Geschichte

Buchvorstellung: Die Folgen der Teilung Schleswigs – 1920

Buchvorstellung: Die Folgen der Teilung Schleswigs – 1920

Buchvorstellung: Die Folgen der Teilung Schleswigs – 1920

Pauline Severin
Pauline Severin
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Elf Historikerinnen und Historiker arbeiteten an dem Sammelband, der in zehn Abschnitte unterteilt ist. Foto: Pauline Severin

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Volksabstimmung, Nationalismus, kulturelle Integration und deutsche Minderheit: Im Zuge der jüngsten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit präsentierten das Reichsarchiv Apenrade und das Landesarchiv Schleswig-Holstein ihr Buch „Følgerne og Slesvigs deling/Die Folgen der Teilung Schleswigs – 1920“.

Im Reichsarchiv Apenrade wurde in dieser Woche das neue Buch „Følgerne og Slesvigs deling/Die Folgen der Teilung Schleswigs – 1920“ vorgestellt. Es ist das jüngste Ergebnis der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen dem Reichsarchiv Apenrade und dem Landesarchiv Schleswig-Holstein. Die Autorinnen und Autoren untersuchen in ihren Kapiteln verschiedene gesellschaftliche und administrative Aspekte der Teilung und ihre Folgen.

Insgesamt arbeiteten elf Historikerinnen und Historiker – vier aus Deutschland und sieben aus Dänemark – an dem Sammelband.

Gliederung des Buches

  • Die Volksabstimmung im Spiegel von Nachlässen im Landesarchiv
  • Nationalismus und Propaganda im deutsch-dänischen Grenzdiskurs (1920-1933)
  • Der deutsch-dänische Archivalientausch
  • Strategien für die Eingliederung Nordschleswigs in Dänemark
  • Das provisorische Ministerium für nordschleswigsche Angelegenheiten (1919-1920)
  • Die spürbare Grenze – das Konstrukt der neuen Grenze
  • Die zweisprachigen Schulen in den Grenzgemeinden in den 1920er Jahren
  • Gesamtgemeinde und Kirchenordnung – kirchliche Teilung Schleswigs
  • Die deutsche Minderheit – Grenzrevisionswunsch und Integration
  • Der extreme Nordschleswiger

Der Sammelband ist in zehn Abschnitte gegliedert: Die ersten beiden Beiträge handeln von dem Zeitpunkt der Volksabstimmung 1920. Bettina Dioum analysiert dabei Briefe und Tagebücher aus dem Landesarchiv Schleswig-Holstein, um einen Einblick zu gewinnen, wie die Bewohnerinnen und Bewohner die Abstimmung in der zweiten Zone erlebten.

Caroline Weber und Martin Göllnitz befassen sich mit der nationalen politischen Propaganda während der Wahlperiode. Dennoch gab es auch positive Entwicklungen, wie das deutsch-dänische Archivabkommen von 1933, das Jörg Rathjen behandelt.

Das neue Buch
Das Buch entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Reichsarchiv Apenrade und dem Landesarchiv Schleswig-Holstein. Foto: Pauline Severin

Nach der Grenzverschiebung musste Dänemark Nordschleswig eingliedern. Über die Strategien inklusive Übergangs- und Sonderregelungen befasst sich Hans Schultz Hansen. Während der Eingliederung spielte das provisorische Ministerium für nordschleswigsche Angelegenheiten eine Schlüsselrolle. Seine Geschichte erzählt Jørgen Witte.

Morten Andersen untersucht die dänische und deutsche Grenzpolitik sowie die dänischen Bemühungen der wirtschaftlichen Integration Nordschleswigs.

Die deutsch-dänische Grenze von 1920 teilte das Herzogtum Schleswig in zwei Hälften. In der Grenzstadt Ruttebüll (Rudbøl) war die Spaltung besonders ausgeprägt, denn hier verlief die neue Grenze in der Mitte der Straße. Foto: MSJ Mediearkiv

Erik Nørr und Carl Christian Jessen befassen sich mit der kulturellen Integration. Nørr analysiert die Entwicklung der zweisprachigen Schulen der Grenzregion. Jessen untersuchte die schwierigen Versuche, Kommunen für sowohl dänisch als auch deutsch gesinnte Bürgerinnen und Bürger aufzubauen.

Die deutsche Minderheit hatte den Wunsch einer Grenzrevision. Das stellte die Integration Nordschleswigs vor besondere Schwierigkeiten, wie Henrik Becker-Christensen genauer untersucht.

Das letzte Kapitel stammt von Leif Hansen Nielsen, der sich mit rechtsextremen Protestbewegungen in Nordschleswig während der 1920er und 1930er Jahre befasst.

Preise und Erhältlichkeit

Der Sammelband ist komplett zweisprachig und hat 494 Seiten. In Dänemark können Interessierte das Buch über die Webseite der Historisk Samfund for Sønderjylland bestellen. Der Mitgliedspreis beträgt 198 Kronen (26,63 Euro), der Regulärpreis 348 Kronen (46,79 Euro).

www.hssdj.dk
Mehr lesen