Wirtschaft

Danfoss hat geografischen Nachteil bei Talentsuche

Julius Born
Norburg/Nordborg
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Die Danfoss-Firmenzentrale in Norburg. Foto: Danfoss

Wenn zukünftige Mitarbeiter „geheadhunted“ werden, springen sie oft ab, weil die Lage der Firma nicht stimmt.

Danfoss – und auch andere Ingenieursfirmen auf Alsen – brauchen einen konstanten Nachschub an schlauen Köpfen. Das gestaltet sich seit einigen Jahren jedoch immer komplizierter. Um dem Mangel an frisch gebackenen Studenten entgegenzuwirken haben die Großkonzerne Linak und Danfoss wesentlich dazu beigetragen die Universität in Sonderburg zu erweitern und Möglichkeiten für die Studienabsolventen zu schaffen.
Was Danfoss scheinbar noch nicht gelungen ist, ist die angeworbenen Arbeitskräfte dauerhaft von der Lage des Firmenhauptsitzes in Norburg zu überzeugen. Zu einem Workshop über Familienunternehmen lässt Jørgen Mads Clausen, Vorstandsvorsitzender von Danfoss, verlauten: „Wir können es ja genau sehen, wenn wir losgehen und neue Leute abwerben wollen, dann sagen bis zu 50 Prozent ab, weil ihnen die geografische Lage nicht gefällt.“

Viel hätten sie getan, um Alsen und seine Städte zu bereichern, dennoch ist die Lage nicht attraktiv genug. Um dänische Arbeitskräfte an die Firma zu ziehen, wurde bereits ein Büro in Kopenhagen eröffnet. Dieses ermöglicht es den neuen Mitarbeitern, die meistens am oberen Ende der Firmenhierarchie eingesetzt werden, dort zu wohnen, wo es ihnen gefällt. Mit den Deutschen scheint es dem Großkonzern jedoch noch nicht so leicht zu fallen.

„Wir haben ja einiges zu bieten, wenn man mal in die Gegend schaut. Deutsche Kindergärten, deutsche Schulen, deutsche Zeitung, nur ein Gymnasium fehlt uns. Aber das gibt es in Apenrade“, erklärt Jørgen Mads Clausen. Klingt nach viel, scheint aber noch nicht genug zu sein. Probleme bereiten wohl auch die höheren Steuern, Kosten für Fahrzeuge und die Sprache. Er lässt verlauten: „Wir sind wohl dazu gezwungen unseren Hauptsitz über Norburg hinaus zu erweitern. Hamburg würde sich dazu anbieten. Wir haben dort bereits ein schönes Büro in der Elbphilharmonie.“

Wie genau die Erweiterung aussehen soll und was das Ganze beinhaltet, ist bis jetzt noch nicht zu erfahren. Die Tendenz ist allerdings klar, in einem Markt, der ein Defizit an den richtigen Leuten aufweist, muss man handeln und attraktiv bleiben.

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