Project Zero

Jubel in Sonderburg: Entscheidender Windpark hat grünes Licht erhalten

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Ellen Trane Nørby sieht das Ziel einer klimaneutralen Kommune jetzt in greifbarer Nähe. Die Venstre-Politikerin ist Vorsitzende des Energieversorgers „Sonfor“ und zweite Vizebürgermeisterin (Archivfoto).

Das Energieprojekt „Lillebælt Syd“ hat die endgültige Baugenehmigung erhalten. Es ist ein entscheidender Baustein, um die Klimaneutralität in Sonderburg zu erreichen. Unterwegs mussten etliche Hürden überwunden werden.

Der Vorsitzenden des kommunalen Sonderburger Energieversorgers „Sonfor“, Ellen Trane Nørby, hört man die Freude selbst über eine Telefonverbindung an.

„Wir jubeln heute hier im Büro“, sagt sie.

Grund für den Jubel ist eine Entscheidung der Beschwerdeinstanz „Energiklagenævnet“. Sie hat die Windkraftanlage „Lillebælt Syd“ genehmigt. Damit steht dem Bau des Parks vor der Küste von Alsen nun nichts mehr im Weg.

„Der Windpark ist ganz entscheidend dafür, dass wir unser Ziel erreichen, dass die Kommune bis 2029 klimaneutral werden kann“, so Trane Nørby.

Der Stopp des Ministers

Im Februar 2023 war die Stimmung um das „Project Zero“ alles andere als gut. Der wichtige Baustein „Lillebælt Syd“ drohte wegzubrechen. Energieminister Lars Aagaard (Moderate) hatte die Genehmigungsverfahren von Offshore-Projekten nach der sogenannten Open-Door-Regelung gestoppt.„Lillebælt Syd“ stand damals direkt vor der Zulassung.

Trane Nørby reiste in ihrer Funktion als zweite Vizebürgermeisterin von Venstre unter anderem gemeinsam mit Bürgermeister Erik Lauritzen (Soz.) nach Kopenhagen. Ziel war es, dem Energieausschuss des Folketings zu erklären, dass die Klimaneutralität bis 2029 ohne den Park nicht möglich sei.

Behörde nimmt Verfahren wieder auf

„Es stellt unseren ganzen Klimaplan auf Stand-by“, so Lauritzen damals.

Der Sonderburger Plan hat Vorbildcharakter, da er eine ganze Reihe von Initiativen enthält, die miteinander verknüpft werden. Wind- und Solarenergie, Produktion von Biobrennstoffen und Bioplastik sowie die Erzeugung von Fernwärme sollen miteinander vernetzt werden. Ohne den Windpark würde ein Loch in diesem Netz entstehen.

Ende März 2023 hob die Energiebehörde dann den Stopp des Genehmigungsverfahrens für das Projekt im Kleinen Belt auf. Bürgermeister Lauritzen war erleichtert: „Alles andere wäre Wahnsinn gewesen.“

Beschwerden gegen die Windkraftanlage

Im Herbst 2024 kam dann die Genehmigung der Energiebehörde, doch es wurden Beschwerden eingelegt. Mit der Entscheidung vom Freitag hat „Energiklagenævnet“ die Beschwerden abgewiesen und somit die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt.

„Jetzt sind die Voraussetzungen geschaffen, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Die Entscheidung war das Alpha und Omega“, so Trane Nørby.

Das „Project Zero“ wurde 2007 ins Leben gerufen. Eine klimaneutrale Kommune klang damals fast utopisch. Doch die Initiatorinnen und Initiatoren wollten beweisen, dass es geht. Sonderburg soll nicht nur in Dänemark, sondern weltweit als Vorzeigebeispiel dienen.

Blick auf den Windpark von den Bobakkerne bei Helsnæs auf Fünen

„Vor 15 Jahren hat eine Reihe von energischen Idealistinnen und Idealisten das Projekt angeschoben. Unterwegs mussten wir etliche Hürden überwinden. Jetzt ist das Ziel in greifbarer Nähe“, sagt Ellen Trane Nørby.