Kommunalpolitik

Entwicklungsplan für Lakolk geht in die nächste Runde

Entwicklungsplan für Lakolk geht in die nächste Runde

Entwicklungsplan für Lakolk geht in die nächste Runde

Tondern/Tønder
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Viele Interessierte wohnten der Sitzung des Kommunalrats bei. Foto: Monika Thomsen

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Eine große Stadtratsmehrheit setzt auf die Versuchsregelung für Küsten- und Naturtourismus, die den Bau eines Badehotels auf Röm ermöglichen soll. Eine Politikerin und drei Politiker stimmten gegen diesen Schritt.

Mit etwa 50 Leuten hatten mehr Zuhörerinnen und Zuhörer als gewöhnlich am Donnerstagabend ihren Weg ins Rathaus nach Tondern gefunden. Anziehungskraft übte der Tagesordnungspunkt mit einer Themaplanstrategie für Lakolk aus.

Der Punkt, bei dem es um die Weiterentwicklung von Lakolk geht, stand 45 Minuten lang im Fokus. Der Plan dient auch als Grundlage einer Bewerbung für die Versuchsregelung für Küsten- und Naturtourismus.

63 Bemerkungen und eine Unterschriftensammlung, der sich 371 Personen angeschlossen haben, sind wegen des angestrebten Baues eines 16 Meter hohen Badehotels eingegangen.

Weitere Unterschriften

Im Vorfeld der Kommunalratssitzung konnte Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) 647 weitere Unterschriften entgegennehmen.

Eine große Stadtratsmehrheit von 27 Politikerinnen und Politikern votierte dafür, dass mit den Plänen weitergearbeitet wird. Gegenstimmen gab es von Flemming Gjelstrup und Barbara Krarup Hansen (Soz.), Allan Svendsen (parteilos) und Bjarne Henneberg (SF).

Eine Antwort auf die Bewerbung wird für Mitte des Jahres erwartet.

Ein Auszug aus der Debatte:

Thomas Ørting Jørgensen, Borgerlisten: „Im Respekt vor der Natur haben wir eine Platzierung in einem Gebiet gewählt, das bereits genutzt wird. Während die Dünenschutzlinie derzeit mitten durch den Campingplatz läuft, wünschen wir, dass sie an die jetzige Abgrenzung des Campingplatzes verlegt wird. Der Campingplatz wird um 161 Einheiten auf 777 Plätze reduziert. Die Vorarbeit läuft bereits seit 2019 mit der Erstellung des Entwicklungsplanes für Lakolk. Nächster Schritt ist die Erstellung eines Bauleitplans, in den die verschiedenen Bemerkungen einfließen.“

Finn Hansen, Tønder Listen: „Es wird nie passieren, dass wir 100-prozentige Rückendeckung erhalten, wenn wir Veränderung und Entwicklung schaffen wollen. Wenn wir das erwarten, kommen wir nie weiter. Wir wollen die Bemerkungen als positive und konstruktive Inputs nutzen.“

Martin Iversen, Venstre: „Es ist der Plan, eine positive Entwicklung für Aktivitäten und den Ganzjahrestourismus mit Respekt vor der Natur zu schaffen. Röm hat immer Probleme damit gehabt, dass es im Winter zu still ist. Wir sind wegen der Infrastruktur und der Höhe des Hotels etwas besorgt.“

Es wurden zusätzlich Stühle geholt, und Zuhörerinnen und Zuhörer nahmen im Gang und auch im Foyer Platz, wo die Sitzung auf einem Großbildschirm übertragen wurde. Foto: Monika Thomsen

Louise Thomsen Terp, Schleswigsche Partei: „Bürgermeister Henrik Frandsens Voraussage 2021, dass es Mut und Zusammenhalt erfordert, hat sich bewahrheitet. Die Kommune Tondern ist als schwach gestellte Kommune immer auf die nicht gerade kleine finanzielle Hilfe von anderen Kommunen angewiesen. Hier haben wir eine einzigartige Möglichkeit, aus eigener Kraft eine Entwicklung anzuschieben. Der Plan bedeutet eine Qualitätsverbesserung für Lakolk. Es handelt sich aber um einen Gesamtplan, ohne Hotel kommt auch kein neuer Supermarkt oder eine Verbesserung beim Campingplatz. Wir fällen nicht ohne Bedenken eine so große Entscheidung. Es soll kein Zweifel herrschen, dass uns das Leben und die Natur auf der Insel wichtig sind.“

Torben Struck, Sozialdemokratie: „Wir sagen nicht Ja oder Nein zum Hotel, sondern es geht um den weiteren Prozess, den wir befürworten. Die Verkehrsprobleme auf Röm müssen wir lösen. Wir nehmen die Stimme des Volkes ernst und auch die Entwicklung der Kommune seriös.“

Allan Svendsen, parteilos: „Testcenter oder Versuchsregelung. Wenn es um Schutzlinien geht, sollen wir diesen Weg nicht gehen, sondern jetzt stoppen. Sonst werdet ihr im weiteren Prozess gefangen.“

Die Politikerinnen und Politiker schüttelten allerhand Hände. Foto: Monika Thomsen

Barbara Krarup Hansen, Sozialdemokratie: „Ein Luxusbadehotel ist für wenige und ein Campingplatz für viele Leute. Das Badehotel ist vom Kapitalismus getrieben und nicht von der solidarischen, demokratischen, humanistischen Ideologie mit der Natur als Drehpunkt.“

Bjarne Lund Henneberg; SF: „Wir haben bereits in Röms DNA geschnippelt, das sollten wir nicht wieder tun. Zukunftsorientiert liegt Minimalismus beim Urlaub im Trend, und die Menschen wollen ihren Klimaabdruck reduzieren. Der Klimaabdruck der Campingplatzgäste ist weitaus kleiner als bei dem Hotel.“

Hans Schmidt, Konservative Volkspartei: „Wir haben früher mit Ja gestimmt. Wir erlauben uns, kritisch zu sein, sind aber dafür, dass mit den Plänen weitergearbeitet wird.“

Anita Uggerholt Eriksen, Tønder Listen: „Wir planen nicht außerhalb des bestehenden Campingbereiches. Ich würde mir wünschen, dass die Facebook-Krieger daran denken, anstatt Mythen zu verbreiten. Ich habe auch viele getroffen, die es für eine gute Idee halten, die sich aber nicht trauen, es zu äußern, da in den sozialen Medien eine Art Hetze vorherrscht. Lasst uns Platz für Vielfalt und unterschiedliche Einstellungen einräumen.“

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