Handelskrise

USA-Boykott: Auch Coop rüstet sich und plant Kennzeichnung von US-Produkten

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Coop plant, US-Produkte bei steigenden Importabgaben mit einer speziellen Kennzeichnung auszustatten (Archivbild).

Sollten die Importabgaben auf US-Waren steigen, wird Coop die betroffenen Produkte kennzeichnen und den Verkauf dieser Waren reduzieren. Gleichzeitig will die dänische Supermarktkette verstärkt auf europäische und dänische Alternativen setzen, um die Preissteigerungen auszugleichen.

Die dänische Supermarktkette Coop kündigt in einer Pressemitteilung an, US-Produkte, die in Zukunft von möglichen Strafzöllen betroffen sein könnten, entsprechend zu kennzeichnen. So sollen Kundinnen und Kunden mehr Transparenz erhalten – sowohl, um Preissteigerungen nachzuvollziehen als auch, um bewusst Kaufentscheidungen zu treffen.

„Wir möchten sicherstellen, dass unsere Kundinnen und Kunden verstehen, warum diese Produkte plötzlich teurer werden“, erklärt Jeff Salter, Kategoriedirektor bei Coop und verantwortlich für den Einkauf. Die Ankündigung folgt auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, der am Mittwochabend mitteilte, Strafzölle von 20 Prozent auf EU-Waren zu erheben.

Coop betreibt in Dänemark über 900 Supermarkt-Filialen und Discounter, darunter Kvickly, SuperBrugsen, Brugsen und 365discount.

Fokus auf europäische Alternativen

Neben der Kennzeichnung plant Coop, die Vermarktung von US-Produkten zurückzufahren und stärker auf heimische sowie europäische Waren zu setzen. Besonders betroffen sind kalifornischer Wein sowie Nüsse, Mandeln und Rosinen. Bereits in den vergangenen Wochen ist der Verkauf von kalifornischem Wein um etwa 20 Prozent zurückgegangen.

Eingeschränkte Auswirkungen auf das Sortiment

Salter rechnet mit einem weiteren deutlichen Rückgang der US-Warenverkäufe, sollte die Zollanhebung kommen. Trotz der geplanten Maßnahmen bleibt der Einfluss auf das Gesamtsortiment von Coop jedoch überschaubar. Nur rund ein Prozent der angebotenen Produkte stammt aus den USA.

Andere Supermarktketten reagieren ebenfalls

Coop ist nicht das einzige Unternehmen, das auf den aktuellen Handelskonflikt reagiert. Die Salling Group, Betreiber der Supermärkte Føtex, Bilka und Netto, hatte bereits Anfang Märzangekündigt, europäische Produkte mit einem schwarzen Stern auf dem Preisschild zu kennzeichnen, um es Kundinnen und Kunden zu erleichtern, Waren aus den USA zu meiden.