Kommunalpolitik

Röms Aussehen wird neu geordnet und systematisiert

Röms Aussehen wird neu geordnet und systematisiert

Röms Aussehen wird neu geordnet und systematisiert

Tondern/Tønder
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Die Insel Röm ist bei Einheimischen und Feriengästen gleichermaßen beliebt. Foto: Karin Riggelsen

Für die Inselorte Kongsmark, Havneby und Toftum sollen neue Richtlinien erarbeitet werden. Gleichzeitig soll bei Neubauten mehr Rücksicht auf bestehendes Kulturerbe genommen werden.

Der Abteilungschef der technischen Verwaltung, Lars Erik Skydsbjerg, räumt es schon ein: Die Kommune Tondern sei bei baulichen Veränderungen auf Röm/Rømø etwas nach dem Prinzip Kraut und Rüben vorgegangen. Das solle sich jetzt ändern.

Es gebe nicht nur in den Städten der Kommune wertvolles Kulturerbe. Auch die Insel Röm biete viele Beispiele, erklärt Skydsbjerg. Der Technische Ausschuss hat auf seiner jüngsten Sitzung entschieden, in welcher Reihenfolge mit neuen Flächennutzungsplänen die historische Bausubstanz bewahrt werden kann und bei Neubauten ein gewisser architektonischer Stil gehalten wird. Gleichzeitig soll auch Raum für eine gewerbliche Weiterentwicklung mit kleinen Betrieben mit ein oder zwei Mitarbeitern oder für den Bau neuer Sommerhäuser gelassen werden.

„Damit werden wir nicht bestimmen, dass alle neuen Ferienhäuser im gleichen Stil gebaut werden müssen, aber gewisse architektonische Bedingungen müssen eingehalten werden", unterstreicht Skydsbjerg. Der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Bo Jessen (V), versichert, dass es immer wieder interessierte Anfragen von Investoren und Privatbürgern gebe.

In einer Richtung voran

In einer gewissen Reihenfolge sollen die bisherigen veralteten und teilweise unpräzisen Flächennutzungspläne für die Inselabschnitte durch neue ersetzt werden, basierend auf dem Entwicklungsplan für die Insel „Èn fælles Retning for Rømø 2025“.

In Lakolk tummeln sich die meisten Feriengäste. Foto: Karin Riggelsen

Kongsmark

Besonders im Raum Kongsmark steht die Kommune vor Herausforderungen mit unbewohnten Gebäuden, die ursprünglich an Ferien- und Hotelgäste vermieten wurden. Auch die Eröffnung neuer Geschäfte verursache Probleme. Daher soll es nicht nur eine Schönheitskur für den Inselort geben, der heute von sehr unterschiedlicher Bausubstanz von unterschiedlicher Qualität und ohne architektonische Richtlinien geprägt wird. Auch eine Neubestimmung für die Nutzung von Gebäuden und Bereichen ist geplant.

Die Orte Havneby, Toftum und Kongsmark auf Röm bekommen neue Flächennutzungspläne. Foto: Kommune Tondern

Ein Teil des Ortes ist laut des bisherigen Flächennutzungsplans auch für Hotels und Werkstätten vorgesehen, obwohl für Letzeres kein Bedarf mehr besteht. Die Besitzer der zum Teil leer stehenden, größeren Gebäude möchten Ferienwohnungen einrichten. Gleiches gilt für die unbewohnten Hotels. Ungefähr 50 Prozent der Häuser werden heute ganzjährig bewohnt.

Für eine gewerbemäßige Nutzung könnte ein Bereich beim Sammelplatz für Gartenabfall westlich des Havnebyvejs eingerichtet werden, schlägt die Verwaltung vor. Anderenfalls kann auf ein neues Gewerbegebiet im nordwestlichen Teil der Tvismark-Kreuzung ausgewichen werden. Als direkter Eingang zur Insel soll auch dort eine Verschönerung vorgenommen werden.

Der Ganzjahrestourismus ist für Röm eine Chance, meinen Einheimische und die Kommune Tondern. Foto: Karin Riggelsen

Toftum

Auch für den Ort Toftum, der eher einen dorfähnlichen Charakter hat, soll ein neuer Bebauungsplan erstellt werden, um gleichzeitig auch die Möglichkeit für die Eröffnung kleinerer, handwerkschaftlicher Betriebe zu schaffen, zum Beispiel auf stillgelegten Höfen. Der jetzige Plan stellt für die Verwaltung bei der Kontrolle der Nutzung bestehender Gebäude für Ferienzwecke ein Problem dar. In Toftum gibt es viele Ferienhäuser. Dort soll es aber auch möglich werden, ganzjährig zu wohnen, meint die Verwaltung.

Havneby

Havneby ist der größte Ort der Insel. Besonders hoch stuft die Kommune die Neuansiedlung in ganzjährig bewohnten Gebäuden ein. Dort soll es auch eine Residenzpflicht geben. Bislang war der Bereich zwischen den Straßenzügen Nørre Frankel, Vestergade und Engvej für diese Zwecke bestimmt.

Besonders Deutsche lieben ihren Urlaub auf Röm. Foto: Karin Riggelsen

Es sei auf der Grundlage des alten Flächennutzungsplans schwierig zu kontrollieren, dass diese Gebäude nicht an Feriengäste vermietet werden. Entlang der Straße Nørre Frankel werden schon jetzt die meisten Häuser an Touristen vermietet. Der Bau neuer und größerer Ferienhäuser, die vom Touristikverein gewünscht werden, soll in einem Bereich westlich des Engvejs möglich sein. Dort soll es keine Residenzpflicht geben, meint die Verwaltung, die die Erfassung aller bewahrungswürdigen Gebäude als ihre erste Aufgabe sieht. Wichtig sei auch die Ausarbeitung architektonischer Richtlinien.

Grünes Licht von Politikern

Der Technische Ausschuss hat entschieden, dass zunächst neue Flächennutzungspläne für Kongsmark, den Ankunftsbereich in Havneby und den Sammelplatz für Gartenabfall bei Toftum erarbeitet werden.

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