Deutsche Minderheit

Der DSSV hat seine neuen Spitzenkräfte gefunden

Der DSSV hat seine neuen Spitzenkräfte gefunden

Der DSSV hat seine neuen Spitzenkräfte gefunden

Nordschleswig/Sønderjylland
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Die neuen Führungskräfte des DSSV: die kommissarische Schulrätin Catarina Bartling und Geschäftsführer Lasse Tästensen Foto: Karin Riggelsen

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Der frühere Leiter des Jugendverbandes, Lasse Tästensen, übernimmt die neue Stelle als Geschäftsführer. Catarina Bartling wird für knapp ein Jahr kommissarische Schulrätin.

Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) hat seine neuen Führungskräfte gefunden. Die bisherige Stelle der Schulrätin Anke Tästensen wird zum Jahreswechsel geteilt: Als Geschäftsführer übernimmt Lasse Tästensen, während die schulischen Angelegenheiten von Catarina Bartling kommissarisch übernommen werden.

Die beiden Neuen beginnen am 1. Oktober beim DSSV, dem Schul- und Sprachverein der deutschen Minderheit in Dänemark, und werden in den darauffolgenden drei Monaten von Schulrätin Anke Tästensen eingearbeitet. Tästensen geht zum Jahreswechsel in den Ruhestand – sie hatte das Amt am 1. Oktober 2018 von Claus Diedrichsen übernommen.

Der Hauptvorsitzende des DSSV, Welm Friedrichsen, hatte im Vorfeld der doppelten Rekrutierung darauf aufmerksam gemacht, dass die Geschäfte des DSSV nicht länger in einer Hand liegen können. Dazu seien die Aufgaben heute zu umfassend und komplex geworden. Daher werde es in Zukunft ein Leitungsteam geben, bestehend aus dem neuen Geschäftsführer, der kommissarischen Schulrätin, dem Geschäftsführer des Kindergartenbereiches, Stefan Sass, sowie dem Rektor des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN), Jens Mittag.

„Wir brauchen einfach mehr Leitungskapazität“, sagt Friedrichsen – dies gelte unter anderem für den Finanz- und Immobilienbereich.

DSSV-Hauptvorsitzender Welm Friedrichsen freut sich darüber, dass zwei Profile nach Anke Tästensen übernehmen – auch wenn Catarina Bartling als Schulrätin nur bis zum Sommer 2025 zur Verfügung steht. Lasse Tästensen kehrt nach zwei Jahren im Fleggaard-Konzern zurück in eine Spitzenposition in der deutschen Minderheit. Foto: Karin Riggelsen

Auf Tästensen folgt Tästensen

Lasse Tästensen kehrt im Oktober zurück zur Minderheit. Dort war der studierte Politikwissenschaftler bereits von 2015 bis 2022 Leiter des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig, bevor er zu Fleggaard Holding wechselte. Hier war er die vergangenen zwei Jahre als Projektleiter für den Immobilien- und Versicherungsbereich verantwortlich.

Der 31-Jährige aus Lügumkloster (Løgumkloster) ist Sohn der jetzigen Schulrätin Anke Tästensen, die bei der Anstellung der neuen Geschäftsführung allerdings nicht involviert gewesen sei, unterstreicht Welm Friedrichsen.

„Ich freue mich auf die neue Arbeit und die Verantwortung – ich bin bei meinem jetzigen Arbeitgeber super zufrieden, und ich habe dort jede Menge Erfahrung sammeln können. Aber ich finde die neue Aufteilung beim DSSV richtig, und dadurch ist eine spannende Stelle entstanden, die mich reizt“, so Tästensen, der gemeinsam mit seiner Frau Sina drei Kinder im Alter von elf Monaten, drei und fünf Jahren hat.

Ein Kind der Minderheit

„Außerdem bin ich ein Kind der Minderheit und teile die Wertegrundlage, die wir in dieser großen Familie haben. Das kann ich jetzt mit einem Karrieresprung verbinden“, sagt Tästensen, der den Maschinenraum der Minderheit bereits kennt, nun aber die Verantwortung für den größten Verband der deutschen Minderheit mit einem Haushalt in Höhe von rund 300 Millionen Kronen bekommt.

