Covid-19

Die Nummer eins in der Impfstelle in Tondern

Die Nummer eins in der Impfstelle in Tondern

Die Nummer eins in der Impfstelle in Tondern

Tondern/Tønder
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Alles hat seinen Preis: Wenn man wie Vagn Jensen (r.) der Erste ist, der geimpft wird, besteht das Risiko, dass die Regionsvorsitzende Stephanie Lose und Bürgermeister Henrik Frandsen dem Stich beiwohnen. Foto: Elise Rahbek

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Vagn Jensen aus Scherrebek war der Erste, der in der neuen Impfstelle eine Dosis von Pfizer/Biontech verabreicht bekam. Nach der „Generalprobe" wird das Impfen jeweils montags voll angekurbelt.

„Wer hätte sich das vorgestellt“, sagte die Regionsvorsitzende Stephanie Lose (Venstre) beim Blick in die Tondernhalle 1.

Mit einem Labyrinth aus rot-weißem Absperrband war die Sporthalle am Freitag weder für Handball noch Gymnastik, sondern für das Impfen getrimmt.

„Das muss irgendwann in den 1990ern gewesen sein“, beantwortet die gebürtige Lügumklosteranerin mit einem Lächeln die Frage, wann sie dort zuletzt Handball gespielt hat.

Die Tonderhalle 1 ist zur Impfstätte umfunktioniert Foto: Elise Rahbek

„Das ist nicht der Rede wert“, sagte Vagn Jensen, nachdem er sich dafür entschieden hatte, dass er den Piks in den rechten Arm haben wollte.

Er war der Erste, der am Freitag in Tondern geimpft wurde.

Ganz so viel Aufhebens wurde an diesem Tag nicht um die 249 nachfolgenden Impfkandidaten gemacht.

Vagn Jensen hielt der Impferin den rechten Oberarm hin. Foto: Elise Rahbek

„Ich bin mal beim Militär wegen Wundstarrkrampf gespritzt worden, das konnte ich schon merken“, erwähnt er in einem Kommentar zu Bürgermeister Henrik Frandsen eine Impfung aus der Vergangenheit.

„Es ist schön, dass es jetzt so weit ist, dass ich geimpft werden kann. Darauf habe ich gewartet“, so Jensen, der sich auf etwas mehr Bewegungsfreiheit freut, wenn er auch die zweite Impfung erhalten hat.

„Ich spiele gerne Karten. Aber das können wir zurzeit ja auch nicht mal“, so der Scherrebeker, der sowohl Skat als auch Whist spielt.

Es ist schön, dass es jetzt so weit ist, dass ich geimpft werden kann. Darauf habe ich gewartet.

Vagn Jensen, Impfling

Ohne Zuschauer bei der Impfung hätte er den Piks wohl kaum gespürt, so Jensen.

Als er anschließend Platz nahm, um die vorgeschriebene Zeit wegen möglicher Nachwirkungen abzuwarten, schnackte er mit seinem Nachbarn. Die beiden Herren waren gemeinsam nach Tondern gefahren.

Vagn Jensen freut sich darauf, wenn er wieder Karten spielen kann. Foto: Elise Rahbek

„Mit meiner Frau passte es leider nicht. Sie konnte erst heute Nachmittag einen Termin bekommen. Aber nun kann ich ihr zumindest erklären, wie das Ganze abläuft“, so Jensen, der es begrüßt, dass er sich innerhalb der Kommune impfen lassen kann und keine längeren Anfahrtswege auf sich nehmen muss.

„Die Nähe spielt eine Rolle"

„Es ist sehr gut, dass unsere Bürger jetzt diese Möglichkeit haben. Die Nähe spielt auch eine Rolle, wenn es darum geht, dass sie das Angebot der Impfung annehmen“, sagt Bürgermeister Henrik Frandsen (Tønder Listen).

„Im Rahmen der guten Zusammenarbeit mit der Region haben wir unsere Wünsche mit zwei Teststellen erfüllt bekommen. Und die Mitarbeiter haben rund um die Uhr geschuftet, um dies auf die Beine zu stellen“, so Frandsen.

Sieben Zentren und 24 Impfstellen

„Wir hatten schon frühzeitig geplant, dass wir auch örtliche Impfstellen einrichten wollten, wenn wir die entsprechende Anzahl Impfdosen erhalten. Das ist die erste Woche, wo wir im Vergleich zu vorher die doppelte Portion erhalten haben. Wir hätten erwartet, dass es bereits im März der Fall sein würde“, so Lose.

Sie berichtet, dass im Laufe der vergangenen Tage in der Region Süddänemark in Ergänzung zu den sieben großen Imfzentren 24 neue Impfstellen eröffnet worden sind. Wie in Tondern haben diese nicht täglich geöffnet.

Nach der Generalprobe am Freitag ist vorgesehen, dass in Tondern jeweils montags von 10 bis 16 Uhr geöffnet ist. In der Sporthalle in Toftlund ist ab 21. April der Mittwoch als Impftag geplant.

Zum Auftakt wurden 250 Bürger geimpft. Foto: Elise Rahbek

In Tondern wird mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft.

„Der Impfstoff Moderna ist sehr empfindlich und darf nur einmal transportiert werden. Er wird daher nur in Sonderburg oder Rothenkrug verabreicht. Nur 6 Prozent der dänischen Bevölkerung werden mit Moderna geimpft“, sagt Palle Plauborg Pedersen, Klinikleiter des Impfeinsatzes von Sygehus Sønderjylland, dem „Nordschleswiger“.

Biontech/Pfizer werde bei 40 Prozent eingesetzt, und der gegenwärtig wegen möglicher Nebenwirkungen zurückgehaltene Impfstoff von Astrazeneca sei für 50 Prozent vorgesehen. „Das Präparat von Johnson & Johnson, das wir zum gegebenen Zeitpunkt auch erhalten, muss nur einmal verabreicht werden“, so der Klinikleiter.

500 bis 1.000 Impfungen pro Tag

„In Tondern können mindestens 500 Menschen pro Öffnungstag geimpft werden. Es können aber auch leicht 1.000 werden“, erläutert der Impfchef von Sygehus Sønderjylland, Thomas Lund Sørensen.

„Wenn wir wesentlich größere Lieferungen bekommen, können wir auch zweimal in der Woche geöffnet haben“, so Lose, die schon allerhand Impfungen beigewohnt hat und erwähnt, dass es ein großes Set-up erfordert.

Sechs Kabinen

In Tondern stehen sechs Kabinen zur Verfügung, wo die Ampel entweder grün oder rot leuchtet.

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