Deutsche Minderheit

Mit Peter durch die Marzipanstadt: Sozialdienst Tingleff zu Gast in Lübeck

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Peter Blume in seinem Element. Er führte den Sozialdienst Tingleff durch seine alte Heimatstadt.

Mit Bus, Schiff und Stadtführer ging es für 38 Mitglieder des Sozialdienstes Tingleff nach Lübeck. Ein abwechslungsreicher Ausflug mit viel Geschichte, schönen Ausblicken – und einer großen Portion Marzipan.

Der Sozialdienst Tingleff begab sich in dieser Woche auf große Fahrt: Ziel war die Hansestadt Lübeck – einstige Heimat des heutigen Wahl-Tingleffers Peter Blume. Insgesamt 38 Mitglieder nahmen an dem sommerlichen Ausflug teil und folgten gespannt den Spuren ihres ortskundigen Begleiters.

Zwar ist Peter Blume nicht in Lübeck geboren, doch seine Kindheit und Jugend hat er in der Stadt an der Trave verbracht – und kennt sie, wie man so schön sagt, wie seine Westentasche. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Inga begrüßte er die Reisegruppe bei ihrer Ankunft in Lübeck.

Mit viel Herzblut und einem feinen Gespür für Anekdoten führte Peter Blume die Tinglefferinnen und Tingleffer durch „seine“ Stadt. Er machte Halt an der imposanten Marienkirche, ließ Erinnerungen vor dem Buddenbrookhaus lebendig werden und wusste natürlich auch allerlei über das weltberühmte Holstentor zu berichten.

Vor dem Holstentor formierte sich die Ausflugsschar zum Gruppenfoto.

Tiefe Verbundenheit ist geblieben

Auch wenn Peter Blume nicht in der imposanten Marienkirche getauft und konfirmiert wurde, verbindet ihn dennoch eine besondere Erinnerung mit dem Gotteshaus: Als Jugendlicher war er Mitglied der „Lübecker Knabenkantorei“, einem Chor aus Schülern und jungen Erwachsenen, der regelmäßig Gottesdienste in St. Marien musikalisch mitgestaltete und auch Konzerte gab. Nach dem Stimmwechsel mit etwa 15 Jahren endete seine aktive Zeit im Chor – geblieben ist jedoch die tiefe Verbundenheit mit der Lübecker Kirchenmusik.

In den Tagen vor dem Ausflug nach Lübeck hatten Peter und seine Frau Inga zudem ein ganz anderes Abenteuer verfolgt: die außergewöhnliche Kajaktour ihres Sohnes von Berlin nach Kopenhagen. „Der Nordschleswiger“ hat berichtet.

Peter Blume hat viele gute Erinnerungen an die Lübecker Marienkirche.

Feuchtes Element und trockener Humor

Till on tour

Die Tour kann auf der Website www.till.dk mitverfolgt werden – dort finden sich tägliche Berichte, Fotos und eine Livekarte des Routenverlaufs, die regelmäßig aktualisiert wird. Am Freitag lautete das Ziel des Tages möglicherweise Schnackenburg – mit einem geplanten Abstecher nach Gartow, dem Heimatort seiner Urgroßeltern. Dort sollte just an dem Nachmittag eine Führung durch das Schloss der Grafenfamilie von Bernstorff stattfinden. Jener Bernstorff war einst Arbeitgeber von Peters Großvater, Tills Urgroßvater.

Der Name Bernstoff ist auch in Dänemark bekannt. Der dortige Familienzweig hat es in höchste politische Ämter geschafft. – Eine dänisch-deutsche Verbindung mit Geschichte, also.

Die Kanalrundfahrt gewährte spannende Einblicke auf den Lübecker Stadtkern.

Zum Mittagessen kehrte die Gruppe in ein bayrisches Wirtshaus unweit des Doms ein – zünftige Kost in hanseatischer Umgebung. Gut gestärkt ging es im Anschluss aufs Wasser: Eine Kanalrundfahrt bot einen neuen Blick auf Lübecks Altstadt, deren Charme sich besonders bei Sonnenschein entfaltet. „Die Stadt vom Wasser aus zu erleben, war etwas ganz Besonderes“, meinte anschließend Teilnehmer Hans Jürgen Nicolaisen. Auch der Kapitän des Ausflugsbootes punktete mit Fachwissen und trockenem Humor.

Dass Lübecks Altstadt seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, wurde bei dieser Perspektive umso nachvollziehbarer.

Natürlich blieb auch noch Zeit für einen Stadtbummel – und ein paar Souvenirs. Es bedarf wohl keiner großen Fantasie, um zu erraten, was in den Taschen und Rucksäcken der Reisenden landete: Marzipan in allen Variationen – von klassisch bis kreativ. Die Lübecker Konditoreien dürften sich über den nordschleswigschen Besuch gefreut haben.

Kurze Sommerpause

Mit dieser gelungenen Fahrt verabschiedet sich der Sozialdienst Tingleff nun in die Sommerpause – allerdings nur für kurze Zeit. Bereits am 6. August steht ein geselliges Wiedersehen auf dem Programm: Dann geht es zum Minigolf nach Behrendorf (Bjerndrup). Weitere Informationen folgen.