Grenzland

Von Elmshorn nach Fünenshaff – deshalb zog Familie Kühl um

Von Elmshorn nach Fünenshaff – deshalb zog Familie Kühl um

Von Elmshorn nach Fünenshaff – deshalb zog Familie Kühl um

Sonderburg/Sønderborg
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V.l. Evelin, Isabella und Stephan Kühl Foto: Karin Riggelsen

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Die erste Zuzügler-Veranstaltung im Deutschen Museum Nordschleswig war gut besucht. Viele holten sich Infos über die verschiedenen Aktivitäten der deutschen Minderheit.

Warum ziehen Familien aus Deutschland nach Dänemark, um sich in Nordschleswig anzusiedeln? Trotz fremder Sprache und einer ganz anderen Kultur?

Bei der ersten Zuzügler-Veranstaltung der deutschen Minderheit im Deutschen Museum Nordschleswig informierten im Zuge des Sommerfests der Deutschen Schule Sonderburg zwölf deutsche Vereine an ihrem Stand über ihre Aktivitäten.

Schule war der Grund

Zu den fleißig hereinschneienden Gästen zählten Evelin und Stephan Kühl und ihre elfjährige Tochter Isabella. „Wir zogen Mitte Juli aus Elmshorn hierher. Wir wohnen jetzt in Fünenshaff“, so die Mutter lächelnd.

Isabella geht heute im Kindercampus Lunden zur Schule. Die relativ kleine Schule war für die Eltern einer der wichtigsten Gründe, Deutschland zu verlassen.

Hier wird nicht auf Quantität, sondern auf Qualität gesetzt und für Isabella war es zeitmäßig der richtige Zeitpunkt. In Deutschland gibt es nicht selten 30 Kinder oder mehr in einer Klasse. In Lunden besuchen 35 Kinder die Schule.

Stephan Kühl, Vater von Isabella

„Hier wird nicht auf Quantität, sondern auf Qualität gesetzt, und für Isabella war es zeitmäßig der richtige Zeitpunkt. In Deutschland gibt es nicht selten 30 Kinder oder mehr in einer Klasse. In Lunden besuchen 35 Kinder die Schule“, so Vater Stephan.

Isabella Kühl Foto: Karin Riggelsen

Seit dem ersten Gespräch mit der Schulleitung im Kindercampus Lunden hat alles reibungslos geklappt. Und die ebenalls im Deutschen Museum Nordschleswig anwesende Schulleiterin des Kindercampus Lunden, Marion Petersen, fällt sofort mit der Familie Kühl in einen Schnack.

Sprachlich eine Herausforderung

Es gibt natürlich immer noch sprachliche Herausforderungen mit der dänischen Sprache. Evelin Kühl, die vor Kurzem das Unternehmen „Isi Management & Consulting“ in Fünenshaff eröffnet hat, besucht zweimal wöchentlich einen Dänisch-Kursus. Vater Stephan arbeitet in der Woche als Berater von Isi Management & Consulting Wirtschaftsunternehmen in Deutschland und Polen. Aber auch er will unbedingt die dänische Sprache beherrschen.

„Ich möchte doch mit Dänen sprechen können. Ich will hier ja kein Kleindeutschland aufmachen“, wie er lachend feststellt.

Zwölf Vereine und Unternehmen gaben beim Infotag den Neugierige viele Informationen weiter. Foto: Karin Riggelsen

Evelin und Stephan Kühl schwärmen von ihren neuen Nachbarn in Fünenshaff: „Sie haben uns sofort ihre Hilfe angeboten. Das war zwar anfangs wegen der Sprache in wenig schwierig. Aber die sind einfach so nett.“

Tochter Isabella macht sich auch keine Sorgen. Sie reitet in Gravenstein (Gråsten), „und hier findet man schnell neue Freunde“, meint sie gutgelaunt.

Künftig BDN unterstützen

Nach einem Rundgang durch das Museum Nordschleswig und einigen informativen Gesprächen mit den Vereinen weiß die zugezogene Familie aus Fünenshaff mehr. Der Vater hat sich unter anderem länger mit dem Vorsitzenden des BDN Sonderburg, Jörn Petersen, unterhalten.

„Den BDN will ich auch gern unterstützen. Wenn wir hier die Vorteile nutzen, dann sollten wir auch etwas zurückgeben“, sind sich Stephan und Evelin Kühl einig. Einer der großen Vorteile in Dänemark sind die vielen Schulbücher, die die Eltern nicht wie in Deutschland selbst erwerben müssen. „Hier erhalten alle das Gleiche. Und obendrein holt auch ein Schulbus die Kinder hier ab“, meint Stephan Kühl.

Stadtratsmitglied Christel Leiendecker von der Schleswigschen Partei half einem kleinen Jungen auf das alte sehr hohe Fahrrad. Foto: Karin Riggelsen

Seine Isabella wohnt allerdings zu weit weg vom Kindercampus. Sie wird von ihrer Mutter in die Schule gefahren.

Festen Job in Dänemark

Zu den Zuzüglern gehörte auch eine kleine Familie aus Süddeutschland, die aber vorerst noch anonym bleiben will. Die junge Mutter des 16 Monate alten Jungens ist Chirurgin und hat einen festen Job in Dänemark erhalten. „Wir wollten nach Sonderburg. Es ist ein so schönes Städtchen und hier gibt es so viele Angebote. Außerdem sind wir ja nicht weit von der Grenze entfernt“, stellte die Mutter glücklich fest. Der Vater behält vorerst noch seinen Job in Deutschland, „aber ich werde mir vielleicht später einen Job hier oben suchen“, meint er.

Die Zuzüglerin aus Süddeutschland ist auch rein arbeitsmäßig von guten Dänisch-Kenntnissen abhängig. Für die Mutter ist aber gerade die Zweisprachigkeit im Grenzland ein großes Plus. So wird auch ihr kleiner Sohn mit zwei Sprachen aufwachsen.

Auch Der Nordschleswiger machte Werbung für die digitale Zeitung, links Hannah Dobiaschowski Foto: Karin Riggelsen
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