Fussball

Zinckernagel will sich beweisen

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Hadersleben/Haderslev
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Philip Zinckernagel spielte gegen Silkeborg alle 90 Minuten, nachdem er seit Oktober nur Kurzeinsätze aufweisen konnte. Foto: Scanpix/Claus Fisker

SønderjyskE kämpft im Heimspiel gegen AaB um die wohl letzte Chance auf ein Erreichen der Top 6.

Die Superliga-Fußballer von SønderjyskE hatten nur wenig Zeit, die Enttäuschung über die 0:1-Heimpleite vom Montagabend gegen Silkeborg IF zu verdauen und müssen bereits am Donnerstag ab 18 Uhr wieder ran, wenn sie im Heimspiel gegen AaB um die wohl letzte Chance auf ein Erreichen der Meisterschafts-Endrunde kämpfen.

„Es ist alles sehr eng. Gewinnen wir gegen AaB, kommt Sonntag schon das nächste Spiel. Da können wir schnell wieder dran sein, aber in der jetzigen Situation ist es wichtig, nicht zu weit nach vorne zu blicken, da kann man schnell ausrutschen“, meint Philip Zinckernagel, der gegen Silkeborg zum ersten Mal seit Oktober wieder in der Startelf stand.

Der 23-Jährige hatte zu Saisonbeginn noch zur Stammformation gehört, wurde aber Opfer des Systemwechsels von Trainer Nørgaard und saß seitdem meistens nur auf der Ersatzbank, um in der Schlussphase eingewechselt zu werden, wenn mit einer taktischen Änderung ein Rückstand noch umgebogen werden musste.

„Es ist megafrustrierend gewesen. Ich gehörte zur Startelf, wenn mit einem Zehner gespielt wurde, aber andere wurden vorgezogen, wenn mit zwei Mann auf den Achter-Positionen gespielt wurde. Ich finde aber, dass ich die Achter-Position durchaus spielen kann, und das habe ich in den ersten 45 bis 60 Minuten gegen Silkeborg bewiesen“, meint Zinckernagel, der im Spätsommer 2016 als reiner Offensivkünstler vom FC Helsingør zu SønderjyskE kam und in der Defensive mächtig zulegen musste: „Wir hatten von Anfang an unglaublich viel Fokus auf mein Defensivverhalten, und ich denke, dass ich in der Defensive viel dazugelernt habe.“

Die Probleme der Hellblauen lagen im Heimspiel gegen Silkeborg aber eher in der Offensive.

„Es war der blanke Wahnsinn, dass wir kein einziges Tor gemacht haben“, findet der 23-Jährige und ärgert sich, dass die SønderjyskE-Mannschaft wieder einmal ausgerutscht ist, wenn man in der Favoritenrolle war: „Es ist schon ein Muster zu erkennen, dass wir Topleistungen bringen, wenn wir in der Außenseiterrolle sind, und dass noch Luft nach oben ist, wenn wir selbst die Initiative ergreifen müssen, aber wir hatten ja gegen Silkeborg reichlich Chancen, um die Tore zu machen – es hat aber die Abgeklärtheit gefehlt.“

Dies ärgert auch den SønderjyskE-Trainer.

„Wir haben die Positionen gefunden, haben aber schlechte Entschlüsse gefasst“, meint Claus Nørgaard, der gegen AaB auf den gesperrten Stefan Gartenmann verzichten muss, sich aber nicht in die Karten schauen lassen will, ob es Ramon Rodrigues ist, der auf der rechten Außenverteidiger-Position nachrücken wird. Auch nicht, ob Nicholas Marfelt oder Simon Poulsen auf der anderen Seite verteidigen wird.

„Die Top 6 ist auch weiterhin möglich, aber da liegt unser Fokus nicht – sondern auf einer Topleistung gegen AaB“, so der Trainer, der mit dem Blick in die untere Tabellenregion keine veränderte Situation sieht: „Wir haben die ganze Zeit gewusst, dass es auch unten eng werden könnte. Das Punktesammeln ist mit Blick nach unten noch wichtiger als im Kampf um die Top 6.“

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