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Grenzland gegen Budapest: Diese Drei wollen Europas Minderheiten anführen

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Jens A. Christiansen, Gösta Toft und Olivia Schubert wollen bei der Fuen die Präsidentschaft übernehmen.

FUEN: Nach neun Jahren gibt es einen Wechsel an der Spitze der Minderheiten-Organisation. Zwei Männer aus dem deutsch-dänischen Grenzland und eine Ungarndeutsche greifen nach der Präsidentschaft.

Wer soll in Zukunft an der Spitze der europäischen Minderheiten stehen? Nach neun Jahren als Präsident der nationalen Minderheiten (Fuen) gibt der bisherige Präsident, der Ungar aus Rumänien, Loránt Vincze, den Posten ab. Für die Nachfolge stehen drei Personen zur Wahl: Olivia Schubert tritt für die Ungarndeutschen an – gegen Gösta Toft aus der deutschen Minderheit in Nordschleswig und Jens A. Christiansen, Däne aus Südschleswig.

Die Abstimmung findet am Sonnabend in Bozen (Bolzano) statt. Dort hält die Fuen in dieser Woche ihren 69. Kongress ab. Wie schätzen die Drei einen Tag vor der Präsidentschaftswahl ihre Chancen ein?

Jens A. Christiansen (69 Jahre, aus Flensburg, bis vor Kurzem Generalsekretär des Südschleswigschen Vereins):

Jens A. Christiansen, dänische Minderheit in Deutschland

„Die Stimmung bei uns und bei denen, die uns stützen, ist gut – aber es wird eine enge Entscheidung. Ich hoffe, dass es ein Vorteil ist, dass ich meine eigene Plattform habe. Die beiden anderen kommen aus der deutschen Sprachengruppe und müssen die deutschen Stimmen unter sich verteilen.

Ich komme mit viel Erfahrung aus dem Organisations- und Minderheitenleben und bin gut vernetzt in der dänischen und europäischen Politik.

Ich glaube, dass die meisten Minderheiten sich bereits für die Präsidentschaftswahl festgelegt haben, aber wir werden bis zuletzt auf uns aufmerksam machen und auch das Gespräch mit den Minderheiten suchen, mit denen wir im Alltag nicht so oft etwas zu tun haben.“

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Olivia Schubert (51 Jahre aus Budapest, Vizevorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und Vizepräsidentin der Fuen): 

Olivia Schubert, Ungarndeutsche

„Ich habe versucht, mich durch meine Arbeit in den letzten drei Jahren im Fuen-Präsidium zu positionieren – aber auch durch meine Arbeit in der Minderheitenpolitik in den vergangenen 20 Jahren.

Ich und viele andere glauben nach wie vor an die ursprüngliche Idee der Fuen, die Minderheiten in Europa zu vereinen. Wir brauchen diese internationale Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Minderheiten, denn nur gemeinsam können wir mehr und Gutes erreichen. Ich hoffe, dass meine geleistete Arbeit Anklang findet, aber ich denke, dass auch noch in letzter Minute Stimmen geholt werden können. Daher werden wir die Gelegenheit nutzen, mit dem einen oder anderen zu sprechen, um Überzeugungsarbeit zu leisten.“

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Gösta Toft (74 Jahre, aus Apenrade/Aabenraa, Vizepräsident der Fuen und früher Parteisekretär der Schleswigschen Partei):

Gösta Toft, deutsche Minderheit in Dänemark

„Noch ist nichts entschieden, und ich weiß offen gestanden nicht genau, wie meine Chancen sind. Ich habe von vornherein keine Zusagen von anderen Minderheiten, aber ich stelle mir vor, relativ gute Chancen zu haben, weil ich ein gutes Netzwerk in der Fuen habe.

Ich kenne aber nicht die Strategien der einzelnen Minderheiten, denn es gibt natürlich Konstellationen, die man berücksichtigen muss. Es gibt verschiedene Interessen innerhalb der Fuen, und mein Vorteil ist, dass ich trotz dieser verschiedenen Interessen für die Einheit der Fuen arbeite. Ich hoffe, dass ich in der verbliebenen Zeit vor der Abstimmung gut präsentieren kann, um vielleicht noch einige Stimmen zu gewinnen.“

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