Kommunalpolitik

Henrik Frandsens Abschied aus der kommunalpolitischen Arena

Henrik Frandsens Abschied aus der kommunalpolitischen Arena

Henrik Frandsens Abschied aus der kommunalpolitischen Arena

Tondern/Tønder
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Henrik Frandsens (l.) Ära im Stadtrat endet. Bürgermeister Jørgen Popp Petersen gab ihm gute Wünsche mit auf den Weg in seine landespolitische Zukunft. Foto: Ulrik Pedersen

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Bürgermeister Jørgen Popp Petersen verabschiedete den Stadtratspolitiker, der nach zehneinhalb Jahren in der Kommunalpolitik nun uneingeschränkt auf die Landespolitik setzt. Der Kommunalrat gab grünes Licht für Frandsens Ausscheiden.

Nach zehn Jahren und einem Monat verlässt Tonderns Ex-Bürgermeister Henrik Frandsen die kommunalpolitische Bühne in Tondern, um sich ganz auf sein Folketingsmandat für die Moderaten zu konzentrieren.

Nachdem er vor einigen Wochen seinen Rückzug angekündigt hatte, wurden auf der Stadtratssitzung in dieser Woche Nägel mit Köpfen gemacht. Das Kommunalparlament stimmte dem Austritt zu. Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) verabschiedete am Donnerstagabend seinen Vorgänger auf diesem Posten.

Wir waren uns in vielen Sachen einig. Ich räume aber ein, dass es auch Dinge gab, bei denen wir nicht die gleiche Einstellung hatten.

Jørgen Popp Petersen

„Du weißt auch, dass Dinge Zeit benötigen, wenn man sie anstoßen will und man das Ergebnis nicht immer prompt sieht. So arbeiten wir auch heute mit Sachen, an deren Start du mitgewirkt hast“, so Popp Petersen.

Während der fünfeinhalb Jahre, die Frandsen Bürgermeister gewesen sei, habe er bei der Tonderner-Marsch-Initiative an der Spitze von vielen Treffen gestanden, wo  nicht  alle zufrieden gewesen seien. „Heute sind aber alle froh. Das ist eine Bedingung, die wir in der Politik kennen“, so Popp

Gegenseitige Liebe zu viel des Guten

„Wir waren uns in vielen Sachen einig. Ich räume aber ein, dass es auch Dinge gab, bei denen wir nicht die gleiche Einstellung hatten“, so der Bürgermeister. Er erwähnte eine Episode vom Jubiläum des dänischen regionalen Fernsehsenders „TV-Syd" im vergangenen Herbst.

Die beiden Politiker aus Tondern saßen bei dem Termin zufällig nebeneinander. „Der Toastmaster heizte im Vorfeld den Gästen ein, um die Stimmung aufzupeppen. Als er dann dazu aufforderte, dass wir uns zu unserem Sitznachbarn umdrehen und sagen sollten ‚ich liebe dich‘, schauten wir uns an, und Henrik sagte prompt ‚das passiert nicht'. Und darin waren wir uns einig“, so Popp während die Menschen im Stadtratssaal in schallendes Gelächter ausbrachen.

Henrik Frandsen sagte das letzte Mal in der Rolle als Kommunalpolitiker Hallo zu seinen Kolleginnen und Kollegen im Kommunalparlament. Foto: Monika Thomsen

Als Bürgermeister aktiv mitgemischt

Der Bürgermeister hob zwei Beispiele hervor, bei denen Frandsen sich aktiv zugunsten der Kommune eingebracht hatte. Er habe Tondern den Anschluss an die Ostküsten-Strom-Autobahn gesichert. Außerdem habe er sich erfolgreich für die FGU-Ausbildung (Forberedende Grunduddannelse) starkgemacht. Tondern habe damals als Standort auf der Kippe gestanden.

„Im Namen des Kommunalrats und der ganzen Kommune Tondern tausend Dank für den enormen Einsatz, den du durch viele Jahre für die Kommune Tondern geleistet hast. Viel Glück mit den spannenden Aufgaben in Kopenhagen. Mit deinem Lebenslauf und den Qualifikationen als Kommunalpolitiker und Bürgermeister können wir alle froh und stolz sein, dass wir dich auf Christiansborg haben“, so Popp.

Henrik Frandsen und sein Nachfolger bei Tønder Listen, Ruben Baagø Jacobsen Foto: Tommy Nielsen

 

 

Henrik Frandsen bezeichnete seine Zeit in der Kommunalpolitik als fantastische Reise. „Ich habe aber mit blutendem Herzen eingesehen, dass der Tag auch für mich nur 24 Stunden und die Woche nur sieben Tage hat“, so Frandsen. Er versicherte, dass er weiterhin in der Kommune Tondern wohnen bleibt.

Am 1. Februar wird Ruben Baagø Jacobsen auf Frandsens bisherigem Sitz in der neunköpfigen Fraktion von Tønder Listen Platz nehmen.

Henrik Frandsens politische Stationen

• 2013: wird als Stadtratspolitiker für Venstre gewählt
• 2016: übernimmt im Mai nach dem Tod von Bürgermeister Laurids Rudebeck den Posten als Bürgermeister
• 2017: Wiederwahl für den Stadtrat und als Bürgermeister
• 2020: unterliegt im Juni bei der Kandidatur als Venstre-Bürgermeisterkandidat Martin Iversen
• 2020: bricht mit Venstre und gründet im Oktober mit Gefolgsleuten Tønder Listen
• 2021: erzielt bei der Kommunalwahl 3.763 Stimmen für Tønder Listen. Er verliert den Bürgermeisterposten an Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei
• 2023: rückt im Januar mit 6.206 Stimmen für die Moderaten ins Folketing ein
• 2024: 31. Januar: Austritt aus der Kommunalpolitik

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