Neu strukturiert

Virus zwang Renzer Fischzucht zum Neuanfang

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Renz/Rens
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Ein Virus hat Olaf Schmidt Meyer von der Renzer Fischzucht zugesetzt. Foto: Mikkel S. Abildgaard/jv

Der Teichwirt Olaf Schmidt Meyer hat sich neu strukturiert. Überrascht ist er, dass seit einigen Tagen ein Konkursentscheid vorliegt.

Ein schlimmer Virus, mit dem auch andere Fischzuchtbetriebe zu kämpfen haben, setzte der Renzer Fischzucht von Olaf Schmidt Meyer und Majken Muus-Meyer 2017 besonders zu. 80 Prozent der Fische verendeten, und die finanzielle Ausgangslage wurde prekär. Dass der Virus für Menschen ungefährlich ist, nützte da nichts. Olaf Schmidt Meyer zog die Reißleine und setzte sich mit den Kreditoren zusammen. Man fand zum Glück einen Ausweg. „Ein Kollege aus dem Raum Vejle konnte weitere Kapazitäten gut gebrauchen. Er lässt hier nun Fische züchten. Ich leite den Betrieb“, so Olaf Schmidt Meyer, dem nach der Virus-Misere selbst das Geld für einen neuen Fischbestand fehlte.

Das kann noch kommen, und daher ist er froh, dass er im vergangenen Jahr die Pachtabsprache mit seinem Kollegen hat treffen können. In naher Zukunft, so hofft Schmidt Meyer, kann er vielleicht wieder übernehmen und selbst Fische züchten.

Auf einmal Konkurs

Er sehe die jetzige Struktur als bestmögliche Übergangslösung, zumal sie von den Kreditoren mitgetragen wird. Umso überraschter ist er, dass seit einigen Tagen ein Konkursentscheid vorliegt. „Das hat die Steuerbehörde in Verbindung mit der Auflösung der bisherigen Gesellschaft in die Wege geleitet“, erklärt Olaf Schmidt Meyer. So ganz hat er den Konkursentscheid nicht nachvollzogen. In seinen Augen ist es anscheinend eine Formsache. „Es gehört uns hier ja alles nach wie vor, und wir zahlen auch weiterhin unsere Schulden ab“, erklärt der Teichwirt. Der Begriff Konkurs sei etwas missverständlich. Mit den Kreditoren habe man Einigung erzielt, die Fischzucht ist über eine neue Gesellschaft lediglich verpachtet, und der angrenzende Angelsee ist ebenfalls noch im Besitz der Familie, stellt Schmidt Meyer klar.

Er drücke nun seinem Kollegen die Daumen, dass die Forellen in der Renzer Anlage vom Virus verschont bleiben. Sollte das nicht der Fall sein, muss Schmidt Meyer befürchten, den Betrieb gänzlich einzustellen. „Staatliche Unterstützung für die Branche gibt es hier nicht“, bemerkt Schmidt Meyer mit Bedauern. Seit 1969 gibt es den Renzer Zuchtbetrieb, der vom Vater von Olaf Schmidt Meyers Frau Majken Muus-Meyer gegründet worden war.

Seit einer großen Umstellung 2005 („Modeldambrug“) greift der Renzer Betrieb nicht mehr auf das Wasser der angrenzenden Au zurück. Die Fische werden in einem geschlossenen System gezüchtet. Vor dem Virus ist die Anlage aber trotzdem nicht gefeit.
„Der Virus stammt vermutlich aus natürlichen Gewässern und wird über Vögel auf die Anlage in Renz übertragen“, erklärt der gebeutelte Teichwirt. Der Virus schwächt die Blut- und Sauerstoffzirkulation der Forellen. „Schon beim geringsten Stress sterben sie.“

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