Kontaktausschuss

Gestrichene Zuschüsse: Sozialdienst übt Kritik

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Kopenhagen
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Der Sozialdienstvorsitzende Gösta Toft und der BDN-Hauptvorsitzende Hinrich Jürgensen (links) können die Entscheidung der Sozialbehörde nicht verstehen. Foto: Cornelius von Tiedemann

Die Sozialbehörde hat dem Sozialdienst für Nordschleswig Zuschüsse in Höhe von 350.000 Kronen gestrichen. Die Begründung: Er sei nicht offen und vielfältig genug. Die Verantwortlichen des BDN sehen die Bonn-Kopenhagener Erklärungen verletzt und hoffe auf Hilfe von politischer Seite.

Der Sozialdienst für Nordschleswig hat am Mittwoch eine ernste Angelegenheit vor dem Kontaktausschuss der Regierung zur Sprache gebracht: Die völlig unerwartete Streichung von Zuschüssen in Höhe von 350.000 Kronen. Diese erhält man seit 2012 von der Sozialbehörde und der Sozialdienst hatte auch für 2018 fest damit gerechnet.

Doch statt des Geldes kam im Sommer die überraschende Mitteilung, dass dem diesjährigen Antrag auf Förderung von Freiwilligenzentren („grundfinansiering for etablerede frivilligcentre“) nicht stattgegeben wird.
„Die Argumentation der Verwaltung ist, dass sich der Sozialdienst nicht genug an die Mehrheit richtet. Dass der Sozialdienst nur die Minderheit betreut und zu wenig die Mehrheitsbevölkerung. Dabei sind wir für alle da“, sagt Gösta Toft, Vorsitzender des Sozialdienstes.

Toft: „Minderheit ist offen für alle“

Er legte das Problem gestern der Kontaktausschussvorsitzenden Mette Bock (LA) dar. „Die Begründung, nicht offen genug zu sein, widerspricht den Aussagen der Bonn-Kopenhagener Erklärungen. In denen festgehalten ist, dass die Minderheit eben kein geschlossener Kreis ist. Die Minderheit ist offen für alle und das ist der Sozialdienst auch“, so Toft.

Eine zweite Begründung, die Gelder nicht auszuzahlen: Der Vorstand sei sozial nicht vielfältig genug.
„Auch hier können wir sagen: Das stimmt einfach nicht. Unser Vorstand besteht aus Menschen mit unterschiedlichsten Berufen. Also sind beide Begründungen hinfällig“, so Toft. Doch die Verwaltung ließ sich davon bislang nicht beeindrucken – und bleibt dabei, die Gelder nicht auszuzahlen.

„Daher setzen wir nun unsere Hoffnung auf die Politiker“, so der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen. Auch er sieht in der Begründung eine Diskrepanz zu den Bonn-Kopenhagener Erklärungen.

Entlassungen könnten drohen

Mit dem Geld zur Förderung der freiwilligen Arbeit bezahlt der Sozialdienst beispielsweise Fortbildungen und Beratungen, auch Personalstellen sind durch das Geld begünstigt. Nun steht man mitten im Haushaltsjahr vor finanziellen Schwierigkeiten, es fehlen 350.000 Kronen. „Wir mussten beispielsweise die Supervision für die Familienberaterinnen bereits streichen. Wenn uns in dieser Angelegenheit nicht geholfen wird, müssen wir letzten Endes Konsequenzen ziehen und das könnten dann auch personelle sein“, fürchtet Gösta Toft.

Er hofft nun, dass die Politiker des Kontaktausschusses die Angelegenheit zugunsten des Sozialdienstes in die Hand nehmen.

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