Klostermarkt

Spritzige Friedensmission

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Lügumkloster/Løgumkloster
Zuletzt aktualisiert um:
Nicht nur die Zuschauer, sondern auch Caspersens unfreiwillige Akteure bogen sich vor Lachen Foto: Elise Rahbek

In Regie von Ole Caspersen mussten Frandsen und Møller ihr Kriegsbeil begraben. Fulminanter Markt-Start.

Während draußen zum offiziellen Auftakt des Klostermarkts am Donnerstagabend der Regen einsetzte, stand das Stimmungsbarometer im gefüllten Festzelt auf Hoch. Nachdem der unterhaltsame Keim von Moderator Bent Beim und Festredner Gunnar Hattesen gelegt worden war, entfaltete er sich in voller Pracht im Laufe des hochgradig witzigen Monologs von Ole Caspersen. Der Viehdoktor hatte eine geistreiche Friedensmission ausgebrütet, um Bürgermeister Henrik Frandsen und den frei gehenden Ritter des Dannebrogordens, Jens Møller, dazu zu bewegen, das Kriegsbeil zu begraben. Bewaffnet mit einem Hammer, zwei Eisen-Zaunpfählen und einem orangenen Band zog Caspersen kurzerhand im Zelt eine Demarkationslinie zwischen Süd-Tondern und Nord-Tondern.

Auch die Thematik Wölfe, Schweinepest und denkmalgeschützte Gebäude wurden von Caspersen humorvoll und gekonnt verarztet. Für die riesengroße Stromleitung befürwortete er das gleiche Lösungsmodell wie für die Wölfe „Ab in die Erde damit“. „Bei der Stromleitung muss ein gewisser Abstand zu Kindertagesstätten eingehalten werden. Daher ist es wichtig, dass ein guter Abstand zum Rathaus in Tondern gewahrt wird“ entfachte er das ganz große Lachen. Auch mit seinem Nachtrag, dass er dabei natürlich nicht an Frandsen und Møller denken würde.

Der Friedenspakt: Jens Møller, Ole Caspersen, Henrik Frandsen (v.l.) Foto: Elise Rahbek

Sonntagsschule und Karate

Das Kommunikationsproblem der beiden, das dazu geführt habe, dass Møller aus der Sandkiste geschickt worden sei, könne vielleicht darauf fußen, dass einer die Sonntagsschule besucht habe, und der andere zu Karate gegangen sei, so der Alleinunterhalter mit Blick darauf, dass Møller bekanntlich die Venstre-Fraktion verlassen hat. Die zwei Streithähne stiegen voll in den Friedensprozess ein und konnten sich entsprechend wie das Publikum nicht vor Lachen halten.

Mit Anekdoten aus der Klosterstadt würzte Sprechstallmeister Bent Beim das Geschehen, der 2017 seinen Einstand hatte. „Ich gehe die Sache etwas ruhiger an als im vergangenen Jahr, als ich nicht wusste, auf was ich mich einließ. Es ist aber wie beim Elterngespräch. Ein bisschen nervös muss man sein, sonst legt man Gleichgültigkeit an den Tag“, so der Lehrer mit Markt-Magenkitzel.

Oliver Stone (l.) von Tivoliland will für sein Legat nach Amerika zu einem Jahrmarkt-Kongress reisen. Der Freundeskreis von Lindevang u. a. vertreten von Jytte Jensen (blaue Bluse) will das Geld für Ausflüge und Aktivitäten nutzen. Die Stätte Klosterparken strebt u . a. an, dass wieder Bewohner vom Asylbewerberheim zum Essenkochen vorbeischauen und auch ein Bauchtänzer soll auftreten. Foto: Elise Rahbek

Jugendlieben gesichtet

„Ich kann einige von ihnen im Saal sehen“, erntete Beims früherer Schulkamerad Gunnar Hattesen spontan Applaus, als er erklärte, dass er seinerzeit in der Klosterstadt Jugendlieben hatte. Aus seinem Beitrag, in den er Geschichtliches einflocht, schien die Zuneigung zu seiner Heimat durch. Außer vom Gauklerpastor Anders Bork Hansen, präsentierte er auch Amüsantes von Frode Kristoffersen, Dres Roost, und dem früheren Leiter der Versuchsstation in Jündewatt, Frederik Heick.

Der Vorsitzende des Gedenkfonds für Pastor Anders Bork Hansen, Keld Christensen, verlieh Legate von jeweils 5.000 Kronen an den Freundeskreis der Einrichtung Klosterparken und dem Pflegecenter Lindevang, wie auch an den 25-jährigen Oliver Stone von Tivoliland.

Mehr lesen