Deutsche Minderheit

Spielerischer Schul-Abschied

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Osterhoist/Øster Højst
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Und Tschüss. Zum Abschluss wurde nochmal rumgeturnt und gespielt. Foto: Elise Rahbek

Am Freitag klang in der Deutschen Schule Osterhoist die Unterrichts-Ära aus. Ein kleiner Rückblick an den Anfang.

Das, was vor 67 Jahren in einer Wohnung des reetgedeckten Bauernhauses von Christian Nissen am Skovagervej begann, wurde am Freitag in der mit roten Ziegeln gedeckten Deutschen Schule Osterhoist am Holmevej beendet. Dort beendeten zwei Generationen später im Wandel der Zeit die Schüler die Unterrichts-Ära der Dorfschule. Diese schließt laut Elternbeschluss bekanntlich aufgrund zu niedriger Schülerzahlen zum Jahresende. Die neun Schüler wechseln alle nach Rapstedt, wo der gemeinsame Unterricht der 25 Schüler bereits seit den Sommerferien an vier Tagen praktiziert war. Freitags wurden dann alle in Osterhoist unterrichtet.

Zum Auftakt gab es ein gemeinsames Frühstück, und dann stand Spielen auf dem Stundenplan, wie der Schulleiter der beiden Einrichtungen, Jan Röhrig, erläuterte. Einige Kinder waren in der Turnhalle aktiv, während andere wieder in den Klassenräumen Spiele spielten oder die Malstifte zückten. Der private schulische Betrieb wurde 1951 mit Schulleiter Willy Schlesinger und 23 Schülern aufgenommen. Zu den Schülern der ersten Stunde gehörten Großväter der Schüler anno 2018. Ein Vorläufer war ab 1921 bis zur Verhaftung von Schlesinger 1945 die deutsche Kommunalschule an der Kirkegade.

Der Umzug vom Skovagervej in das neu errichtete Schulgebäude am Holmevej erfolgte am 3. Oktober 1953. Den Vorwurf eines häufigen Wechsels an der Spitze der Bildungsstätte kann man nicht erheben. Willy Schlesinger gab 1961 das Amt an Detlev Kirchhübel ab. Seine Nachfolgerin wurde 1988 Anke Tästensen, die zum 1. Oktober ins Schulamt des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig in Apenrade wechselte, um ab 1. Januar als Schulrätin tätig zu sein. Die Osterhoister Lehrerinnen Martina Domke und Uta Hamann gehören ab Januar zum Kollegium in Pattburg. Hausmeisterin Anni Rasmussens Vertrag läuft bis Ende März.

Während der knapp 70-jährigen Geschichte der Schule, die auch als Versammlungsstätte für die deutsche Gemeinschaft eine große Rolle gespielt hat, gab es zehn Vorsitzende. Das sind: Thomas Petersen, Seewang, Dinsen Andersen, Bögwatt, Christian Rasmussen, Osterhoist, Christian Hansen, Osterhoist, Lars Schmidt, Lundsgaard, Jan Marquardsen, Osterhoist, Georg Thomsen, Osterhoist, Sigrun Lorenzen, Westerhoist, Gert Carstensen, Adelwatt, und Regin Hansen, Osterhoist. In dem Gebäude, das verkauft werden soll, wird noch eine Abschieds-Veranstaltung geplant.

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