Deutsche Minderheit

Sensationelle Entwicklung im Ringreiterverein und eine Wildcard für Kleinschmidt

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Das Ringreiten in Jündewatt jat eine lange Tradition (Archivfoto).

Paukenschlag bei den Wahlen zur Generalversammlung des Jündewatter Ringreitervereins: Mangelte es zuletzt gehörig an Vorstandsmitgliedern, gab es dieses Mal eine wahre Flut an willigen Kandidatinnen und Kandidaten. Über eine besondere Einladung konnte sich Versammlungsgast Stephan Kleinschmidt freuen.

Wer hätte das vor zwei, drei Jahren gedacht! 

Wegen vakanter Vorstandsposten stand der über 100 Jahre alte Jündewatter Ringreiterverein vor dem Aus. Der Vorstand war bis auf zwei Personen zusammengeschrumpft und bestand nur noch aus John Drøhse und Christopfer Göber. Das Blatt hat sich nun komplett gewendet. 

Auf der Generalversammlung im Deutschen Haus Jündewatt kam es zu einer rekordverdächtigen Neubesetzung. Nicht weniger als sechs Personen waren bereit, sich dem bislang zweiköpfigen Vorstand anzuschließen.

„Es konnte so einfach nicht weitergehen. Beim Ringreiten im vergangenen Jahr habe ich die Leute angesprochen und ihnen zu verstehen gegeben, dass der Verein vor der Auflösung steht, wenn nicht etwas passiert. Ich bin sehr froh darüber, dass sich so viele einen Ruck gegeben haben“, so ein spürbar erleichterter Vorsitzender John Drøhse.

Bunte Mischung

Mit Jes und Dorthe Kolmos hat sich sogar ein Ehepaar ganz von Alsen in den Vorstand wählen lassen. „Dorthe kommt ja von hier“, erklärt Drøhse. 

Dazugestoßen sind zudem Lars Petersen und Joan Frøjk aus Tingleff (Tinglev), H. C. „Kense“ Christesen aus Renz (Rens) sowie Martin Mathiesen aus Jündewatt. 

„Zum Glück haben wir bei der Durchführung des Ringreitens auf freiwillige Helfer zurückgreifen können. Es blieb dann nicht so viel an uns hängen. Mit dem neuen Vorstand gibt es nun viel bessere Voraussetzungen für das Planen und Organisieren“, so Drøhse.

Wie in Jündewatt üblich, wurde die Generalversammlung des Ringreitervereins mit den Versammlungen des Vereins Deutsches Haus und dem BDN-Ortsverein Renz-Jündewatt (Bund Deutscher Nordschleswiger) kombiniert.

Zu Gast im Deutschen Haus war an dem Abend unter anderem der in der Minderheit bekannte Stephan Kleinschmidt, der den BDN-Hauptvorsitz anpeilt und Hinrich Jürgensen ablösen möchte, der im Juni ausscheidet. Kleinschmidt, ehemaliger Stadtratspolitiker der Schleswigschen Partei in Sonderburg (Sønderborg), nutzte die Gelegenheit, den Tätigkeitsberichten der drei Vereine zu lauschen und sich vorzustellen. 

Im Deutschen Haus Jündewatt fanden auch in diesem Jahr wieder drei Generalversammlungen am selben Abend statt.

Ausnahmeregelung für die Teilnahme

Wo Kleinschmidt schon mal da war, sprach John Drøhse ihn an. „Ich habe ihm gesagt, dass er bei unserem Ringreiten willkommen ist und für die Teilnahme eine Sondererlaubnis bekommt“, erwähnt John Drøhse mit einem Augenzwinkern. 

Kleinschmidt gab vor einigen Jahren während seiner Amtsperiode als Kulturausschussvorsitzender in der Kommune Sonderburg sein Debüt als Ringreiter. Die spät erlernten Fähigkeiten dürfe er sehr gern in Jündewatt zeigen, so Drøhse mit einem Lachen.

Normalerweise dürfen nur Ringreiterinnen und Ringreiter, die aus Jündewatt und Umgebung stammen oder dort wohnen, an den Start gehen. Im vergangenen Jahr wurde erlaubt, dass Startberechtigte einen Gast mitbringen dürfen. Sollte jemand für den kommenden Wettbewerb Stephan Kleinschmidt als persönlichen Gast aussuchen, dann wäre die Teilnahme auch ohne Wildcard möglich.