Wirtschaft

Tondern treibt Zukunft an: Wirtschaftsrat setzt klare Signale

Veröffentlicht Geändert
Peter Engel-Andreasen zieht eine zuversichtliche Halbjahresbilanz.

Die Region setzt auf Industrieflächen, neue Qualitätsnetzwerke und internationale Zusammenarbeit. Das EU-Projekt Business DE-DK soll weiter helfen, Grenzen zu überwinden, Fachkräfte zu gewinnen und die Wirtschaft gemeinsam zukunftsfest zu machen.

Tonderns Wirtschaftsrat (Tønder Erhvervsråd) hat nicht auf der faulen Haut gelegen: Wirtschaftsdirektor Peter Engel-Andreasen hat in seinem jüngsten Sommergruß eine überwiegend positive Halbzeitbilanz 2025 gezogen – und kündigt weitere ambitionierte Projekte an.

Ausbau und Innovationsschübe konkret geplant

Die Kommune bewarb sich um eine staatlich geförderte Industriezone – und stellt hierfür 190 Hektar Entwicklungsflächen bei Bredebro bereit. „Das Vorhaben ist auf einem guten Weg“, bilanziert der Wirtschaftsdirektor. Parallel wurde ein neues Qualitätsnetzwerk gegründet, mit messbaren Zielen wie besserem Kundenservice, weniger Fehlern und effizienter Produktion.

Business DE‑DK: Brückenbau über Landesgrenzen

Besonders zukunftsweisend ist das Interreg-Projekt Business DE‑DK, das die Schnittstelle zwischen Süddänemark und Schleswig-Holstein stärken soll. Die Kommune Tondern fungiert als führender Partner. Gefördert wird das Projekt mit umgerechnet rund 11,5 Millionen Kronen (1,52Millionen Euro) aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Laufzeit: 2024–2026).

Ziel ist der Aufbau eines grenzüberschreitenden Netzwerks aus Unternehmen, Beratungsexperten und Hochschulen sowie die Entwicklung einer Plattform (business-region.eu), die vorhandene Ressourcen sichtbar macht und den Austausch erleichtert – etwa zur Anwerbung dringend benötigter Fachkräfte.

Warum die Region gemeinsam stärker ist

Die Region blickt aktiv über ihre Grenzen hinaus, denninsbesondere im Wettbewerb um Arbeitskräfte, Innovation und nachhaltiges Wachstum ist die Grenzüberschreitung inzwischen Chance, keine Bürde. Business DE‑DK liefert Daten, Kontaktvermittlung, Workshops und digitale Werkzeuge für ein vernetztes Wirtschaften. So werden Schwächen kompensiert und Potenziale gemeinsam genutzt.

Bestehende Unternehmen im Fokus

Die vorliegenden Halbjahresbilanzen zeigen, dass deutsche und dänische Unternehmen in der Region weiterhin solide performen. „Unsere Firmen merken natürlich auch, dass sich die wirtschaftliche Lage zunehmend abschwächt“, so Wirtschaftsdirektor Peter Engel-Andreasen. Erfreulicherweise habe sich das noch nicht in den Arbeitslosenzahlen gezeigt.

„Die Frage ist, ob das überhaupt so weit kommen wird“, zeigt sich Engel-Andreasen zuversichtlich, denn in Tondern sind Nachrichten wie „Hartmann investiert in neue Produktionslinien“ und „Hydro verzeichnet wieder Gewinne“ äußerst gute News. Das deutet doch darauf hin, dass die großen Arbeitergeber vor Ort weiter an den Wirtschaftsstandort Tondern glauben und Arbeitsplätze weiter gesichert sind. „Im Bereich Biogas sowie erneuerbare Energien entstehen ebenfalls neue Projekte. Auch das lokale Handwerk meldet volle Auftragsbücher“, lautet die Sommer-Bilanz des Wirtschaftsdirektors.

Blick nach vorn

Im Nachgang zu einem Strategietreffen des Tonderner Wirtschaftsrats sollen bestehende Firmen gezielt gestärkt, landwirtschaftliche Betriebe beim Grünen Wandel begleitet und weitere Unternehmen für die Region Tondern gewonnen werden.

Der Wirtschaftsrat setzt auf digitale und grüne Transformation – mit industriellen Perspektiven, Netzwerken und grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Der Blick über Grenzen hinweg ist kein Wagnis, sondern notwendiger Zukunftsschritt, sieht es Projektleiter Lewis Corneel Bardt von Business DE-DK. „Das gemeinsame Projekt wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit verbessern und damit die gesamte Grenzregion stärken. Das Ziel ist es, die Stärken und Möglichkeiten der Region für alle deutlich zu machen und die Zusammenarbeit durch Workshops und Online-Lösungen zu fördern“, wird er auf der Homepage des Projekts zitiert.