 Vereinbarungen über eine Kapitalzufuhr der Investorengruppe getroffen worden, wodurch die Liquidität gestärkt worden ist. Die Höhe der Summe will Kastbjerg nicht kommentieren.

Nicht unwesentliche Summe

„Es ist eine nicht unwesentliche Summe“, sagt der Sønderjyske-Direktor, der aber die Fans beruhigt, die sich um ihren Verein Sorgen machen.

„Wir haben uns vorgenommen, das Eigenkapital wieder aufzurichten, und glauben daran, dass bei uns noch viele Jahre Eishockey auf höchstem Niveau gespielt wird. Ja, es hat bei der Übernahme von Sønderjyske Ishockey Überraschungen gegeben, aber wir glauben an die Zukunft. Wir wollen wieder schwarze Zahlen schreiben. Solange wir rote Zahlen schreiben, bin ich nie zufrieden“, so Mogens Kastbjerg.

Die Einnahmen sind im Haushaltsjahr 2024/25 im Vergleich zum vorigen Jahr von 6,3 auf 8,7 Millionen Kronen gestiegen, die Personalausgaben allerdings auch von 8,6 auf 11,5 Millionen Kronen. 

Bisherige Eigentümer werden zur Kasse gebeten

Die gestiegenen Personalausgaben sind nicht etwa auf einen teureren Spielerkader zurückzuführen, sondern in erster Linie darauf, in welchen Abteilungen von Sønderjysk Elitesport die Mitarbeitenden angestellt gewesen sind. Beispielsweise sind die Verkäufer früher bei der Einkaufsgemeinschaft SUSAM angestellt gewesen. SUSAM wurde Anfang des Jahres von Sønderjysk Elitesport verkauft.

Zu dem schlechten Ergebnis trägt auch das noch laufende Steuerverfahren bei. Die Vereinsführung hat 500.000 Kronen reserviert, erwartet aber laut Jahresbericht, dass der Betrag von den vorigen Eigentümern erstattet wird, wenn das Steuerverfahren abgeschlossen ist.

„Es gibt noch kein Fazit. Die Angelegenheit ist noch nicht abgeschlossen, und wir werden sicherlich noch den Dialog mit der Steuerbehörde suchen und das Eine oder Andere beanstanden. Dieser Steuerfall war eine Überraschung für uns, und wir haben die Erwartung, dass die bisherigen Eigentümer dies begleichen werden“, so der Direktor von Sønderjyske Ishockey.

Fingerabdruck erst in zwei Jahren zu erkennen

Das Ergebnis wird im Jahresbericht als unbefriedigend bezeichnet und spiegelt ein Übergangsjahr mit organisatorischen und personellen Anpassungen wider. Zukünftig werden gezielt ein verbessertes Kostenmanagement und eine positive Geschäftsentwicklung anvisiert. Mit einem neuen Direktor seien strukturelle und kommerzielle Verbesserungen eingeleitet worden, die die Organisation und die Finanzen schrittweise stärken sollen. Dies werde vor allem ab dem Geschäftsjahr 2026/27 deutlich zu erkennen sein, heißt es im Jahresbericht.

„Unser Fingerabdruck wird erst mit zwei Jahren Verspätung zu sehen sein“, meint Mogens Kastbjerg.