Energie-Reform

Zukunft ohne fossile Brennstoffe: Neues Abkommen zum Strompreisschutz

Zukunft ohne fossile Brennstoffe: Neues Abkommen zum Strompreisschutz

EU: Neues Abkommen zum Strompreisschutz

AKS/RITZAU
Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:
Strompreise sollen unabhängiger von den schwankenden Preisen fossiler Brennstoffe werden (Symbolbild). Foto: Brigitta Lassen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben sich am Donnerstag auf eine Reform des Strommarktes geeinigt. Diese soll Verbraucherinnen und Verbraucher schützen. Ein weiterer Schritt in eine grünere Zukunft finden Befürworterinnen und Befürworter.

Gute Nachrichten für Verbraucherinnen und Verbraucher: Ein neues Abkommen soll Menschen vor Strompreisschwankungen schützen. Die Einigungen zielt darauf ab, die Strompreise unabhängiger von den schwankenden Preisen für fossile Brennstoffe zu machen und somit die Entwicklung erneuerbarer Energien zu beschleunigen und Verbraucherrechte zu verbessern, wie aus einer Pressemitteilung des Europäischen Parlaments vom frühen Donnerstagmorgen hervorgeht.

„Das Abkommen ist eine großartige Nachricht, da es uns helfen wird, die Abhängigkeit der EU von russischem Gas weiter zu verringern und die erneuerbaren Energien zu stärken; um die Treibhausgasemissionen zu senken“, so Teresa Ribera, Spaniens Ministerin für die grüne Umstellung.

Reform wird befürwortet 

Das Abkommen muss zunächst noch von beiden Institutionen endgültig abgenommen werden, um umgesetzt werden zu können.

„Diese Gesetzgebung ist die gesamte Grundlage dafür, wie man in Europa Strom produziert, handelt und kauft. Es ist die Verfassung der Elektrizität. Es bedeutet, dass Investitionen in erneuerbare Energien sicherer und klarer werden, und das benötigen wir“, findet Ole Rydahl Svensson, den Leiter der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten und EU bei der Branchenorganisation „Green Power Denmark“.

Hintergrund der Reform sind die gestiegenen Energiepreise, zurückzuführen auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hatte daraufhin die Reform im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht.

Fokus liegt weiterhin auf Ausbau der erneuerbaren Energien 

Doch was besagt die Reform genau? Ole Rydahl Svensson hebt einige Elemente des Abkommens hervor. Dazu gehören die sogenannten „ppa's - power purchase agreements“. Dabei handelt es sich um eine feste Vereinbarung zwischen einem Erzeuger von grünem Strom und einem Käufer, eine bestimmte Menge Strom für einen festgelegten Betrag zu kaufen. Außerdem sind die Staaten verpflichtet, bei Ausschreibungen für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien sogenannte „cfd-Verträge“ zu verwenden. Das steht für „Contracts for Difference.“ Dabei handelt es sich um einen zweiseitigen Vertrag, bei dem man sowohl einen Mindest- als auch einen Höchstpreis festlegt, erklärt Ole Rydahl Svensson.

„Das heißt, wenn der Strompreis unter dem Mindestpreis liegt, erhalten diejenigen, die Windräder oder Solarzellen installiert haben, Subventionen. Liegt er über einer bestimmten Grenze, erhalten sie einfach den Höchstbetrag. Dies kann für Stabilität sorgen, aber es ist wichtig, dass die Regelungen auf nationaler Ebene flexibel sind. Die neue Reform ist jedoch nichts, was die Verbraucherinnen und Verbraucher hier und jetzt bemerken werden“, sagt Ole Rydahl Svensson.

Dennoch sei die Reform eine Grundlage für eine grünere Zukunft: „Wenn Menschen etwa erwägen, ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe zu kaufen, können sie froh sein, dass wir jetzt einen festen Rahmen haben, um diese Entwicklung voranzutreiben“ so Rydahl Svensson.

Mehr lesen

Leserbrief

Meinung
Kristian Pihl Lorentzen
„Hærvejsmotorvejen som grøn energi- og transportkorridor“

Leserbrief

Meinung
Asger Christensen
„På tide med et EU-forbud mod afbrænding af tøj“