Kirsten Bossen 60 Jahre

Eine Frau steht „ihren Mann“

Eine Frau steht „ihren Mann“

Eine Frau steht „ihren Mann“

Ruttebüll/Rudbøl
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In erster Reihe sitzen die Gäste des „Hostel Rudbøl“ mit Ausblick auf den Ruttebüller See. Foto: Archiv: Jane Rahbek Ohlsen

Mit 60 Jahren „schmeißt“ Kirsten Bossen den Laden im „Hostel“ Rudbøl. Sie kann in der Küche so ziemlich alles. In der Corona-Zeit hat sie aber auch gespachtelt, gestrichen und tapeziert.

Sie weiß, was sie will und was sie nicht will. In der Jugendherberge in Ruttebüll (Hostel Rudbøl) nahe dem Grenzübergang hat Kirsten Bossen das Sagen. Am Pfingstmontag feierte sie ihren 60. Geburtstag.

Vor vielen Jahren übernahm sie die Herberge, die in ihrer Zeit immer wieder modernisiert worden ist. Auch die Corona-Zeit ohne Gäste wurde für die Renovierung der Gästezimmer genutzt. Mit ihrer Angestellten Stefanie hat sie gestrichen, tapeziert und gespachtelt. Nur für die groberen Sachen musste Ehemann Ernst Iver, den sie an ihrem 24. Geburtstag heiratete, in Aktion treten.

Lauschiges Plätzchen beim „Hostel Rudbøl“ Foto: Hostel Rudbøl

Denn auf Ordnung legt die Jubilarin großen Wert. Sie kommt aus der Branche und wuchs als Tochter in einer Rosenkranzer Gastwirtschaft auf. Ein Katzensprung entfernt von ihrem heutigen privaten Wohnsitz und ihrer Herberge. Hier schmeißt sie den Laden und ist für ihre überaus leckeren Tortenbüfetts bekannt. Dass die Corona-Krise auch sie Gäste gekostet hat, ist klar.

Aus persönlicher Sicht ärgert mich, dass ich durch die Sperrung der Grenze nicht meine Familie und Freunde südlich der Grenze besuchen kann.

Kirsten Bossen, Ruttebüll

Doch diese Zeit habe auch ihre positiven Seiten gehabt, da Arbeiten erledigt werden konnten, für die im normalen Betrieb keine Zeit bleibt. Vor zwei Wochen öffnete sie ihre Jugendherberge. In einigen Tagen kommen wieder Stammgäste, die seit 26 Jahren in Ruttebüll einkehren. Die Besucher aus Aarhus lieben die Natur am Ruttebüller See. Ein Nachteil sei, dass noch keine Familienfeste und größere Feiern durchgeführt werden können. Aus persönlicher Sicht ärgert sie die Sperrung der Grenze, dass sie ihre Familie und Freunde südlich der Grenze nicht wie gewohnt besuchen kann.

Kirsten Bossen bei einer Bezirksmitgliederversammlung in Hoyer Foto: Monika Thomsen

Kirsten Bossen ist seit vielen Jahren innerhalb der deutschen Volksgruppe aktiv und bestreitet seit elf Jahren den Vorsitz im BDN-Bezirksverein. Auch in anderen Gremien hat sich die engagierte und resolute Kämpferin eingebracht. Ihren Posten als Bezirksvorsitzende will sie nach der kommenden Wahl im November 2021 abgeben, da sie zu viel zu tun hat.

In der Ehe sind die drei Kinder Kathrin, Frank und Britta aufgewachsen. Kathrin lebt mit ihrer Familie in Tondern und hat ihre Eltern zu zweifachen Großeltern gemacht. Gerne springen sie auch als Kindermädchen ein. Frank ist in Aarhus wohnhaft, und die Jüngste, Britta, wohnt zurzeit in Ruttebüll.

Von Ruttebüll ist es ein Katzensprung nach Rosenkranz. Foto: Hostel Rudbøl
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