Mensch & Umwelt

Wildschweinzaun wird demnächst engmaschiger

Wildschweinzaun wird demnächst engmaschiger

Wildschweinzaun wird demnächst engmaschiger

Seth/Sæd
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Aufgrund von Wildunfällen rüstet die Naturbehörde den Wildschweinzaun nach. Foto: Marcus Dewanger/shz.de

Der langsame Tod im Wildschweinzaun von mindestens zwei Stück Rotwild sorgte in Deutschland und auch in Dänemark für Aufsehen. Die Naturbehörde bessert nun mit neuen Zaunelementen bei Fröslee nach.

Die dänische Naturbehörde (Naturstyrelsen) lässt, wie Ende vergangenen Jahres angekündigt, nun einen Teil des 70 Kilometer langen Wildschweinzauns entlang der dänisch-deutschen Grenze nachbessern. Laut Naturbehörde gab es zwei bestätigte Fälle, in denen Rotwild zu Tode kam, bei dem Versuch, das Hindernis zu überwinden. In sozialen Medien kursierten mehrere Aufnahmen verendeter oder noch lebender Tiere.

Die Tiere verfingen sich offenbar mit ihren Hufen oder Beinen in den Maschen des 1,5 Meter hohen Metallzaunes.

 
 

Neue Elemente auf 1.000 Metern

Nach Angabe der Naturbehörde werden Zaunelemente aber nicht, wie ein dänischer Sender berichtete, jetzt bei Seth/Sæd ausgetauscht. Dort werde, so Forstwart (skovfoget) Merlin Hans, zurzeit nur eine kleine Lücke geschlossen. Seinen Worten nach werden die neuen Elemente, die im oberen Teil engmaschiger sind, auf einer Strecke von 1.000 Metern zwischen dem Jardelunder Moor und Frøslev Plantage installiert – wenn sie fertig sind.

Hans rechnet damit, dass die engmaschigeren Zaunelemente in ein paar Wochen produziert sind und aufgestellt werden können. Die Naturbehörde lässt einige Elemente mehr herstellen, um sie gegebenenfalls an anderen Orten auszutauschen.

Die Tiere treten an den Zaun, beschnuppern ihn und drehen um, sie lernen schnell.“

Merlin Hans, Forstwart

Die Aufzeichnungen durch Wildkameras haben dem Forstwart zufolge gezeigt, dass Wild vor allem in einem Bereich von 600 Metern zwischen dem genannten Jardelunder Moor und Frøslev Plantage Kontakt zum Zaun hat. „Die Tiere treten an den Zaun, beschnuppern ihn und drehen um, sie lernen schnell“, sagt Merlin Hans, den seinen Worten nach jedes verendete Tier am Zaun traurig macht. Es seien bis jetzt zwei verendete Tiere bestätigt, so Hans, dies sei im Vergleich zu Hunderten verendeter Tiere im Straßenverkehr jedoch wenig. Die Naturbehörde wolle aber alles tun, solche Vorfälle zu vermeiden.

Keine genetische Trennung

Kleinere Tiere, wie Füchse und Hasen, haben dem Forstwart nach keine Probleme, den Zaun zu queren. „Die Tiere haben schnell die kleinen Löcher im Zaun gefunden, es gibt mittlerweile schon kleine Trampelpfade.“ Alle 100 Meter besitzt der Wildschweinzaun Schlupflöcher für Kleintiere. Merlin Hans sieht daher auch keine Gefahr einer genetischen Trennung durch den Zaun. Diese Gefahr sieht er auch bei Rotwild nicht. Ein erwachsenes Tier komme gut über den Zaun, wenn es Ruhe habe. Sollte allerdings ein Tier gehetzt sein, dann könne der Sprung über den Zaun schief gehen.

Aktualisierte und ergänzte Version von Donnerstag, 9. Januar

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