Dass er jetzt – wenn auch in einer neuen Position – die Nachfolge seiner Mutter antrete, sei für ihn schon eine besondere Situation.

„Wir werden auch drei Monate zusammenarbeiten, aber darüber mache ich mir keine Sorgen. Wir haben bereits früher, als ich beim Jugendverband war, zusammengearbeitet – das machen wir ganz professionell“, so Tästensen.

Einen Plan für den DSSV habe er nicht. Er wolle am Anfang „viel zuhören und lernen“, um sich ein ganzheitliches Bild des DSSV zu verschaffen.

Lasse Tästensen wird die neue Stelle als Geschäftsführer des DSSV antreten. Foto: Karin Riggelsen

Dreimonatige Übergangsphase

Tästensen und Bartling beginnen im Oktober beim DSSV.

„Dadurch, dass beide am 1. Oktober ihre Stelle antreten, wollen wir einen guten Übergang, bei dem Informationen und Prozesse übergeben werden können“, sagt Welm Friedrichsen, der sich über das Bewerbungsfeld für die beiden Stellen nicht äußern möchte. 

Allerdings muss er feststellen, dass es bisher nicht gelungen sei, eine langfristige Nachfolge für Schulrätin Anke Tästensen zu finden. Das Besetzungsverfahren für die Schulratsstelle wurde laut Friedrichsen „in enger Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium in Kiel durchgeführt.“ 

Beide Partner müssen einer Besetzung der Schulratsstelle zustimmen. Da dies nicht gelang, hat der DSSV die langjährige Schulleiterin Catarina Bartling als Schulrätin bestellt, erklärt der DSSV-Hauptvorsitzende.  

„Ich bin mit der Lösung sehr zufrieden. Wir haben zwei gute Profile für die Posten, auch wenn die Stelle als Schulrat in die nächste Runde geht“, so der DSSV-Hauptvorsitzende.

Gleich nach den Sommerferien werde die Stelle als Schulrätin dann wieder ausgeschrieben, so Friedrichsen, der optimistisch ist, dass die Stelle besetzt werden kann. Nach der Anstellung von Lasse Tästensen werde es noch deutlicher für mögliche Bewerber, welche Aufgaben in der Position anstehen.

Catarina Bartling wird bis zum Sommer 2025 kommissarische Schulrätin sein. Foto: Karin Riggelsen

Schulleiterin seit 17 Jahren  

Catarina Bartling ist seit 17 Jahren Schulleiterin an der Deutschen Privatschule Apenrade (DPA) und geht zum Sommer 2025 in Rente. Das war bereits entschieden – und bleibt auch so.

„Ich war recht überrascht, als mich Welm und Anke angerufen haben, aber auch sehr angetan davon, dass sie meine Erfahrung im schulischen Bereich anerkennen“, sagt die 65-Jährige, die sich nicht für ihre neue Stelle beworben hat.

Die studierte Studienrätin (Germanistik und Geschichte) und gebürtige Wilhelmshavenerin kam nach verschiedenen Stellen, unter anderem wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund und Pressesprecherin im Kreis Rendsburg-Eckernförde, 1996 nach Blans in Nordschleswig. Hier machte sie sich mit ihrem Mann selbstständig, bis sie zwei Jahre später als Lehrkraft an der DPA begann. Seit 2007 leitet sie die Schule.

Ihre Kinder sind inzwischen erwachsen und leben in Berlin, Billund und auf den Lofoten.

DPA-Nachfolge ist gesichert

Wenn Bartling die Stelle als Schulrätin kommissarisch übernimmt, wird es auch eine Übergangslösung an der DPA geben müssen.

„Das war für mich auch ein entscheidender Punkt, dass die DPA gut versorgt ist – mit einer guten Konrektorin und einem guten Kollegium“, sagt Bartling.

Die Nummer zwei an der Schule, Berit Kynde, wird zunächst als Schulleiterin konstituiert. Danach soll die Stelle im August ausgeschrieben und zum Jahreswechsel besetzt werden.

„Wir schreiben die Stelle nur etwas früher aus, als es geplant war“, so Catarina Bartling.

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