Konzert

Farbtupfer im Alltag des Wartens

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Lügumkloster/Løgumkloster
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Nach einem verhaltenen Start wagten die Mädchen auch ein Tänzchen . Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Nødhjælpsorkesteret trat gestern im Asylbewerberheim in Lügumkloster auf und heizte der Lebensfreude ein. Gespielt wird zugunsten von kleinen und großen Nothilfeprojekten.

Ein musikalisches Highlight im Alltag des Wartens gab es am Montagnachmittag im Asylbewerberheim Center Aaløkke in Lügumkloster mit dem Auftritt der Band „Nødhjælpsorkesteret“. „In sechs Minuten geht es los“, kündigte Abteilungsleiter Niels Johan Geil, den um einiges verspäteten Konzertbeginn an, während sich im Versammlungsraum schon mal der Duft der Zimtschnecken breitmachte.

„Das Konzert bedeutet eine Unterbrechung im Alltag, der sehr von Routine geprägt ist. Die Familien hier im Heim haben nicht die Möglichkeit auf ein Konzert zu gehen, wie das in anderen Familien der Fall ist“, so Geil mit Blick auf die 160 Bewohner aus vielen verschiedenen Nationalitäten und Altersgruppen.

Insbesondere unter den Kindern war Erwartungsfreude spürbar. Hielt ein Steppke sich im Gang noch vor den Ohren, so taute er im späteren Verlauf auf, und bewegte sich zu den Rhythmen mit. Die Erwachsenen hatten indes die Handys im Einsatz, um zu Filmen oder Fotos zu schießen. Nødhjælpsorkesteret wurde 2015 von den Musikern Ole und Peter Kibsgaard gemeinsam mit dem Sänger Bobo Moreno im Zusammenhang mit einer musikalischen Sammel-Aktion zugunsten nepalesischer Erdbeben-Opfer gebildet.

Seitdem ist das Orchester mit wechselnder Besetzung eine feste Größe. Gespielt wird zugunsten von kleinen und großen Nothilfeprojekten und finanzielle Schützenhilfe gibt es von verschiedenen Stiftungen. „Wir haben prompt Ja zu dem kostenlosen Angebot gesagt“, sagt der Abteilungsleiter der in Regie von AsylSyd betriebenen Stätte.

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