Leserbeitrag

Als eine Sommersturmflut vor 100 Jahren den Tod brachte

Als eine Sommersturmflut vor 100 Jahren den Tod brachte

Als eine Sommersturmflut vor 100 Jahren den Tod brachte

Hanns Peter Blume
Reisby/Rejsby
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Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer der Sommersturmflut von 1923. Foto: Hanns Peter Blume

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„Nordschleswiger"-Leser Hanns Peter Blume erinnert an eine Tragödie, die 1923 den Nordwesten Nordschleswigs heimsuchte. Arbeiter, die im Sommer 1923 eine Deichlücke schließen wollten, wurden von einer ungewöhnlichen Sturmflut überrascht.

Vor 100 Jahren ereignete sich bei Reisby eine Tragödie, die durch eine ungewöhnliche Sommersturmflut hervorgerufen worden war. Am 30. August 1923 gab es die höchste jemals im August gemessene Sturmflut an der dänischen Marschenküste, ca. 4,20 m über dem normalen Wasserstand.

In der Reisbyer Marsch zwischen Ripen (Ribe) und Scherrebek (Skærbæk) hatte man gerade begonnen, einen neuen Deich zu bauen, um die Lücke zwischen dem Ribe- und dem Ballum-Deich zu schließen. Für die Arbeiter hatte man an der Mündung der Reisbyer Au (Rejsby Å) ein Barackenlager aufgebaut.

Es wurde von der Flut so schnell erreicht, dass sich die meisten Arbeiter nicht mehr in Sicherheit bringen konnten. Das Lager wurde überschwemmt, 19 Menschen ertranken. Ein Arbeiter hatte einen höheren Punkt gefunden und überlebte die Katastrophe. Die Flut war bis an den Ort Reisby vorgedrungen.

Die Reisby Au mit dem Gedenkstein im Vordergrund Foto: Hanns Peter Blume

Zur Erinnerung an dieses Ereignis ließ man einen Gedenkstein an der Unglücksstelle errichten. Heute führt der Radwanderweg „Nordsee-Route“ an dieser Stelle vorbei. Der Reisby-Deich wurde 1925 fertiggestellt, aber erst 1929 vom dänischen König eingeweiht; er erhielt die Bezeichnung „Kong Christian d. X.‘s Dige“. Schwere Sturmfluten 1976 und 1999 beschädigten den Deich erheblich.

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Leitartikel

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
„Der deutsche Kaiser“