MOTOR

Mit Oldtimern das Hobby zum Beruf gemacht

Julius Born
Klipleff/Kliplev
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Tom Gammelgaard
Am liebsten repariert Tom Gammelgaard alte Autos. Foto: Karin Riggelsen

Viele Jahre hat der Klipleffer Tom Gammelgaard als Mechaniker gearbeitet, seit Januar dieses Jahres steht er auf eigenen Beinen. Er hat auch ein Herz für unorthodoxe Lösungen.

Unscheinbar liegt sie im Hinterhof von Tom Gammelgaard – seine Oldtimerwerkstatt. Lange war sie ein Traum, und im Januar ist dieser Traum nun Wirklichkeit geworden. „Ich habe viele Jahre als Mechaniker bei Volvo gearbeitet, das hat mir auch Spaß gemacht. Nachher war ich dann in einer Renault-Werkstatt angestellt, und dort merkte ich langsam, dass etwas passieren muss. Ich dachte, wenn, dann jetzt“, erzählt der Unternehmer, der im Januar eine eigene Werkstatt eröffnet hat.

In dieser Werkstatt arbeitet Tom Gammelgaard endlich mit den Fahrzeugen, die ihm auch privat am Herzen liegen – Oldtimer. „Ich habe Glück – und alle Hände voll zu tun“, erzählt der erfahrene Mechaniker über seine jetzige Auftragslage. Dazu muss gesagt werden, dass Tom Gammelgaard sich gerne mit jedem Projekt auseinandersetzt. „Unter den Oldtimerfahrern gibt es viele, die Reparaturen und Service an ihrem Auto selbst durchführen. Aber manchmal ist es dann doch zu kompliziert, oder es fehlt einfach die Lust und Zeit, sich am Nachmittag noch unter das Auto zu legen. Da komme ich dann ins Spiel“, erzählt der Mechaniker, der neben dem täglichen Betrieb auch an einem Langzeitprojekt für einen Kunden arbeitet.

Tom Gammelgaard
Bevor der Mechaniker aus Klipleff diesen VW-Bus in die Hände bekam, war an dem Wagen alles eher zusammengeschustert. Foto: Karin Riggelsen

VW Bus mit Porsche-Motor

„Hier drüben habe ich ein Projekt stehen, das wirklich viel Arbeit benötigt. Der VW Bus wurde schon einmal in Polen teilrestauriert und kam dann nach Dänemark. Die vorgenommenen Arbeiten am Fahrzeug waren allerdings unter aller Kanone. Eigentlich alles, was gemacht wurde, musste ich nachbessern oder gleich komplett tauschen. Die Frontscheibe passte nicht mehr, Versteifungen, die der Sicherheit dienen, fehlten einfach, und auch sonst war alles eher zusammengeschustert. Schade für den Kunden, der nun alles zweimal machen muss, aber wir haben uns darauf geeinigt, es jetzt gleich richtig zu machen. Wenn der Wagen fertig ist, schlägt das kraftvolle Herz von einem Porsche im Heck des Wagens, ordentliche Bremsen kommen auch noch rein, und ansonsten ist alles so gut wie neu – oder besser“, erzählt Tom Gammelgaard, der das Projekt gern in Woche 30 dieses Jahres beenden möchte – ein straffer Zeitplan.

Enges Verhältnis zu den Kunden

Mit seinen Kunden pflegt Tom Gammelgaard ein möglichst enges Verhältnis. „Ich bin mir im Klaren darüber, dass Reparaturen an einem Oldtimer schnell das übersteigen können, was mancher bezahlen möchte. Jedes Mal wenn ich ein Auto bekomme, checke ich es ordentlich durch und liste auf, was mit dem Fahrzeug im Argen ist. Je nach Dringlichkeit entscheiden mein Kunde und ich dann, was gemacht werden muss und was aufgeschoben werden kann“, so der Mechaniker, dessen Herz auch sonst für Oldtimer schlägt.

„Manche Kunden habe ich noch von früher, ich habe deren Autos gewartet, und sie bestehen darauf, dass mein Name im Serviceheft steht, auch wenn der Firmenname schon längst ein anderer ist. Ansonsten bin ich aber trotzdem gern in der Oldtimerszene unterwegs. Auf großen Treffen bin ich in der Jury und bewerte die teilnehmenden Autos. Man kennt sich. Aber auch sonst verlasse ich mich viel auf die Mund-Propaganda“, freut sich Tom Gammelgaard, der selbst auch noch einen besonderen Schatz in der Scheune stehen hat.

„Ich habe vor einigen Jahren einen Jaguar XJS V12 gekauft, ein schönes englisches Coupé, das noch viel Liebe braucht. Dazu gab es ein Schlachtfahrzeug für Ersatzteile. Der Plan steht, aber wann ich dazu komme? Das steht in den Sternen, auch hier scheint der Spruch zu gelten: Der Schuster hat immer die schlechtesten Leisten“, lacht der Oldtimerfreak.

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