Vereinsleben

Kaffeeschnack, Spiele und Sport: Hier sind Jung und Alt aktiv

Veröffentlicht Geändert
Der Vereinsvorsitzende Walter Christensen beim Ergometerrudern, neben ihm Schülerin Antonia. Der Ruderverein hat eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Schule Lunden.

In diesem Verein steht nicht nur das Rudern im Mittelpunkt: Beim Deutschen Ruderverein Norderharde auf Nordalsen dreht sich alles um die Gemeinschaft. Wie das aussieht, zeigt eine Reportage vom geselligen Mittwochabend.

Es ist kurz nach 16 Uhr, und hinter der Bucht von Düwig ist die Sonne längst untergegangen. Dafür gehen im Vereinshaus des Deutschen Rudervereins Norderharde (DRN) die Teelichter an. Der allwöchentliche Vereinsabend steht auf dem Programm, und Anna Christensen ist eine der Ersten im Gebäude.

Die ersten Amtshandlungen des Abends: Kaffee kochen und in die roten Thermokannen umfüllen. Die Jacke bleibt erst mal an, die Wärmepumpe ist zurzeit nicht richtig eingestellt, und im Versammlungsraum ist es ist kühler als gewünscht.

Zusammen mit Karin Dalager und Nele Klimek macht Anna Christensen den Versammlungsraum gemütlich. Dochte beginnen zu leuchten, eine Keksplatte findet ihren Weg zum Couchtisch, und immer mehr Menschen trudeln ein.

Der Nachmittag im Versammlungsraum des DRN beginnt für Anna Christensen (r.) und Karin Dalager mit dem Kaffeekochen.

„Es ist beides, der Sport und das Soziale“

„Mittwoch ist in der Sommersaison unser Rudertag. Jetzt im Winter treffen wir uns, um gemeinsam zu schnacken, und manche nutzen die Gelegenheit, um unten im Geräteraum Sport zu machen. Am Ergometer oder auf dem Laufband“, sagt Anna Christensen. „Es zählt beides, der Sport und das Soziale.“

Die neunjährige Antonia kommt mit ihrem Bruder Tim und Vater Robert, Walter Christensen und Peter Nissen gesellen sich zu ihren Frauen auf die Couch. Ruderwart Jan Georg Hoff betritt den Raum mit seinem Sohn Nikolai und sie alle eröffnen den sportlichen Vereinsabend mit einer Runde Kekse und Schnack.

Viele Mitglieder kommen zum Trainieren ins Bootshaus, doch zum Auftakt gibt es einen kleinen gedeckten Kaffeetisch. Anna Christensen füllt den Kaffee um.
Die jungen DRN-Mitglieder Nikolai, Antonia und Tim haben sich ein Brettspiel aufgebaut, während die Erwachsenen Kaffee trinken.

„Viel wichtiger ist uns die Gemeinschaft“

„Der Sport, die Bewegung und das Rudern sind wichtig und spielen auf jeden Fall eine Rolle. Aber noch viel wichtiger ist uns die Gemeinschaft, die wir hier im Verein haben,“ sagt die 72-jährige Anna Christensen, die mit dem Vereinsvorsitzenden verheiratet ist.

Seit 1977 rudert sie beim DRN mit. „Und wenn es zu kalt zum Rudern ist, dann bleiben wir einfach zu Hause“, sagt Anna Christensen. Und mit zu Hause meint sie das Bootshaus.

Neu-Mitglied Nele Klimek hat sich vom Gemeinschaftsgefühl anstecken lassen. Die 64-Jährige lebt seit drei Jahren auf Alsen (Als) und ist seit September DRN-Mitglied. Sie nimmt regelmäßig an den Vereinsangeboten teil.

V. l.: Anna Christensen, Karin Dalager und Nele Klimek im Bootshaus. Draußen an der Bucht zu Düwig ist es bereits dunkel geworden.

„Ich bin hier, um Menschen kennenzulernen, und ich wollte etwas Aktives machen. Wasser ist von Bedeutung. Also bin ich hier gestrandet.“ Bewegung, Gemeinschaft mit anderen Menschen und Geselligkeit sind ihr wichtig. „Von allem etwas, das ist mir ein Anliegen.“

Karin Dalager hat ihren Mann Peter vor vielen Jahrzehnten über den DRN kennengelernt, seitdem ist sie Mitglied. Sie rudert seit über 30 Jahren, hilft beim Saubermachen, backt Kuchen für die Kaffeetafeln und ist dabei, wenn das Sankt-Hans-Feuer des Vereins entzündet wird.

Karin Dalager (r.) ist seit mehreren Jahrzehnten Mitglied im DRN. Sie hat über den Verein ihren Mann kennengelernt.
Anna Christensen vor einem alten Bild vom Bootsschuppen des DRN, der 1962 an der Bucht von Düwig erbaut und als Vereinssitz genutzt wurde. Erst 1977 zog der DRN in sein jetziges Bootshaus.

„Der Verein war immer für die Alten da“

Das Rudern selbst spielt mit jedem Jahr eine kleinere Rolle, sagt die 77-Jährige. Ihrem Engagement im Verein tut das keinen Abbruch. „Jetzt bin ich gerade krankgeschrieben, also rudere ich nicht. Ich komme aber natürlich trotzdem.“

Als sie vor drei Jahrzehnten zum DRN kam, fiel ihr auf, wie gut sich der Verein um die alten Mitglieder kümmerte. „Der Verein war immer für die Alten da. Mein Schwiegervater war damals hier dabei und die Alten sind immer eingeladen worden und waren mit dabei. Das fand ich so schön.“ Jetzt ist sie eine der Alten, sagt sie lachend. „Jetzt dürfen wir uns selbst nicht vergessen.“

Während die drei Damen auf dem Sofa schnacken, machen sich die ersten Vereinsmitglieder auf den Weg zu den Geräten. Wenige Minuten später surren die Geräte, und die in der Umkleide angezogenen Sportklamotten schwingen im Takt der Geräte mit.

Jan Georg Hoff nutzt die Mittwochabende für ein Fitnessprogramm. Sein Sohn Nikolai und Schüler Tim nehmen ebenfalls am Sportangebot im Trainingsraum teil.
Antonia stellt das Display an ihrem Ergometergerät ein.

Der 76-Jährige rudert neben der Neunjährigen

Der 76-jährige Vorsitzende Walter Christensen rudert neben der neunjährigen Antonia, und jetzt steht der Sport und die Bewegung im Vordergrund. Hinter den Panorama-Fenstern des Bootshauses ist es mittlerweile pechschwarz. Von Winterschlaf ist an diesem Abend im DRN keine Spur.

Mehr zum Thema Vereinsleben:

Ein Blick von außen in den Trainingsraum des DRN: Jung und alt trainieren hier miteinander.
Tim hat in der zurückliegenden Saison 61 Kilometer auf dem Wasser gerudert. In der Winter-Saison trainiert er auf dem Ergometergerät.

Alle Artikel aus der Reihe und weitere spannende Schwerpunktthemen gibt es auf unserer Themen-Seite.